Lebensmittelunternehmen

Investorenlösung für Kochhaus wahrscheinlich

Für den zahlungsunfähigen Berliner Lebensmittelhändler gibt es zahlreiche Interessenten. Bis Ende Mai soll eine Lösung gefunden werden

Mehrere Investoren sind an dem Berliner Lebensmittelunternehmen Kochhaus interessiert.

Mehrere Investoren sind an dem Berliner Lebensmittelunternehmen Kochhaus interessiert.

Foto: Amin Akhtar

Berlin. Für das insolvente Berliner Lebensmittelunternehmen Kochhaus gibt es offenbar positive Fortführungsaussichten. „Wir befinden uns in einem dynamischen Investorenprozess und sind zuversichtlich, dass wir bis Ende Mai eine tragfähige Lösung finden“, sagte der zuständige Insolvenzverwalter Jesko Stark am Mittwoch der Berliner Morgenpost.

Betrieb geht weiter

Stark sagte, er gehe davon aus, dass der Geschäftsbetrieb als Ganzes weitergeführt werden könne. Sowohl strategische Investoren aus der Lebensmittelbranche als auch Finanzinvestoren hätten bereits einen Blick in die Kochhaus-Geschäftsbücher geworfen. „Das Interesse ist groß“, so Stark weiter. Der Betrieb sei stabilisiert worden und laufe regulär weiter, erklärte der Insolvenzverwalter. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen 190 Mitarbeiter. In Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und München hat Kochhaus neun Filialen.

Kochhaus wurde 2008 von den Berlinern Ramin Goo, Max Renneberg und Dorothée Karsch gegründet. In den „Kochhäusern“ werden Lebensmittel nicht nach Warengruppen, sondern nach verschiedenen Rezepten angeboten und maßgeschneidert portioniert. Zielgruppe des Unternehmens sind vor allem gut verdienende Großstädter mit wenig Zeit.

Wachstumsstrategie brachte vor allem Verluste

Das Berliner Unternehmen hatte vor der Insolvenz eine aggressive Wachstumsstrategie verfolgt. Vor allem der Verkauf von Kochboxen über das Internet sollte wachsen. Doch der Expansionskurs war teuer und defizitär. Kochbox konnte im vergangenen Jahr zwar den Umsatz auf 8,9 Millionen Euro steigern. Vor der Insolvenzanmeldung Ende März musste die Firma nach Informationen der Berliner Morgenpost aber einen Verlust im niedrigen einstelligen Millionenbereich hinnehmen.

Der Online-Versand von Kochboxen ist seit Jahren stark umkämpft. Vor allem die Unternehmen Hello Fresh und Marley Spoon, die beide aus der Berliner Rocket-Internet-Familie stammen, dominieren den Markt. Kochhaus hatte zuletzt rund 20 Prozent seines Umsatzes online erzielt.