Neuer Flughafen

Kommunen am BER fordern Mittel für Infrastruktur

Die Gemeinden fürchten durch die Verkehrszunahme rund um den BER den Kollaps und fordern Gegenmaßnahmen.

Der Verkehr auf der A100 wird durch den BER zunehmen.

Der Verkehr auf der A100 wird durch den BER zunehmen.

Foto: Paul Zinken / dpa

Schönefeld. Knapp ein Jahr vor der geplanten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld fordern die Umlandgemeinden mehr Unterstützung von Bund und Ländern. Bis 2030 werde in der Region am südöstlichen Berliner Stadtrand mit 85.000 zusätzlichen Beschäftigten und 40.000 neuen Einwohnern gerechnet, teilte das Dialogforum Airport Berlin Brandenburg am Montag mit. „Im kommenden Jahrzehnt müssen neue Kindergärten, Schulen, Sport-, Freizeit- und Kultureinrichtungen, aber auch Feuerwehrhäuser und Radwege gebaut werden. Das können die Umlandkommunen nicht ohne Unterstützung des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg leisten.“ Notwendig sei deshalb ein „Umland- und Ausgleichsfonds“, fordern die Gemeinden.

Im Dialogforum tauschen sich die Flughafengesellschaft, die Länder, Umlandgemeinden und Berliner Bezirke aus. Nach einer Sitzung am Montag wies das Forum darauf hin, dass ab Herbst 2020 in Schönefeld rund dreimal so viele Passagiere abgefertigt werden wie bisher. „Damit es in der Flughafenregion zu keinem Verkehrskollaps kommt, muss jetzt gehandelt werden“, hieß es. Mehr Passagiere und Beschäftigte müssten mit Bussen und Bahnen anreisen. Für die Mitarbeiter am Flughafen seien auch neue Radrouten und Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen notwendig. Außerdem müssten die Länder und der Bund als Eigentümer des Flughafens mehr für Klima- und Emissionsschutz rund um den Flughafen tun.

Vor einer Woche hatte auch Jan Eder, der Hauptgeschäftsführer der Berliner Industrie- und Handelskammer, in Bezug auf die Verkehrsplanung gefordert: „Man muss heute anfangen, hier richtig was zu tun, und man muss über Landesgrenzen hinweg denken.“ Eine Studie im Auftrag der Kammer hatte ergeben, dass der BER momentan zwar gut angebunden ist, die Verkehrsströme aber bis 2040 stark wachsen werden. Der öffentliche Personennahverkehr müsse konsequent ausgebaut und die Straßenanbindung über die Tangentialverbindung Ost oder den 17. Bauabschnitt der A100 von Treptower Park bis Storkower Straße angegangen werden.