Gastronomie

Morgenpost-Online-Tasting: Versteckte Weinpersönlichkeiten

| Lesedauer: 7 Minuten
Die Experten: Christoph Wohlfarth von Wohlfarth Schokolade, „Planet Wein“-Eigentümerin Anja Schröder und Weinkritiker Felix Bodmann (v.l.) führen durch das Tasting

Die Experten: Christoph Wohlfarth von Wohlfarth Schokolade, „Planet Wein“-Eigentümerin Anja Schröder und Weinkritiker Felix Bodmann (v.l.) führen durch das Tasting

Foto: jörg Krauthöfer / FUNKE Foto Services

Anja Schröder von „Planet Wein“ lädt im November zum Morgenpost-Online-Tasting. Diese Weine werden geboten.

Berlin. Dass Anja Schröder und Felix Bodmann ein eingespieltes Team sind, merkt man sofort. Er kommt von der Aufzeichnung seines Wein-Podcasts „Blindflug“ ein paar Minuten zu spät in ihren Laden „Planet Wein“ gerauscht und präsentiert sofort die perfekte Ausrede – einen Wein. „Den musst du unbedingt probieren“, sagt er und präsentiert den in einer Wasserflasche transportfähig gefüllten Tropfen. Auch Schröders Mitarbeiter wird direkt zu einer Blindverkostung herangewinkt. „Der Junge soll ja noch was lernen.“ Bereits seit sieben Jahren erklären die beiden in den unkompliziert unterhaltsamen Videos ihrer Webweinschule Fachbegriffe wie Spontangärung, Moussierpunkt und PetNat, testen Syrah, Sauvignon blanc, Grauburgunder oder auch mal einen Wein vom Discounter.

Sie ist gelernte Restaurantfachfrau, Sommelière, Mitgründerin der „Weinbar Rutz“ und seit über 15 Jahren am Gendarmenmarkt mit „Planet Wein“ selbstständig. Er schreibt für „Vinum“, „Schluck“ oder auf seinem eigenen Blog „Der Schnutentunker“ über Wein und verkostet für den „Gault & Millau“. Geballte Wein- und Unterhaltungsexpertise also für das erste Morgenpost-Online-Tasting. Ab sofort gibt es jeden Monat drei Weine und drei korrespondierende Delikatessen in einem Paket für bis zu vier Personen, fachkundig und kurzweilig erläutert von unseren Partnern. Im Gegenteil zum Morgenpost-Menü oder Morgenpost-Tasting, müssen Sie dafür nicht einmal das Haus verlassen, sondern können beides bequem mit Freunden oder der Familie in den eigenen vier Wänden genießen. Nur ein Baguette oder Weißbrot müssen Sie noch selbst einkaufen. Schröder empfiehlt beispielsweise ein Beutebrot vom Domberger Brot-Werk. Wer möchte, kocht sich mit der beigelegten Rezeptempfehlung ein komplettes Abendessen.

Zum Auftakt gibt es unscheinbare, aber nicht weniger spektakuläre Weine

Thema des Auftakts sind versteckte Weinpersönlichkeiten. Also unscheinbare, aber nicht weniger spektakuläre Weine, hinter denen sich bekannte Produzenten verbergen. Als Unterstützung hat sich Gastgeberin Anja Schröder dazu nicht nur Felix Bodmann, sondern auch Chocolatier Christoph Wohlfarth mit ins Boot geholt, der die Begleitung zum dritten „Gang“ beigesteuert hat. Den Anfang macht ein 2020er Rosé vom Weingut Domaine de Triennes in Nans-les-Pins in Süd-Frankreich gemeinsamen mit der Tapenade Rouge von Miriam Eva Kebes Bio-Feinkost-Shop „Kebe Living“ in Lichterfelde.

„Die Domaine de Triennes kennt ehrlich gesagt keine Sau“, sagt Anja Schröder und lacht. „Dahinter stehen aber zwei richtige Schwergewichte in der Weinbranche, die sich dieses Zusatz-Spielprojekt leisten.“ Mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten, aber Bodmann erhöht die Spannung noch ein wenig: „Für die ist das wirklich eine Fingerübung – und zwar mit dem kleinen Finger der linken Hand. Die verkaufen von ihrem anderen Wein eine Kiste und haben Kosten für dieses Weingut wieder drin.“

Obwohl die Profis im Hintergrund lieber inkognito bleiben, schmecken tut man sie dann doch. Im Glas duftet der helle Rosé weich und rund nach weißen- und Zitrusfrüchten, der erste Schluck bringt eine frische Säure mit. „Ein richtig guter Wein, den ich immer im Laden haben“, sagt Anja Schröder. Die Tapenade mit getrockneten Tomaten ist cremig und riecht intensiv nach Olive, die herb-salzige Öligkeit ergibt ein ausgeglichenes Gegenspiel zur leisen Süße und Säure des Weins. Eine Kombination, die den Sommerurlaub geschmacklich zurück ins herbstliche Berlin bringt.

2018er Estibals von der Domaine de L’Ostal im Minervois

Es folgt der 2018er Estibals von der Domaine de L’Ostal im Minervois, eines der ältesten Weinbaugebiete Frankreichs, und dazu Hochalpbergkäse der Käserei Baldauf tief in den Bergen des Allgäus, zu finden bei Blomeyer Käse in Charlottenburg. Der Produzent sei Motorradfahrer und weil es im Minervois so schöne Serpentinen gebe, habe er sich dort ein Weingut gewünscht, erzählt Anja Schröder über diesen verborgenen Wein-VIP. „Und siehe da, mit Geld geht alles!“

Der Rotwein hängt beim Schwenken schwer in Glas und verströmt einen intensiven Duft von Beeren und Kirschen, am Gaumen ist er dann weich und gefällig, mit leichten Holznoten und ganz ohne Säure. „Eine wohlige Kombination und eine sichere Bank“, sagt Anja Schröder, als sie dazu den Hartkäse anschneidet, der so intensiv nach Kuh schmeckt, als habe man einmal mit der Zunge über den Stallboden geleckt und dem Wein zusätzlich mit feinen Salzkristallen entgegentritt. „Die Tapinade könnte jetzt eigentlich auch noch oben auf den Käse“, findet Felix Bodmann. „Und am Ende auch noch die Schokolade“, sagt Christoph Wohlfarth und lacht. Tatsächlich ist es beim Morgenpost-Online-Tasting von den Experten ausdrücklich erlaubt, Weine und Delikatessen auch quer zu verkosten oder im Anschluss einfach noch einmal von vorne zu beginnen.

2019er Classique Red vom Château D’Anglès

Erst einmal kommt zur Schokolade aber der 2019er Classique Red vom Château D’Anglès an der französischen Mittelmeerküste ins Glas und überrascht direkt mit würzigen Noten von Nelke und Zimt an der Nase. „Die ganze Gegend dort riecht so“, sagt Felix Bodmann. „Seitdem ich einmal dort war, geht mir das nicht mehr aus dem Kopf.“ Die Macher dahinter stammen nicht nur aus Winzerfamilien, sondern schärften ihre Handschrift auch bei der prominenten Kollegen. Der erste Schluck ist dann harmloser als erwartet, leichter als der Vorgänger mit Nuancen von roter Johannisbeere und Pfeffer. Die hochprozentige, handgemachte Schokolade zergeht dazu weich und cremig auf der Zunge, wobei sie erst ihre dunkle, dann ihre milchige Seite zeigt.

Wohlfahrt, gelernter Bäcker und Konditor, arbeitete unter anderem in Kolja Kleebergs Sternerestaurant „Vau“, bevor er sich 2010 selbstständig machte. In seiner gläsernen Manufaktur in Wedding lädt er dazu ein, ihm bei der Arbeit zuzuschauen und auch mal eine unverarbeitete Kakaobohne zu knabbern. Ein paar hat er auch zum Tasting mitgebracht. „Wahnsinn“, findet Anja Schröder. „Ich könnte mir vorstellen, damit alles mögliche zu panieren“, sagt Felix Bodmann. Den Kombinationsmöglichkeiten, so zeigt sich am Ende, sind beim Morgenpost-Online-Tasting allein durch Ihre Fantasie Grenzen gesetzt.

Das Online-Event – so funktioniert’s

Ein Genuss-Paket mit drei Weinen (0,75 Liter) und drei korrespondierenden Delikatessen aus Berliner Manufakturen gibt es für 99,90 Euro bequem zum Termin nach Hause geliefert (bei Bestellung bis zum 14. November 2021) oder zum Abholen bei „Planet Wein“, Mohrenstraße 30 (Eingang Charlottenstraße), 10117 Berlin (bis zum 20. November 2021). Bei Selbstabholung erhalten Sie eine zusätzliche kleine Überraschung.

Bestellungen unter morgenpost.de/online-tasting. Der Link für das Online-Event kommt mit dem Genuss-Paket. Das Event kann aber auch jederzeit im Nachgang abgerufen werden. Das Angebot enthält einen zweimonatigen Zugang zu den exklusiven Online-Inhalten von Morgenpost PLUS.

Das Live-Tasting findet am 21. November 2021 um 18 Uhr statt und dauert ca. 1,5 Stunden.