Übergangslösung

Neues Regierungsterminal am BER steht kurz vor der Übergabe

Das neue Regierungsterminal am Flughafen Berlin-Schönefeld soll noch diese Woche an den Bund übergeben werden.

Ein Bauarbeiter auf der BER-Baustelle (Archivbild)

Ein Bauarbeiter auf der BER-Baustelle (Archivbild)

Foto: Patrick Pleul / dpa

Schönefeld. Besenreine Räume und leere Abfertigungshallen mit Blick auf den zukünftigen Hauptstadtflughafen: Anders als vom Bau des BER gewohnt, ist das neue Regierungsterminal am Flughafen Berlin-Schönefeld fertiggestellt worden und soll noch diese Woche an den Bund übergeben werden, erklärte die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB). Das rund 105 Meter lange und 22 Meter breite Gebäude gegenüber dem zukünftigen Flughafen BER sei bezugsfertig, verkündete Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Dienstag vor Journalisten.

Zumindest ist das Terminal fast fertig: Drei Abfertigungshallen, ein Pressekonferenzraum und Büros von Auswärtigem Amt, Verteidigungsministerium und Kanzleramt könnten bald bezogen werden, hieß es. Letzte Arbeiten an der Elektrik würden noch erledigt. Auf dem sieben Hektar großen Vorfeld der Landebahn läge man mit den Betonarbeiten in den letzten Zügen. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

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Mehrere hundert Gäste könnten dann in den drei Hallen abgefertigt werden. Auf dem Flugfeld haben fünf große Maschinen Platz. Insgesamt bietet das Gebäude über zwei Stockwerke 2200 Quadratmeter Nutzfläche. Doch bis Check-In-Schalter und Rollbänder in Betrieb gehen, wird es dauern.

Der Bund will das Regierungsterminal erst mit Fertigstellung des Hauptstadtflughafens BER in Betrieb nehmen - nach derzeitigem Plan im Oktober 2020. Und dann auch nur als Übergangslösung. Ab 2025 sollen Flüge von Bundesregierung und Staatsgästen über das endgültige Regierungsterminal am BER abgefertigt werden.

Erst ab Inbetriebnahme muss der Bund an die FBB Miete zahlen. Das verschafft der Flughafengesellschaft beim Bau des endgültigen Regierungsterminals einen wertvollen Zeitpuffer. Denn nach den getroffenen Regelungen werden fünfeinhalb Jahre Mietzeit des vorübergehenden Terminals garantiert – und auch die Mietzahlungen des Bundes. Sollte danach, also voraussichtlich 2025, das neue Terminal für Staatsgäste und Regierung nicht fertig sein, muss der Bund auch nicht mehr zahlen und darf den rechteckigen Bau kostenlos weiter nutzen.

Neues Gebäude kostet rund 30 Millionen Euro

Wie hoch die entfallenen Mietkosten in dem Fall sein würden, wollte Flughafenchef Lütke Daldrup nicht sagen. Man nehme eine kostendeckende Miete und sei an die normalen Marktwerte gebunden, hieß es.

Bis der fertiggestellte Bau mit Öffnung des BER in Betrieb geht, sollen Flüge von Bundesregierung und Staatsgästen über das sehr viel kleinere Terminal am Flughafen Tegel-Nord abgefertigt werden. „Das Interimsgebäude konnte in 20 Monaten errichtet werden“, sagte Lütke Daldrup. Zeit- und Kostenrahmen seien eingehalten worden. Der Bau diene als Vorbild für das BER-Terminal 2, an dem derzeit gebaut werde.

Insgesamt kostete das neue Gebäude die Flughafengesellschaft rund 30 Millionen Euro. 13 Millionen hatte der Bund wegen besonderen Sicherheitsanforderungen beigesteuert. Dazu zählten zum Beispiel schusssichere Fenster. Mehr wurde aus Sicherheitsgründen nicht verraten.

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