Verkehrsminister

Andreas Scheuer: "BER löst nur noch Belustigung aus"

Der neue Bundesverkehrsminister hat unangekündigt die Baustelle des Flughafens BER besucht.

 Andreas Scheuer (CSU), Bundesverkehrsminister

Andreas Scheuer (CSU), Bundesverkehrsminister

Foto: Christophe Gateau / dpa

Berlin/Schönefeld. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat unangekündigt die Baustelle des Hauptstadtflughafens BER besucht und entschieden darauf gepocht, dass die Terminplanung zur Fertigstellung des Flughafens eingehalten wird. Zur Begründung seines kurzfristigen Besuchs hatte Scheuer gegenüber der "Bild"-Zeitung gesagt: "Ich wollte bewusst keine Baustelle sehen, die für den Minister durch lange Vorankündigungen auf Hochglanz gebracht wird, sondern eine im alltäglichen Normalmodus." Der Eröffnungstermin müsse unbedingt eingehalten und das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden, so Scheuer.

"Ich freue mich, dass der neue Verkehrsminister sich so kurzfristig Zeit genommen hat, um erstmalig den BER zu besichtigen", sagte BER-Chef Lütke Daldrup gegenüber der Morgenpost. Es sei wichtig für den Erfolg des BER, dass "auch die Bundesregierung, als dritter Gesellschafter, die Flufhafengesellschaft mit Nachdruck dabei unterstützt, den BER im Oktober 2020 zu eröffnen".

100 ungenutzte Monitore am BER entsorgt

Scheuer macht sich laut "Bild" Sorgen um das Image des BER. Der BER löse in Deutschland und international "nur noch Belustigung" aus. Dazu sagte er: "Ich akzeptiere es nicht, wenn die Welt über diese Baustelle lacht." Der Flughafen BER soll nach zahlreichen Pannen und Verzögerungen im Oktober 2020 eröffnen – mit dann neun Jahren Verspätung. Baumängel, Planungsfehler und Technikprobleme ließen zahlreiche Eröffnungstermine platzen. Der Bund hält 26 Prozent an der Betreibergesellschaft, je 37 Prozent die Länder Berlin und Brandenburg.

Die Liste der für den Steuerzahler teuren Kuriositäten am neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg setzt sich jedoch weiter fort. Wieder mussten bis zu 100 Monitore und Tastaturen ausgetauscht werden, ohne dass sie jemals im regulären Betrieb eingesetzt werden konnten. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage der AfD-Abgeordneten Kristin Brinker hervor.

Demnach wurden 2018 "aus Gründen der technischen Überalterung" in den BER-Leitstellen 47 sogenannte Kommunikationsbedieneinheiten zur Steuerung des Vermittlungs- und Ansagesystems sowie der Displaywände ausgetauscht. Sie mussten ausgewechselt werden, "da der Hersteller keinen Service mehr anbietet", heißt es in der Antwort. Deshalb seien sie auch nirgendwo sonst einsetzbar. Die Kosten beziffert der Senat auf rund 404.500 Euro.

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