Neuer Zeitplan

Der Flughafen BER kann frühestens 2019 starten

Die Bauarbeiten am Großflughafen sollen Ende August 2018 beendet sein. Air Berlin vor der Zerschlagung.

Der BER ist noch immer nicht fertig

Der BER ist noch immer nicht fertig

Foto: dpa Picture-Alliance / Patrick Pleul / picture alliance / ZB

Der Hauptstadtflughafen BER soll Ende August 2018 fertig gebaut sein und kann damit frühestens im Sommer oder Herbst 2019 eröffnen. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup teilte am Donnerstag mit, er habe mit den Baufirmen, Prüfern und anderen Beteiligten einen entsprechenden Terminplan vereinbart.

Demnach sollen im nächsten Sommer die einzelnen technischen Anlagen von Sachverständigen abgenommen sein. Daran anschließen muss sich die baurechtlich vorgeschriebene "Wirk- und Prinzipprüfung", in der die Bauaufsicht untersucht, ob das ganze System auch tatsächlich gemeinsam funktioniert. Nächster Schritt zu einem Start am BER sind dann praktische Tests, bei denen die betrieblichen Prozesse unter anderem mit Statisten durchgespielt werden.

Solche Überprüfungen dauern mehrere Monate, weshalb mit einer Inbetriebnahme des BER frühestens ein Jahr später zu rechnen ist. "Die Flughafengesellschaft wird in diesem Jahr den Eröffnungstermin für den BER benennen", sagte Lütke Daldrup. Voraussetzung sei, dass "die Eingangsparameter valide" seien und dass "alle am Projekt beteiligten Dienstleister den Terminplan wie verabredet" einhielten.

Seit dem letzten Fehlschlag gibt es keinen offiziellen Termin mehr

Den letzten Terminplan für den BER-Hauptterminal hatte der Flughafen im Sommer 2016 noch unter Lütke Daldrups Vorgänger Karsten Mühlenfeld veröffentlicht. Der neue Plan liegt um mehr als ein Jahr hinter den damaligen Vorgaben. Daran beteiligt war auch Technikchef Jörg Marks, mit dem Lütke Daldrup weiter zusammenarbeitet. Verantwortlich für die Planung waren die Berater von Roland Berger, die noch auf einen Start Ende 2017 setzten.

Diesen Termin hatte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), damals noch Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft, im Februar dieses Jahres abgesagt. Seitdem gibt es keinen offiziellen Terminplan mehr.

Anders als frühere Planungen soll der neue Anlauf endlich die realen Gegebenheiten auf der Baustelle berücksichtigen, heißt es aus der Flughafengesellschaft. Früher sei zu oft "aus Wolkenkuckucksheim" auf den BER und seine Schwierigkeiten geblickt worden. Die neuen Vorgaben seien gemeinsam mit den Firmen, also quasi von unten, erarbeitet worden. Die Unternehmen müssten sich verpflichten, ihre Teilschritte einzuhalten. Noch wird aber mit einigen Firmen verhandelt, wie viel Geld sie für solche Zusagen erhalten.

Rundgang durch die Flughafen-Baustelle am BER

Rundgang durch die Flughafen-Baustelle am BER

FDP glaubt nicht an BER-Eröffnung 2019

1800 einzelne Leistungen sind aufgeführt, die noch zu erledigen seien. Jeder dieser Punkte sei verknüpft mit vorhergehenden und nachfolgenden Arbeiten. Wenn also ein neues Sprinklerrohr durch eine Wand geführt werden müsse, sei nun festgelegt, wie das Bohren, die Verlegung und das Schließen des Loches abzulaufen habe. Einen Plan mit dieser Verbindlichkeit habe es am BER noch nicht gegeben.

Kurz nach der Veröffentlichung des Masterplans für den Flughafenausbau und kurz vor der Volksabstimmung über Tegel hat Lütke Daldrup damit einen zweiten wichtigen Punkt gesetzt – um zu zeigen, dass es am BER doch vorangeht. Die FDP glaubt das nicht. "Die Erfahrung lehrt: Wer von einer BER-Eröffnung Ende 2019 spricht, der wird dieses Datum revidieren", sagte FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja.

Dass am BER Jets von Air Berlin abheben, ist seit Donnerstag noch unwahrscheinlicher geworden. Der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der die insolvente Airline als Ganzes übernehmen wollte, ist aus dem Bieterrennen ausgestiegen. Weil auch Ryanair Air Berlin nicht will und alle anderen Interessenten nur nach Air-Berlin-Teilen streben, ist eine Zerschlagung wohl kaum zu vermeiden.

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