Flughafen BER

Was Reisende im Sommer am Flughafen BER erwartet

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So klappt die Flugreise trotz Chaos an Flughäfen

So klappt die Flugreise trotz Chaos an Flughäfen

Das Chaos an deutschen Flughäfen sorgt derzeit für Frust bei den Urlaubern. Mit diesen Tipps klappt die Flugreise trotzdem.

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Droht im Sommer das große Reisechaos? Auch am BER ist die Lage aufgrund von Personalmangel und hoher Nachfrage angespannt.

Schönefeld. Drei Millionen Passagiere in sechseinhalb Wochen Sommerferien – das will und muss der Flughafen BER in diesem Jahr bewältigen. Längst ist man damit noch nicht auf dem Vor-Corona-Niveau, 2019 waren es in den Sommerferien rund fünf Millionen Passagiere, die an den damaligen Airports Tegel und Schönefeld registriert wurden.

Und dennoch sind die Zahlen eine Herausforderung. Vor wenigen Tagen sorgten Berichte vom Chaos an Flughäfen in Düsseldorf und Köln für Aufsehen, wo sich zum dortigen Ferienstart lange Schlangen vor Check-in und Sicherheitskontrollen bildeten, dazu kamen verspätete oder kurzfristig gecancelte Flüge. „Wir setzen alles daran, um das zu vermeiden“, sagte BER-Chefin Aletta von Massenbach am Donnerstag. „Wir sind hier vorbereitet und haben viel unternommen.“

Flughafen BER erwartet 80.000 Passagiere am ersten Freitag in den Ferien

Erster Spitzentag wird am Flughafen BER der kommende Freitag. 80.000 Passagiere werden an diesem Tag erwartet, es wäre ein neuer Höchstwert für den Airport. Am bisherigen Spitzentag, dem Freitag vor Pfingsten, reisten 77.000 Menschen über den BER. Das gibt zugleich Anlass für Optimismus. „Die Steigerung ist nicht so groß“, sagte von Massenbach. Im Durchschnitt seien im Juni 66.000 Passagiere am Tag registriert worden.

Ein Unterschied, der für die Sommerferien prognostiziert wird: Verkehrsärmere Tage gebe es dann nicht mehr, sagte die Flughafen-Chefin. Stattdessen würden sich Werte von mehr als 70.000 Reisenden am Tag durch die Sommerferien ziehen, 500 bis 550 Flugbewegungen werden es im Schnitt sein. Besonders gefragte Reiseländer sind die Türkei, Spanien, Großbritannien, Griechenland und Italien.

Aktuell, sagte von Massenbach, seien die Abläufe am BER relativ stabil, wenngleich es eine „hohe Verspätungsrate“ gebe, die aus dem Luftverkehrssystem heraus zustande komme. Von Massenbach sprach von „Unregelmäßigkeiten weltweit“, die derzeit bei Flugreisen vorkämen, und entsprechend auch Unregelmäßigkeiten bei Abflügen und Ankünften am BER zur Folge haben können.

Zwar habe sich die Branche auf eine Dynamik im Sommer vorbereitet, auf zunehmende Buchungen. Die Branche habe jedoch nicht damit gerechnet, dass der Anstieg an Reisenden zusammentrifft mit einem Anstieg der Infektionszahlen, sagte sie. Die Sieben-Tage-Inzidenz für Berlin lag am Donnerstag bei 423,2, in Brandenburg bei rund 429, bundesweit sogar bei 668,6. Das geht auch am Flughafen BER und den Airlines nicht spurlos vorbei. „Wir haben immer noch sehr, sehr hohe Krankheitsraten, die das Ganze nicht so einfach machen“, sagte von Massenbach.

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Self-Service-Automaten sollen Prozesse beim Check-in beschleunigen

Um Prozesse möglichst zu beschleunigen, spielt deshalb auch die Automatisierung am Flughafen eine Rolle. Das Angebot zum Online-Check-in sei bei den Airlines inzwischen fast schon wie vor der Pandemie, berichtete die Flughafen-Chefin. Zwischenzeitlich war wegen der Überprüfung von Corona-Tests oder Impfzertifikaten oft nur ein Check-in am Schalter möglich. Zugleich hat die Flughafengesellschaft zahlreiche neue Self-Service-Automaten aufgestellt, die für den Check-in und die Gepäckaufgabe genutzt werden können. Insgesamt 99 gibt es im Terminal 1, weitere 19 im Terminal 2. Mitarbeitende des Flughafens sollen während der Stoßzeiten Reisende bei der Bedienung der Automaten unterstützen.

Wer am Reisetag Zeit sparen will, kann bei mehreren Airlines außerdem die Möglichkeit des Gepäckaufgabe am Vorabend nutzen. Lufthansa und Eurowings – dort wird eine Gebühr von fünf Euro fällig – bieten die Option schon länger, an diesem Freitag kommt außerdem Easyjet hinzu. Dort richtet sich das Angebot an Reisende, die am nächsten Morgen vor 9.30 Uhr abfliegen. Gepäck können sie kostenlos am bereits Vorabend zwischen 18 und 21 Uhr abgeben. Man erwarte, dass der Service vor allem bei Familien beliebt sein werde, erklärte Stephan Erler, Country Manager Deutschland von Easyjet, in einer Mitteilung.

Acht Fahrsteige gehen bis zum Ferienstart in Betrieb

BER-Chefin von Massenbach äußerte sich zuversichtlich, mit diesen Punkten wesentliche Erleichterungen und Beschleunigungen für Reisende zu erreichen. Vor den Sicherheitskontrollen – dem nächsten Nadelöhr – gibt es nun noch einmal Extra-Vorbereitungstische, an denen Fluggäste bei Bedarf ihr Handgepäck noch einmal umpacken können, ohne in den Warteschlangen für Staus zu sorgen. Grundsätzlich bitte man Reisende, möglichst viel in das Gepäckstück zu packen, was aufgegeben wird, sagte von Massenbach. Als Orientierung wird Passagieren empfohlen, zweieinhalb Stunden vor Abflug am BER zu sein. Sicherheitskontrollen und Check-in-Automaten sollen auch bei frühen Flügen spätestens um 4 Uhr, teilweise schon früher, öffnen.

Eine gute Nachricht gibt es noch mit Blick auf die Fußwege zum Gate: Pünktlich zum Ferienstart sollen zumindest acht der 17 defekten Laufbänder im Flughafen wieder funktionieren. An diesem Donnerstag, berichtete von Massenbach, würden die ersten in Betrieb werden, vier weitere folgen in der kommenden Woche.