Warnstreik am BER

Flughafen BER: Streik hat begonnen - Die Reise-Alternativen

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Alexander Rothe
Flugausfall: In diesen Fällen gibt es Geld zurück

Flugausfall: In diesen Fällen gibt es Geld zurück

Wenn ein Flug ausfällt, haben Reisende oft einen Anspruch auf eine Erstattung. Doch nur unter bestimmten Bedingungen ist das der Fall.

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Aufgrund des Warnstreiks fallen am Mittwoch alle Flüge vom und zum Flughafen BER aus. Abreisende haben aber Ausweichmöglichkeiten.

Berlin. Am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) hat einer der folgenreichsten Warnstreiks der vergangenen Jahre begonnen. Das bestätigte ein Verdi-Sprecher am frühen Mittwochmorgen. Die Gewerkschaft rief die 6000 Beschäftigten der Flughafengesellschaft, der Bodenverkehrsdienste und der Luftsicherheit auf, bis 23.59 Uhr die Arbeit niederzulegen. Dadurch kann am Mittwoch kein Passagierverkehr am BER abgewickelt werden. Ursprünglich geplant waren 300 Starts und Landungen mit etwa 35.000 Passagieren.

Verdi fordert für die Beschäftigten der Flughafengesellschaft und der Bodenverkehrsdienste 500 Euro mehr Lohn pro Monat bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Die Arbeitgeberseite fordert in beiden Verhandlungen vor allem deutlich längere Vertragslaufzeiten.

Für Reisende, die an diesem Tag vom BER abfliegen wollten, bieten sich allerdings Alternativen an. Ein Überblick über die Möglichkeiten bei den drei größten Fluggesellschaften am BER.

Streik am BER: Das ist der Service von Ryanair

Die Fluggesellschaft Ryanair, die am Mittwoch 22 Abflüge am BER streichen muss, hat angekündigt, Kundinnen und Kunden per E-Mail, SMS oder Benachrichtigung in der Ryanair-App oder auf der Webseite über die Annullierung zu informieren. Gäste können einerseits über die Webseite eine vollständige Erstattung des Fluges beantragen. Das Geld werde laut Ryanair innerhalb von fünf Werktagen zurück überwiesen.

Andererseits kann ein gestrichener Flug kostenlos online umgebucht werden. Dabei werde zunächst geprüft, ob ein alternativer Flug auf der gleichen Strecke zum nächstmöglichen Zeitpunkt verfügbar ist. Falls dies am gleichen Tag wie der ursprüngliche Flug oder am darauffolgenden Tag nicht möglich ist, würden Optionen bei anderen deutschen Flughäfen geprüft. Letztlich kämen „alternative Beförderungsmöglichkeiten“ in Frage, wie Bahn oder Mietwagen. Bei selbstständiger Buchung können die Kosten beim Kundenservice von Ryanair abgerechnet werden.

Auch Easyjet bietet die volle Rückerstattung der Flugkosten sowie kostenlose Umbuchungen an. „Wenn keine Direktflüge verfügbar sind, können Sie auch nach Flügen zu oder von nahe gelegenen Flughäfen innerhalb desselben Landes oder nach indirekten Flügen im Streckennetz von Easyjet suchen“, heißt es auf der Webseite des Unternehmens. Zusätzlich können sich Kundinnen und Kunden der Billigairline einen Gutschein für den Gesamtwert des Flugtickets ausstellen lassen. Dieser gelte für 12 Monate ab Ausstellungsdatum.

Streik am BER: Lufthansa bietet kostenlose Bahnalternative

Wie die Lufthansa auf ihrer Webseite mitteilt, haben Kundinnen und Kunden, deren Flug annulliert wurde, die Möglichkeit, auf einen anderen Flug umgebucht zu werden. Dies erfolge kostenlos und in der Regel automatisch. Laut der Lufthansa-Sprecherin kommen dafür Verbindungen am Dienstag und am Donnerstag in Frage.

Weiterhin könnten Reisende, die einen Lufthansa Flug zwischen Berlin und Frankfurt oder zwischen Berlin und Basel beziehungsweise Salzburg gebucht haben, ihr Flugticket in ein kostenloses Bahnticket umwandeln. Dazu empfiehlt das Unternehmen, auf der Seite der Deutschen Bahn (DB) zu reservieren.

Per Bahn zu anderen Flughäfen: Deutsche Bahn geht nicht von Überlastung aus

Bahnstrecken zwischen Berlin und anderen deutschen Städten mit großen Flughäfen, wie Frankfurt am Main, München oder Hamburg, sind bislang kaum ausgelastet. „Aufgrund der Erfahrungen der letzten Streiks gehen wir davon aus, alle Reisenden problemlos an ihr Ziel befördern zu können“, erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Dieser Optimismus wird mit den hohen Kapazitäten auf stark frequentierten Strecken begründet. So sei beispielsweise im ICE 4, der von Berlin nach Hamburg, München und Nordrhein-Westfalen fährt, Platz für bis zu 900 Personen. „Das sind bis zu fünf Mal so viel wie in den Flugzeugen, die im innerdeutschen Verkehr typischerweise eingesetzt werden“, so der DB-Sprecher zur Veranschaulichung.