Pannenflughafen BER

Mehdorn hätte den BER gern schon Ende 2014 am Netz

Möglicherweise könnte schon im kommenden Jahr der alte Flughafen Schönefeld komplett dichtmachen und der gesamte Betrieb an den BER verlagert werden. Finanziell könnte das eine große Entlastung sein.

Foto: Sven Hoppe / dpa

Bisweilen wirkt es, als sei der neue Eröffnungstermin für den Berliner Flughafen BER das Ergebnis eines Würfelspiels und nicht ausgefeilter Analysen. So kursiert nämlich bereits wieder ein neuer Termin. Die "Bild"-Zeitung meldet, dass Flughafenchef Hartmut Mehdorn den BER am liebsten schon Ende 2014 vollständig ans Netz bringen will.

Nun hatte Mehdorn seit seinem Amtsantritt Anfang des Jahres schon einige aufsehenerregende Pläne. Dazu gehörten der Weiterbetrieb von Tegel ebenso wie die vorzeitige Inbetriebnahme des Bahnhofs im Terminal des BER. Umgesetzt wurde davon bislang noch nicht allzu viel. Auch die Bekanntgabe des neuen Eröffnungstermins wurde mehr oder weniger unbemerkt vom Spätsommer in den Herbst verschoben. Und von einer Teileröffnung noch in diesem Jahr redet längst keiner mehr. Wenn es gut läuft, klappt sie im nächsten Frühjahr.

Ungelöste Probleme

Insofern sollte man sich keine zu großen Hoffnungen auf eine BER-Eröffnung noch in 2014 machen. Dagegen spricht nach wie vor die Brandschutzanlage. Sie war schon der Grund dafür, dass die für Juni 2012 geplante Eröffnung verschoben wurde. Seither wurde noch bekannt, dass auch das Internet am BER gegen eine Inbetriebnahme gesprochen hätte. Die Datenautobahn für sämtliche elektronischen Systeme wie Check-In und Gepäckabfertigung funktioniert bis heute nicht zuverlässig. Mehdorn reiste daher sogar persönlich zum Hersteller in die USA, um Druck zu machen. Bislang ohne Ergebnis.

Kommenden Freitag trifft sich der Aufsichtsrat zu seiner nächsten Sitzung. Sie wird zum letzten Mal von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) geleitet. Trotz anhaltender Spekulationen rechnet kaum einer mehr damit, dass bei dem Treffen bereits ein neuer Vorsitzender gewählt wird. Denn noch ist nicht einmal klar, wer an Platzecks Stelle für Brandenburg in das Kontrollgremium ziehen wird. Führungslos ist der Aufsichtsrat allerdings auch nach Platzecks Ausscheiden nicht. Bis ein Nachfolger feststeht, wird Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender die Sitzungen leiten.

Plötzlich hätte Berlin wieder drei Flughäfen zugleich

Ein wichtiges Thema bei der nächsten Sitzung wird die etwaige Teileröffnung sein. Die Fluglinie Germania und möglicherweise auch der Ferienflieger Condor haben Interesse, im März oder April vom Nordpier aus zu starten. Auf diese Weise könnte der BER schon mal im Kleinen getestet werden. Schwachstellen könnte man so noch vor der großen Eröffnung beseitigen.

Ob sich das finanziell rentiert, ist dagegen zweifelhaft. Berlin hätte dann nämlich plötzlich wieder drei Flughäfen. Daher ist eine bereits verworfene Idee wieder in den Vordergrund gerückt. So gibt es auch Überlegungen, den alten Flughafen Schönefeld im Laufe des kommenden Jahres komplett zu schließen und den gesamten Betrieb an den BER zu verlagern. Das wäre vor allem finanziell eine große Entlastung für die Flughafengesellschaft.

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