Flughafen

Krisengipfel soll Eröffnung des BER noch retten

Genehmigungsprobleme: Ein kurzfristiger Krisengipfel soll endlich die Brandschutzprobleme am Großflughafen BER in Schönefeld lösen.

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld in der Halle des Großflughafens BER

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld in der Halle des Großflughafens BER

Foto: Patrick Pleul / dpa

Schönefeld. Um die Brandschutzprobleme am Großflughafen BER in Schönefeld zu lösen, soll es kurzfristig einen Krisengipfel geben. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft ist, will so Bewegung in den stockenden Prozess um den Brandschutz bringen. An dem Gespräch sollen neben den Anteilseignern des Flughafens, Berlin, Brandenburg und dem Bund, auch Vertreter der Bahn und des Eisenbahnbundesamtes (EBA) teilnehmen. Bahnchef Rüdiger Grube hatte einen solchen Gipfel erst kürzlich gefordert.

Rauchverwirbelungen im unterirdischen Bahnhof

Anlass sind die neuerlichen Genehmigungsprobleme am neuen Hauptstadtflughafen. Die Eröffnung des BER in der zweiten Jahreshälfte 2017 ist gefährdet, weil Auflagen zum Brandschutz bisher nicht erfüllt sind. Dabei geht es um Probleme mit dem unterirdischen Bahnhof.

Folgendes Brandszenario ist bisher ungeklärt: Was passiert, wenn fünf Züge gleichzeitig mit über 100 Stundenkilometer durch den unterirdischen Bahnhof fahren? Wenn es im oberen Bereich des Flughafen brennt, könnte durch die Sogwirkung der Züge Rauch auf die Bahnsteige gelangen. Dadurch könnten Menschen in Gefahr geraten.

Müller will Szenario ändern

Müller hält dieses Szenario, dass auf allen Gleisen Züge mit Höchstgeschwindigkeit den Bahnhof passieren, allerdings für unrealistisch. Er will darauf drängen, die Annahme auf weniger Züge mit geringer Geschwindigkeit zu verändern. Das erscheint ihm deutlich realistischer. Dadurch würde die Sogwirkung geringer, der Brandschutz möglicherweise erleichtert. Ein Gespräch mit dem verantwortlichen Eisenbahnbundesamt und Vertretern der Bahn soll für Klarheit sorgen.

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld, der weiterhin an dem Eröffnungstermin Ende 2017 festhalten will, hatte erst kürzlich darauf verwiesen, dass bei einer Genehmigung der neuerlichen Brandschutzvorkehrungen im August der Termin 2017 noch zu halten sei. Bisher war man von einer Genehmigung bis Juni ausgegangen. Ein Sprecher der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg wollte das Krisengespräch noch nicht bestätigen. Lars Wagner sagte: „Wir sind permanent mit allen Verantwortlichen im Austausch.“