Weintrends

Das kommt 2019 ins Glas

Der Sommelier des Restaurants „Grace“ am Kudamm erklärt die Wein-Trends für das neue Jahr.

Benjamin Idir Weidenberg empfiehlt, gewohnte Genuss-Pfade zu verlassen.

Benjamin Idir Weidenberg empfiehlt, gewohnte Genuss-Pfade zu verlassen.

Foto: Grace Restaurant / Hotel Zoo Berlin

Berlin. Während sich einige Menschen einen „Dry January“, also einen Monat ohne Alkohol, verordnet haben, steht bei anderen der Genuss edler Tropfen auch während des sonst eher freudlosen Jahresanfangs im Fokus. Einer, für den so eine Trink-Auszeit von Berufs wegen schon schwierig wäre, ist Benjamin Idir Weidenberg.

Der 38-Jährige ist Sommelier im „Grace Restaurant“ im „Hotel Zoo Berlin“ am Kurfürstendamm 25. Für ihn beginnt das neue Jahr in jedem Fall prickelnd: „In der Szene-Gastronomie liegen Champagner, zum Beispiel Jahrgangs-Champagner wie Blanc de Blancs, total im Trend. Aber auch gesüßte Champagner mit Eis und vielen Früchten“, erklärt Weidenberg. Bei den Rotweinen ginge es klar in eine kräftigere Richtung. „Mehr Tannine, mehr Frucht, mehr Power.“ Auch im Kommen: Weißweine aus den USA, zum Beispiel Kalifornien.

Eine Frage des Geldes sei guter Wein aber nicht immer, auch wenn Fußballer Cristiano Ronaldo gerne mal zwei Flaschen Wein für 31.000 Euro (Richebourg Grand Cru und Château Pétrus) bestellt. „Es liegt immer im Auge des Betrachters. Die preisintensiveren Weine haben natürlich ihre Qualitäten – sind lange gereift und bieten meist ein einmaliges Geschmackserlebnis. Es gibt aber auch tolle Alternativen an Weinen, die nicht unbedingt einen Kleinwagen kosten müssen“, so der Sommelier, der persönlich gerne Rotwein zu Fisch und Weißwein zu Fleisch trinkt. „Für mich ist es eine Herausforderung und erweitert den Horizont.“

Wer mit dem charismatischen Weinkenner auf eine kleine köstliche Reise gehen will, kann dies im „Grace Restaurant“ tun. Dort bietet er eine zur neuen Karte von Chefkoch Martin Bruhn, die jetzt auch mit Red Fire Gamba Tataki aufwartet, abgestimmte Weinbegleitung an. „Laut einer Studie gibt der Deutsche allgemein nicht mehr als 2,80 Euro für eine Flasche Wein aus, was, auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, sehr niedrig ist“, erzählt Weidenberg noch. Junge, erfrischende Sommeliers wie er vermögen diesen Umstand vielleicht zu ändern.