Hauptstadtflughafen

Mehdorn holt neuen Baumanager an den BER

Der Brandenburger Ministerialrat Norbert Potthast koordiniert künftig die Baugenehmigungsanträge für den Flughafen BER. Der gelernte Architekt ist mit dem Projekt vertraut.

Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn versucht, die Fertigstellung des neuen Hauptstadtairports BER mit einer weiteren Personalentscheidung zu beschleunigen. So soll Norbert Potthast, ein erfahrener brandenburgischer Regierungsbeamter, künftig alle nötigen behördlichen Genehmigungsverfahren zentral steuern. Der Ministerialrat hat am Montag seinen Dienst angetreten, wie Flughafensprecher Ralf Kunkel bestätigte. "Mit der personellen Neuordnung verstärken wir einen Bereich, der für die zügige Inbetriebnahme des Flughafens wichtig ist", sagte er.

Der gelernte Architekt Potthast arbeitete zuvor im brandenburgischen Finanzministerium und war seit März für die spezielle Flughafen-Arbeitsgruppe der Potsdamer Staatskanzlei abgestellt. "Er kennt daher das BER-Projekt und aufgrund seiner staatlichen Ausbildung und Tätigkeit auch die behördlichen Genehmigungsverfahren sehr gut", betonte Mehdorn in einem Rundschreiben.

Heftiger Streit um BER-Umbau

Der Flughafen-Chef reagiert mit der Personalie auf die anhaltenden Probleme mit den zahlreichen behördlichen Genehmigungsverfahren. Erst vor einer Woche hatte die Flughafengesellschaft einen Antrag auf den Umbau des Nordpiers des neuen BER-Terminals eingereicht und sich prompt einen Rüffel vom zuständigen Landrat Stephan Loge (SPD) eingehandelt. Loge bemängelte umgehend, dass die eingereichten Unterlagen nicht bearbeitungs- und prüfwürdig seien. Intern soll dies zu einer heftigen Auseinandersetzung geführt haben. Denn bereits in der Vergangenheit hatte der Verwaltungschef des Landkreises Dahme-Spreewald, in dem der neuen Flughafen liegt, die Qualität der Bauanträge bemängelt.

Der neue Technikchef Horst Amann hatte daraufhin angekündigt, besser mit den Genehmigungsbehörden zusammenzuarbeiten. Offenbar mit mäßigem Erfolg. Der von ihm damit beauftragte Mitarbeiter verlasse nach einem Jahr das Unternehmen, war jetzt aus Flughafenkreisen zu erfahren. Mit der Einsetzung eines eigenen Vertrauten hat Mehdorn seinen Technik-Chef nunmehr in einem weiteren wichtigen Bereich entmachtet.

Umbauten am Nordpier sollen BER voranbringen

Potthast soll sich zunächst vordringlich um die Genehmigung der geplanten Umbauten im Nordpier kümmern. Um diesen Teil des BER wie angekündigt im Frühjahr 2014 vorzeitig in Betrieb zu nehmen, müssen dort entgegen der bisherigen Baugenehmigung Check-in-Schalter und Gepäckbänder eingebaut werden. Mit einem Mini-Betrieb – vorgesehen ist die Abfertigung von bis zu zehn Flügen und maximal 1500 Passagieren am Tag – soll dort der BER-Betrieb unter realen Bedingungen geprobt werden. Den dafür notwendigen Millionen-Investitionen will der BER-Aufsichtsrat jedoch erst zustimmen, wenn die Baubehörde die Umbauten genehmigt hat. Der Aufsichtrat kommt am 25. Oktober das nächste Mal zusammen.

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