Eat Club | Aus der Testküche

Das ist doch alles Käse hier …

| Lesedauer: 4 Minuten
Carla Tanksley
So sieht das aus, wenn der Eat Club eine Testreihe zu Käsekuchen startet. Und bedeutet: sechsmal Käsekuchen backen, probieren und analysieren.

So sieht das aus, wenn der Eat Club eine Testreihe zu Käsekuchen startet. Und bedeutet: sechsmal Käsekuchen backen, probieren und analysieren.

Foto: Eat Club

Zu blass, zu braun, zu trocken, unschön eingefallen oder gar rissig? Ein makelloses Antlitz ist auch beim Käsekuchen kein Selbstläufer.

Doch woran liegt das eigentlich? Wir wollten es genau wissen und haben für Sie getestet, welche Zubereitungs- und Garmethoden Käsekuchen par excellence erschaffen und welche Sie lieber links liegen lassen, wenn es nach dem Geschmack geht.

Und so wurde getestet: Um herauszufinden, ob und vor allem welchen Unterschied allerhand im unendlichen Käsekuchenkosmos kursierende Dos and Don’ts sowie die unterschiedlichen Herangehensweisen beim Backen machen, haben wir:

  • auf einen Kuchenboden bewusst verzichtet. Es geht uns diesmal einzig und allein um die Käsemasse.
  • für einen objektiven Vergleich die Käsecreme in ihrer Zusammensetzung bei den verschiedenen Versuchen nicht verändert, sondern immer gleich gelassen.
  • für die Creme die drei Zutaten Quark, Frischkäse und Sahne kombiniert. Weil man genau diese zwar in unterschiedlichen Mengen, aber doch in den allermeisten Käsekuchenrezepten wiederfindet, könnten unsere Erkenntnisse somit auch stellvertretend allgemeine Rückschlüsse auf individuelle Einzelfälle zulassen.
  • blind gekostet. Das heißt, ohne zu wissen, bei welchem Kuchen wie gebacken wurde. Anschließend hat jeder Tester anonym Punkte vergeben. Die Auswertung finden Sie ganz unten.

Das Grundrezept Käsekuchen finden sie hier.

Klassisch gebacken

Methode: Käsekuchen nach Grundrezept zubereiten.

Fazit: Herrliche Backfarbe, und die Masse schmeckt kompakt-cremig und vertraut lecker.

Mit Eischnee zubereitet

Methode: Kuchen nach Grundrezept zubereiten, aber: Eier trennen. Das Eigelb mit Salz, ca. der Hälfte Zucker und Vanillezucker aufschlagen. Nach Grundrezept fortfahren, dabei das Eiweiß steif schlagen, restlichen Zucker nach und nach unterschlagen und die Baisermasse unter die Quarkmasse heben.

Fazit: Fluffiger und leichter, weniger fettig im Mund und nicht so süß wie beim Klassiker, dafür aber keine gleichmäßig glatte Oberfläche und schmeckt irgendwie ungewohnt in der Kosistenz.

Nach amerikanischer Art im Wasserbad gebacken

Die Methode: Kuchen nach Grundrezept zubereiten, aber: Vorab Alufolie kreuzweise übereinanderlegen. Springform mittig daraufstellen, von außen mit Folie einschlagen. Creme in die Form geben und in ein ca. 2,5 cm hoch mit heißem Wasser gefülltes tiefes Backblech stellen.

Unser Fazit: Zwar aufwendiger im Garprozess, aber die kompakte Käsemasse schmeckt auffällig cremig und ausgewogen. Durch das Wasserbad bleibt sie feuchter und saftiger. Die Oberfläche gerät eher hart und etwas krisselig, der Boden dafür sehr soft, und der Rand sackt kaum ein.

Ohne Abkühlen aus dem Ofen genommen

Die Methode: Masse nach Grundrezept zubereiten und backen, aber: Nicht im ausgeschalteten Ofen stehen lassen, sondern sofort herausnehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Unser Fazit: Viel hellere Backfarbe und normal cremig, dabei (wieso auch immer) weniger süß. Allen Gerüchten über die Folgen eines »Kälteschocks« zum Trotz ist der Kuchen frei von Rissen und nur am Rand minimal eingefallen. Muss am guten Grundrezept liegen …

Nach baskischer Art gebacken

Die Methode: Masse nach Grundrezept zubereiten, aber: Im vorgeheizten Backofen bei mehr Hitze (Ober-/Unterhitze: 200 °C/Umluft: 180 °C) und gleicher Zeit backen und wie beschrieben abkühlen lassen.

Unser Fazit: Festerer Boden als bei den anderen Kuchen. Insgesamt stärkerer Eiergeschmack, dazu eindeutige Röstaromen und leicht herb. Im Zusammenspiel mit der süßen Käsecreme aber mal eine sehr interessante Abwechslung, die ihre Daseinsberechtigung hat. Kann man machen, sollte man im Leben mal probiert haben.

Sehr kalte Zutaten verwendet

Die Methode: Die Zutaten direkt aus dem Kühlschrank verarbeiten. Ansonsten alles nach Grundrezept zubereiten.

Unser Fazit: Überraschenderweise musste der Kuchen nicht länger im Rohr bleiben. Etwas fester im Vergleich, außerdem nicht ganz so cremig. Trotzdem noch angenehm zu essen. Kann man machen, wenn es schnell gehen muss.

Unser Testergebnis:

( fmg )