Flughafen BER

BER-Passagiere sollen häufiger an Automaten einchecken

Passagiere am künftigen Hauptstadtflughafen BER sollen an Automaten einchecken und ihr Gepäck aufgeben können.

Leere Check-In-Schalter und Check-In-Automaten der Lufthansa.

Leere Check-In-Schalter und Check-In-Automaten der Lufthansa.

Foto: dpa

Schönefeld. Im Terminal des künftigen Hauptstadtflughafens BER sollen bisher ungenutzte Check-In-Schalter umgerüstet werden. Damit mehr Passagiere selbst einchecken können, will die Flughafengesellschaft mindestens 105 sogenannte Self-Service-Kioske kaufen.

Dort können sich Passagiere selbst ihre Bordkarten ziehen. Außerdem sollen mindestens 50 Automaten gekauft werden, an denen Fluggäste ihr Gepäck selbst aufgeben können. Das geht aus einer europaweiten Ausschreibung hervor.

"Die Geräte sind für Terminal 1 und 2 gedacht", sagte eine Flughafensprecher. Im Terminal 1 stehen seit der geplatzten Eröffnung vor acht Jahren 118 Check-In-Schalter ungenutzt herum. "Sie müssen aber nicht ausgebaut werden, die neuen Module werden aufgebaut", versicherte der Sprecher. Die Technik sei "retrofit". Die Schalter ließen sich dann sowohl mit als auch ohne Personal betreiben. Terminal 2 befindet sich noch im Bau. Es soll möglichst zur geplanten Eröffnung des Flughafens im Oktober 2020 fertig sein.

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Am Flughafen BER könnte es bis zu 306 Self-Service-Kioske geben

Die Ausschreibung lässt Spielraum für noch mehr Automaten. Demnach könnte es am BER bis zu 306 Self-Service-Kioske und bis zu 95 Geräte für Gepäck geben.

Damit würden der Flughafen den Check-in im großen Stil in die Hände der Passagiere legen. An den bestehenden Berliner Flughäfen gibt es bislang 35 Self-Service-Kioske und 17 Gepäckautomaten, die von Easyjet genutzt werden. Außerdem haben die Lufthansa und Air France/KLM Automaten in Tegel.

Die Ausschreibung zeigt, dass der BER in die Jahre gekommen ist, bevor er überhaupt eröffnen konnte. Konzipiert im vorigen Jahrzehnt dominieren edle, holzvertäfelte Schalter die Haupthalle. Auch damit die Warteschlangen davor nicht zu lang werden, gibt es die neuen Möglichkeiten für Passagiere, sich und ihr Gepäck selbst einzuchecken.

Denn die Passagierzahlen in Berlin haben sich seit BER-Baubeginn 2006 nahezu verdoppelt. Erst kürzlich warnte der frühere Betriebsleiter Elmar Kleinert vor Staus im Terminal, das er für zu eng hält. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hält solchen Bedenken entgegen, dass an den von Billigfliegern dominierten Berliner Flughäfen nur noch ein Drittel der Passagiere Gepäck aufgebe. Die übrigen kämen nur mit Handgepäck.

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