Flughafen-Aufsichtsrat

Machtkampf um BER-Chefposten, Mühlenfelds Zukunft offen

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft ist zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Ablösung von Karsten Mühlenfeld deutet sich an.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin-Brandenburg Gesellschaft (FBB), Karsten Mühlenfeld

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin-Brandenburg Gesellschaft (FBB), Karsten Mühlenfeld

Foto: dpa Picture-Alliance / Klaus-Dietmar Gabbert / picture alliance / dpa

Im Quadriga Forum am Werderschen Markt wird über die Zukunft von Flughafenchef Karsten Mühlenfeld beraten. Der BER-Geschäftsführer hatte vergangene Woche Technikchef Jörg Marks entlassen und durch Christoph Bretschneider ersetzt. Bei den BER-Gesellschaftern Berlin und Bund kam Mühlenfelds eigenmächtiges Handeln gar nicht gut an. Nur der dritte Gesellschafter, das Land Brandenburg, bekennt sich weiter zu Mühlenfeld. Dessen Ablösung rückt jedoch immer näher.

Nach mehrstündigen Vorgesprächen stießen am Abend Mühlenfeld sowie Finanzgeschäftsführerin Heike Fölster zu der Runde. Ergebnisse drangen aber zunächst nicht außen. Noch bei der Aufsichtsratssitzung am 7. Februar hatten die Kontrolleure dem Führungstrio Mühlenfeld, Finanzchefin Heike Fölster und Technikchef Marks das Vertrauen ausgesprochen, trotz der jüngsten Terminverschiebungen am BER. Auf Nachfrage, ob es weitere Probleme gebe, habe der Flughafenchef geschwiegen, hieß es.

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Vergangenen Montag, keine zwei Wochen danach, schickte Mühlenfeld eine SMS an einige Aufsichtsräte. Den Vorsitzenden Michael Müller erreichte die Botschaft, dass er am Tag darauf den Technikchef auswechseln werde, aber zunächst nicht. Eilig wurde Mühlenfeld am Dienstagmorgen zum Rapport bestellt, am Mittwoch tagte der Präsidialausschuss. Alle rieten dem ehemaligen Rolls Royce-Manager ab. Mühlenfeld handelte dennoch und verschlimmerte die Lage am Tag danach noch mit einem Zeitungsinterview.

Mühlenfeld habe bis heute nicht den Unterschied verstanden zwischen einem privaten Industrieunternehmen und einem öffentlichen Betrieb, lautet das Urteil im Gesellschafterkreis. Zudem wird angemerkt, dass Mühlenfeld seinen Technikchef wohl ohne Okay des Aufsichtsrates freistellen konnte. Um einen Ersatzmann für 1700 Euro Tagessalär anzuheuern, hätte er aber wohl die Zustimmung der Kontrolleure gebraucht. Der Fall wird juristisch geprüft. Das könnte wichtig sein, wenn man Mühlenfeld nicht seinen bis März 2020 laufenden Vertrag ausbezahlen will. Das würde eine Millionenabfindung bedeuten.

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