Öffentliche Anhörung

Flughafen BER: Baufirmen können alle Termine einhalten

ROM wird die Kabelsanierung im März abschließen, Zechbau das Terminal 2 rechtzeitig fertighaben, versichern die Geschäftsführer.

Fast fertig: Der Flughafen BER in Schönefeld

Fast fertig: Der Flughafen BER in Schönefeld

Foto: Stefan Kruse / dpa

Schönefeld. Die wichtigsten Worte des Nachmittags sprachen die Bau-Manager. Der normalerweise vertraulich tagende Beteiligungsausschuss des Abgeordnetenhauses hatte am Donnerstag einmal mehr zur öffentlichen Anhörung zum BER eingeladen. Es sollte geklärt werden, ob es wirklich etwas wird mit der Eröffnung des neuen Flughafens in diesem Herbst.

Um sich nicht allen auf die wie immer optimistischen Aussagen des Flughafenchefs Engelbert Lütke Daldrup verlassen zu müssen, waren auch die Chefs der entscheidenden Baufirmen geladen. Und die bestätigten die zuversichtliche Einschätzung des Flughafenchefs: „Im März werden wir die Baufertigstellung anzeigen“, sagte Burkhard Schmidt von der Firma ROM. Seine Mitarbeiter sind seit Monaten damit beschäftigt, die Kabelstränge im Hauptterminal zu sanieren, die Leitungen zu sortieren und richtig zu bezeichnen. Dieses Gewerk gilt als das letzte wirklich kritische Thema. Sollte ROM tatsächlich noch im März fertig werden, kann Lütke Daldrup sein Ziel erreichen, im April dem Bauamt die Baufertigstellung des BER zu melden.

Eine weitere frohe Botschaft konnte der Flughafenchef verkünden. Das Problem der nicht zugelassenen Dübel ist gelöst. Am Donnerstag sei die Sondergenehmigung für die letzte der verwendeten Dübelarten eingetroffen, sagte Lütke Daldrup. „Damit ist der Genehmigungsprozess abgeschlossen.“

Auch die falschen Dübel sind inzwischen zugelassen

Die Frage der Zulassung hatte lange als eine Hürde für die BER-Eröffnung gegolten. Denn im Hauptterminal waren Dübel verwendet worden, die zwar tauglich sind, aber eben nicht offiziell zugelassen waren. Das hat sich nun geändert, weswegen auch viele bisher gemeldeten Mängel an den Kabelkanälen automatisch verschwunden sind.

Auch die Erweiterung des BER wird wohl rechtzeitig zur Eröffnung fertig sein. „Wir halten die Termine, die vertraglich vereinbart sind“, versicherte Klaus Brix von Zechbau. Das Unternehmen errichtet seit dem Herbst 2018 im Innenbereich des BER-Geländes das Zusatzterminal T2, mit dem die Abfertigungskapazität des Hauptstadtflughafens um sechs Millionen Passagiere jährlich steigen soll. Geplant ist, den Neubau zeitgleich mit dem Hauptterminal am 8. November in Betrieb zu nehmen.

Ob diese zusätzlichen Kapazitäten ab dem Herbst überhaupt sofort benötigt werden, ist angesichts der Corona-Krise unsicherer denn je. Im Februar war die Zahl der Berlin-Passagiere schon um zehn Prozent eingebrochen. Im März haben viele Fluggesellschaften Flüge gestrichen. Lütke Daldrup wollte nichts über die Größenordnung der Verluste oder den wirtschaftlichen Folgen der Ausfälle sagen. Inoffiziell hieß es aber, man könne mit einem Rückgang der Passagierzahlen um die Hälfte rechnen.