Senatsangaben

Weiterer Ausbau des BER verschlingt drei Milliarden Euro

Die Summe für den Flughafen BER wird laut Senat bis 2030 benötigt. Nicht eingerechnet sind Kosten durch die Verschiebung der Eröffnung.

Blick auf das Terminal des Flughafens Berlin Brandenburg (BER)

Blick auf das Terminal des Flughafens Berlin Brandenburg (BER)

Foto: dpa

Berlin. Der weitere Ausbau des neuen Hauptstadtflughafens wird nach Senatsangaben bis 2030 knapp drei Milliarden Euro kosten. Das sagte Finanzstaatssekretärin Margaretha Sudhof (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus: „Unabhängig davon werden zusätzliche Kosten durch die Verschiebung der Eröffnung entstehen.“ Sudhof, die für den Senat im Flughafen-Aufsichtsrat sitzt, nannte Betriebskosten für die Baustelle und fehlende Einnahmen aus Ladenvermietung sowie Landegebühren. Diese sollen am BER höher liegen als bisher in Tegel und Schönefeld.

Diese Kosten, die bis zur geplanten BER-Eröffnung im Oktober 2020 anfallen, belaufen sich auf bis zu einer Milliarde Euro. Der Ausbau der Kapazität von angestrebten 33 Millionen Passagieren zur Eröffnung auf bis zu 55 Millionen Passagiere pro Jahr bis 2035 käme hinzu.

Die knapp drei Milliarden Euro für den Ausbau, genau sind es 2,8, sind jedoch erheblich mehr als bisher kommuniziert worden war. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hatte stets von 2,3 Milliarden Euro gesprochen und zugesagt, dass der Flughafen dieses Geld selbst aufbringen werde. Sudhof versicherte, der Flughafen werde im Betrieb sehr profitabel sein. Die Flughafengesellschaft erwartet, ab 2021 mit dem BER 180 Millionen Euro jährlich für eigene Investitionen erwirtschaften zu können.

Bislang sind für den seit Jahren verzögerten Bau einschließlich erster Erweiterungen 6,5 Milliarden Euro veranschlagt, wovon die Flughafengesellschaft den Löwenanteil durch staatlich verbürgte Kredite selber finanziert.

Liquiditätssorgen hat der BER in absehbarer Zeit nicht. Im Moment habe die Flughafengesellschaft noch Geld zur Verfügung, sagte Sudhof. Noch nicht abgerufen seien ein Gesellschafterdarlehen in dreistelliger Millionenhöhe sowie ein Bankdarlehen von mehr als einer Milliarde Euro.

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