Restaurant

Im „Lubitsch“ in Charlottenburg erfindet man Klassiker neu

Der Hamburger Ole Cordua hat das „Lubitsch“ in der Bleibtreustraße übernommen und verwöhnt nun die Gäste mit köstlichen Speisen.

Lubitsch Bleibtreustraße

Lubitsch Bleibtreustraße

Foto: Carolin Brühl

Berlin. Das „Lubitsch“ an der Bleibtreustraße 47 ist so schmal, dass man fast vorbeilaufen könnte. Und das wäre mehr als schade. Drinnen wirkt das elegante Speiselokal mit seinen Bänken und den blütenweißen Tischdecken dank der Spiegel an den Wänden nämlich weitaus größer und ist mehr als einen Hingucker wert.

Ole Cordua macht im „Lubitsch“ seine Vorliebe zum Beruf

Seit rund einem Vierteljahrhundert gibt es das „Lubitsch“. Vor zwei Jahren hat es der Hamburger Ole Cordua übernommen. Der gelernte Steuerfachmann und studierte Designer hatte schon immer ein Faible für Gastronomie.

Als seine Frau 2003 beruflich nach Berlin wechselte, folgte er ihr und machte seine Vorliebe zum Beruf. Nach Stationen im „Borchardt“, bei „Spindler & Klatt“, Sarah Wiener, im „Grosz“ und „Manzini“ fand Cordua 2017 seine Heimat im „Lubitsch“.

„Ich hatte damals das Gefühl, ich bin angekommen“, sagt er. Nur we­nige bauliche Veränderungen hat er im Lokal selbst vorgenommen. Die Küche habe er sich aber genauer angeschaut. „Mir war wichtig, dass die Speisen klar definiert sind. Zu viel Opulenz auf den Tellern ist nicht mein Ding“, sagt der Gastronom. „Wir haben das Wiener Schnitzel sozusagen wieder neu erfunden“, sagt er.

Klassiker werden im „Lubitsch“ neu interpretiert

Für die Panade werde das „Weißbrot selbst geschreddert“. Das Schnitzel komme dann beileibe auch nicht in eine Friteuse. Jedes würde behutsam und schön ordentlich für sich in einer Pfanne ausgebraten. Für 22 Euro kommt es dann auch goldgelb mit ebensolchen Bratkartoffeln oder einem Kartoffel-Gurkensalat und Preiselbeeren daher.

Auch andere Klassiker werden im Lubitsch zeitgemäß interpretiert und kommen ohne überflüssiges Chichi auf den Teller. Delikat sind der Ziegenkäse im krossen Filoteig (14 Euro), die Kalbfleischpflanzerl (11 Euro) oder die Spinatknödel (14 Euro).

Eine treue Fangemeinde hat die gebratene Blutwurst auf Rahmsauerkraut (15 Euro). Fündig werden aber auch Vegetarier auf der Standardkarte oder in den wechselnden Angeboten auf der Saison-Karte. Und wer dann noch kann: Als Nachtisch unbedingt zu empfehlen ist die hausgemachte Crème brûlée mit einem unwiderstehlichen Hauch Tonka-Bohne.

Lubitsch, Bleibtreustraße 47, 10623 Berlin, www.restaurant-lubitsch.de