Berliner Großflughafen

Prämien für rasche BER-Fertigstellung ausgelobt

„Beschleunigungsprämien“ sollen ein zusätzlicher Anreiz sein, den BER noch Anfang 2017 fertigzustellen.

Der Willy-Brandt-Platz vor dem Terminal des neuen Flughafens BER - der noch immer nicht in Betrieb ist

Der Willy-Brandt-Platz vor dem Terminal des neuen Flughafens BER - der noch immer nicht in Betrieb ist

Foto: dpa Picture-Alliance / Patrick Pleul / picture alliance / ZB

Für eine rasche Fertigstellung des neuen Hauptstadtflughafens BER hat die Flughafengesellschaft den Baufirmen Prämien zugesagt. „Wir zahlen Beschleunigungsprämien“, sagte ein Flughafensprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Das sei in der Baubranche ein völlig gewöhnliches Vorgehen und vergaberechtlich unbedenklich. Zuerst hatte die „Bild am Sonntag“ berichtet.

Demnach hat der Vorstand „Millionen-Boni“ für den Fall angeboten, dass die Restarbeiten an dem Großflughafen Anfang 2017 abgeschlossen sind, der Flughafen also noch im kommenden Jahr eröffnet werden könnte. Zur Höhe der Boni und den Details der Vereinbarung wollte sich der Flughafensprecher nicht äußern.

Eine Eröffnung noch 2017 ist fraglich

Zuletzt hatten Beobachter und Beteiligte mit einer weiteren Verschiebung der Flughafeneröffnung gerechnet. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Martin Burkert (SPD), hatte im Oktober die Baustelle besichtigt und die geplante Eröffnung Ende 2017 danach nicht mehr für möglich gehalten.

FDP bringt Tegel-Gesetz in Abgeordnetenhaus ein

Unterdessen kämpft die Berliner FDP weiter für die Offennhaltung des Flughafens Tegel. Bei der zweiten Sitzung des neuen Berliner Abgeordnetenhauses am kommenden Donnerstag bringen die Liberalen ein Gesetz ins Parlament ein, das ein Offenhalten des Airports auch nach der BER-Eröffnung zum Ziel hat. Schon jetzt sei klar, dass die geplante Kapazität des neuen Hauptstadtflughafens von 22 bis 27 Millionen Fluggästen im Jahr nicht ausreiche, heißt es in der Gesetzesbegründung. Daher werde Tegel vorerst weiter gebraucht.

Der Erhalt des Flughafens Tegel war der Wahlkampfschlager der FDP. Die neue rot-rot-grüne Koalition lehnt das Ansinnen ebenso wie die alte rot-schwarze ab. Daher versuchen die Liberalen auch auf außerparlamentarischem Wege, ihr Ziel zu erreichen. Am Montag starten sie die zweite Phase eines Volksbegehrens.

Im Frühjahr hatte die FDP mit der Initiative „Berlin braucht Tegel“ 23 562 gültige Unterschriften für den Start eines Volksbegehrens eingereicht. Da sich das Abgeordnetenhaus anschließend nicht mit den eingereichten Forderungen befasste, geht es nun weiter: In der nächsten Stufe müssten rund 174 000 Berliner unterschreiben.