Neue Fleischeslust

Wo Sie in Berlin das perfekte Steak essen können

Wo gibt es das beste Steak der Stadt? Keine leichte Frage, denn das Angebot wird ständig größer. Eine Auswahl.

Grillchef Thomas Czerwionke, präsentiert in der Küche des „Midtown Grill“ ein Tomahawk Steak.

Grillchef Thomas Czerwionke, präsentiert in der Küche des „Midtown Grill“ ein Tomahawk Steak.

Foto: Franz Michael Rohm

Steakhaus Doree in Schöneberg

Berlin. Als Flaggschiff der Berliner Steakhaus-Flotte gilt seit Jahren das „Grill Royal“. Hier treffen sich die Haute Volée der Stadt und internationale Schickeria zum exklusiven und kostspieligen Fleischvergnügen. Eine Art „Grill Royal“ des kleinen Mannes hingegen ist das Schöneberger „Doree“. Im Erdgeschoss eines Sozialbaus aus den 1970er-Jahren herrscht einfaches Ambiente. Trotzdem speisen hier zu den Stoßzeiten mehr als hundert Gäste. Sie kommen wegen der erstaunlich günstigen Preise, die mit einem knallroten „50-%-Aufkleber“ auf den Fensterscheiben angepriesen werden.

Seit nunmehr fast 30 Jahren lautet das Konzept des gebürtigen Libanesen Mohamed Aun: „Man muss die richtigen Lieferanten kennen.“ Und so genießen Steakliebhaber gut gegrillte 250-Gramm-Filetsteaks für 11,99 Euro. Die 400-Gramm-Version kostet 17,99 Euro. Wem das nicht reicht: Es gibt auch 600- und 800-Gramm-Portionen, Rumpsteak und Hüfte, für maximal 20 Euro. Wohlgemerkt, gut gereifte argentinische Steaks. Beilagen werden, wie im „Grill Royal“, extra berechnet, allerdings in erheblich minderer Qualität, aber zu Discount-Preisen, um 1,50 Euro die Portion.

Steakhaus „Doree“, Dominicusstraße 37, Schöneberg, Tel. 788 57 46, täglich 12-24 Uhr, über Facebook

Ojo de Agua in Wilmersdorf

Ebenfalls aus Argentinien stammt das Fleisch im Wilmersdorfer „Ojo de Agua“. Hier vermarktet Yellow-Musiker Dieter Meier einen Teil seiner Rinder, die er artgerecht 800 Kilometer südlich von Buenos Aires hält. Das Resultat sind butterzartes Lomo de Chorizo, ein im Ofen gegartes Rumpsteak (21 und 29 Euro), sowie aromatisches Filet (36 Euro) und exzellentes, handgeschnittenes Tatar (15 Euro).

„Ojo de Agua“, Ludwigkirchstraße 10 A, Wilmersdorf, Tel. 88 62 56 14, täglich 11-23 Uhr, E-Mail: berlin@ojodeagua.de. www.ojodeagua.de

Francucci’s Ristorante in Charlottenburg

Eines der größten Steaks der Stadt serviert Franco Francucci im „Francucci’s Ristorante“ am Lehniner Platz in Charlottenburg. Bis zu 1,5 Kilo schwer ist die Bistecca Fiorentina, ein riesiges Prime Rib oder T-Bone-Steak des toskanischen Chianina-Rindes. Diese hochbeinigen, weißhäutigen Tiere leben im Apennin-Gebirges. Wegen ihrer langen Beine werden sie unter Rinderzüchtern „Supermodels“ genannt. Es sind zweijährige Färsen, weibliche Tiere kurz vor der Geschlechtsreife. Je nach Hunger reicht eine Bistecca für zwei bis vier Personen, in der Pfanne serviert, vom Knochen herunter in fingerdicke Streifen geschnitten, 98 Euro das Kilo.

„Francucci’s Ristorante“, Am Lehniner Platz / Kurfürstendamm 90, Charlottenburg, Tel. 323 33 18, täglich 12-23.30 Uhr, www.francucci.de

Midtown Grill in Tiergarten

Der „Midtown Grill“ im Berlin Marriott Hotel am östlichen Rand des Tiergartens gehört zu den Pionieren der Berliner Steakhäuser. Hier zeigt Chefgriller Thomas Czerwionke der Kundschaft in einem Edelstahl-Reifeschrank, was er hat. Himbeerfarbene, marmorierte Stücke Hohe Rippe, auch Ribeye oder Entrecôte genannt, in US-Qualität, riesige, um 900 Gramm schwere Tomahawksteaks, ein Schnitt aus dem vorderen Rücken mit langem Knochen und angehängtem Fleisch, in irischer Weidequalität, 69 Euro das Prachtsteak.

Seit zehn Jahren bietet der 43-jährige Fleischspezialist mit seinem Team in der offenen Schauküche mit großem Lavagrill kontinuierlich ausgezeichnete Qualität. Reduziert wurde lediglich die Vielfalt der Fleischsorten, „die Kunden wollen Rind aus den USA, Argentinien und Irland, und ein, zwei Exoten wie Wagyu, mehr nicht“, erklärt Czerwionke. Die Preise werden teilweise 100-Gramm-weise berechnet, je nach Qualität von 11 bis 24 Euro, Spezial-Fleisch wie japanisches Wagyu ist teurer. 80 Prozent der Rinder stammen aus USA oder Argentinien. Neu ist ein Holzkohlegrill aus Italien, in dem die Steaks bei rund 450 Grad scharf angebraten werden, danach geht es zum Nachgaren bei 190 Grad in den zweiten Ofen. Vor dem Servieren sollte jedes Steak noch „einige Minuten ruhen“, verrät der Grillmeister, so gelingt beeindruckende Qualität. Ein Tipp für Saucenfans: Czerwionkes selbstgezogene Pfeffer-Jus, 2 Euro das Kännchen.

„Midtown-Grill“, Ebertstraße 3, Tiergarten, Tel. 22 00 064 15, Mo.-Fr. 12-23, Sbd. 17-23, So. 12-15 Steakbrunch, 15-23 Uhr, www.midtown-grill.de

The Meat in Charlottenburg

Besonderheit des türkisch betriebenen Restaurants „The Meat“ sind in den Tischen eingelassene Grills, auf denen Gäste ihr vorher in der Vitrine ausgesuchtes Fleisch selbst zubereiten können. Fleisch-Meister Fatih Yigit kauft US Prime Beef für Rumpsteak und Entre-côte, das Filet stammt aus Argentinien. Auch neuseeländisches Lamm steht zur Auswahl, als Kotelett, Lachs oder ganze Lammkrone, Pirzola genannt. Die Preise liegen zwischen 9,90 und 14,99 Euro pro 100 Gramm. Neben Fleisch kommt Gemüse auf den Grill, außerdem gibt es hausgemachte Soßen und Dips.

„The Meat“, Damaschkestraße 17, Charlottenburg, Tel. 0800/8436328, tgl. 13-24 Uhr, Mail: meet@themeat.de, www.themeat.de