Guide Michelin

Das sind die neuen Sternerestaurants in Berlin

Der Guide Michelin hat wieder die Sternerestaurants gekürt. Das sind die Auserwählten in der Hauptstadt.

Berlins neue Sterneköche: René Frank, Dalad Kambhu, Sauli Kemppainen und Dylan Watson-Brawn (v.l.).

Berlins neue Sterneköche: René Frank, Dalad Kambhu, Sauli Kemppainen und Dylan Watson-Brawn (v.l.).

Foto: Reto Klar

Berlin. Es war die große Frage vor der Verleihung: Würde Tim Raue für sein Restaurant in Kreuzberg seinen dritten Stern bekommen? Beantwortet wurde sie am Dienstag im Motorwerk in Weißensee, wo der Guide Michelin im Rahmen einer Gala erneut die begehrten Auszeichnung verlieh. Raue war zuvor bereits vom Gault & Millau mit 19,5 von 20 möglichen Punkten bedacht worden, was absolutes Weltklasse-Niveau bedeutet. 20 Punkte werden im deutschsprachigen Raum nie vergeben.

Doch bei den Michelin-Sternen verfehlte er die Höchstmarke. So behält das Restaurant „Tim Raue“ zwei Sterne und die Hauptstadt bleibt weiterhin ohne ein Drei-Sterne-Restaurant.

Dafür bekommen vier neue Restaurants in Berlin einen Stern, wie Pascal Couasnon, CEO Food & Travel des „Guide Michelin“ verkündete: das „Coda“, das Desserts anbietet, das „Kin Dee“ mit Thai-Food, das „Savu“ mit nordischen Gerichten und schließlich das „Ernst“.

Die Berliner Sternerestaurants in der Übersicht

Ein Stern

5 – Cinco by Paco Pérez
Bandol sur Mer
Bieberbau
Coda Dessert Dining (neu)
Cookies Cream
einsunternull
Ernst (neu)
Frühsammers Restaurant
Golvet
Hugos
Kin Dee (neu)
Nobelhart & Schmutzig
Pauly Saal
Richard
Savu (neu)
Skykitchen
tulus lotrek

Zwei Sterne

Facil
Horváth
Lorenz Adlon Esszimmer
Rutz
Tim Raue

Stern verloren

Fischers Fritz
Reinstoff
Markus Semmler

„Savu“-Chefkoch Kemppainen: „Die Arbeit ist damit nicht fertig“

„Gut“ gehe es ihm, sagte „Savu“-Chefkoch Sauli Kemppainen. „Aber die Arbeit ist damit nicht fertig.“ Der Stern sei ein klares Ziel gewesen, jetzt habe es geklappt. „Ich weiß, was ich kann, aber man weiß ja nie“, sagt er und schmunzelt. Und gibt sich gleichzeitig bescheiden: „Das ist keine Raketenwissenschaft.“

Gefreut hat sich auch Dalad Kambhu vom „Kin Dee“. Es sei „harte Arbeit“ , sie sei „dankbar und sehr glücklich“, sagte sie. Thai Food sei in Berlin oft billig gemacht, sie dagegen koche mit möglichst authentischen Kernzutaten - „so gut wir können.“ Und das sei dann nicht billig.

Restaurant mit nur zwölf Plätzen

Dylan Watson Brawn vom „Ernst“ dagegen sagte, er fühle sich ganz „normal“. Der gebürtige Kanadier betreibt das Restaurant „Ernst“ in Wedding mit gerade einmal zwölf Plätzen. Verändern wolle er eher nichts, vor allem nicht sich vergrößern - eher verkleinern. „Mit sechs Plätzen haben wir angefangen, jetzt sind wie bei zwölf, aber zehn ist wohl richtig.“

Bleibt René Frank vom Coda, ein Restaurant, das nur Desserts serviert. „Wir haben lange mit der Bezeichnung Dessertbar gekämpft“, sagt Frank. Jetzt werde man als Restaurant wahrgenommen. Grund genug für ihn, „gut drauf“ zu sein.

Bei den Restaurants, die ihren Sterne oder Sterne verloren haben, gab es am Dienstag keine Überraschung: Das einstige Zwei-Sterne-Restaurant „Fischers Fritz“, in dem Christian Lohse kochte, existiert nicht mehr, ebenso nicht das „Reinstoff“ in Mitte. Auch Markus Semmler verliert seinen Stern, denn sein „Restaurant“ in Wilmersdorf ist nur noch zu besonderen Anlässen geöffnet. Im März zum Beispiel für das Morgenpost-Menü.

Insgesamt haben damit 17 Restaurants in Berlin einen Stern, fünf weitere zwei Sterne. Auch in Brandenburg kommt ein Restaurant neu hinzu zu der Sterneliste: das „Kochzimmer in der Gaststätte zur Ratswaage in Potsdam. Alexander Müller, Nachfolger von René Klages im 17fuffzig im Hotel „Zur Bleiche“ im Spreewald konnte den Stern seines Vorgängers halten. Der Gault&Millau hatte ihn aus dem Stand mit 16 Punkten geehrt.

„Es muss nicht immer Kaviar sein“

Apropos Semmler: Bei der Gala am Abend, der ein Champagnerempfang vorausgehen sollte, war er trotzdem präsent: Er sollte für das Menü sorgen. Neben einem Flying Amuse Bouche inspiriert durch die Ikone der Nouvelle Cuisine, Auguste Escoffier, und durch Eckart Witzigmann, sollte es neben anderen auch Hauptgänge geben, die von drei Filmen inspiriert waren: „Es muss nicht immer Kaviar sein“, nach dem Simmel-Roman, mit Gänseleberterrine, Feige, Apfel, „Madame Mallory und der Duft nach Curry“ (2014) mit Kabeljau, Muschel-Beurre-Blanc, Curry-Tee und „Babettes Feast Dänemark“ (1987) mit Bürgermeisterstück, Sellerie und Champignon. dann. Als Mitternachtssnack waren Currywurst, Kaiserschmarrn und „Mais mal anders“ vorgesehen.

Erneut hatte man sich für einen eher abgelegenen Ort für die Verleihung entschieden: Das Motorwerk liegt im Nordosten Berlins, weit entfernt vom hippen Mitte oder dem schicken Charlottenburg. Im November 2017 hatte die Gala in der „Metropolis“-Halle in Babelsberg stattgefunden.