Hauptstadtflughafen

Konkreter Start-Termin für BER frühestens im April

Der Streit um das Regierungsterminal ist beigelegt. Aber die wichtigste Frage am BER bleibt weiter offen.

Der Streit mit dem Bund klang offenbar wieder einmal größer als er am Ende war. Schließlich hatte der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eigens eine Sondersitzung des Aufsichtsrates der Flughafengesellschaft berlin-Brandenburg gefordert.

Denn BER-Chef Karsten Mühlenfeld hatte eigenmächtig einen Mietvertrag für ein Gelände gekündigt, auf dem der Bund sein Regierungsterminal errichten möchte. Er braucht den Platz, um mehr Passagiere am alten Schönefelder Terminal abfertigen zu können, um die Kapazitäten des BER zu erhöhen.

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Der Minister hatte dann noch per Interview nachgelegt und von Mühlenfeld Klarheit über die Eröffnung des Berliner Airports gefordert. Die gab es nicht, nur die Hoffnung des Flughafen-Chefs, 2017 noch zu schaffen.

Regierungsflughafen soll fünf Jahre nach BER fertig sein

Am Ende vermittelte der Aufsichtsratschef Michael Müller vor der Presse Harmonie. Der Wunsch des Bundes nach der Sondersitzung sei „legitim und nachvollziehbar“. Es bleibe dabei, dass der Regierungsflughafen fünf Jahre nach dem BER fertig sein solle, sagte Müller.

Es sei aber dafür eine Interimslösung notwendig. Flughafenchef Mühlenfeld hat nun bis zum nächsten Treffen des Kontrollgremiums am 22. April Zeit, fünf Varianten für den Bau des Regierungsterminals auszuarbeiten und vorzuschlagen. Dazu könnte gehören, mehr Fluggäste per Bus zu den Jets zu transportieren oder vorübergehend zusätzliche Vorfeld-Fläche zu asphaltieren. Denn der Bundesbau würde einen Teil des bisher benötigten Vorfeldes belegen.

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Eine Variante schloss der Regierende Bürgermeister jedoch kategorisch aus: Dass die Regierungsjets länger als bis zur BER-Eröffnung in Tegel abfliegen könnten. „Ich glaube nicht, dass darüber noch irgendjemand diskutieren möchte“, sagte Müller.

Mühlenfeld: „Ich stehe weiter zum Termin Ende 2017“

Den kleineren Teil der Sitzung widmeten sich die Kontrolleure auch der eigentlichen Frage des Eröffnungstermins. Nachdem das Bauordnungsamt weitere Nachbesserungen an den Plänen für die Brandschutzanlage gefordert hat, drohen weitere Verzögerungen. Mühlenfeld jedoch zeigte sich optimistisch, doch noch im Herbst 2017 eröffnen zu können. „Ich stehe weiter zum Termin Ende 2017“, sagte der frühere Rolls Royce-Manager. Durch die Forderungen des Bauamtes werde es „schwieriger, aber es ist noch im Zeitplan umzusetzen“.

Wobei er im nächsten Satz einräumte, dass er das noch nicht genau wissen könne. Denn erst wenn über die 13 bisher noch nicht einvernehmlich mit der Baubehörde vereinbarten Brandschutzszenarien Einigkeit erzielt worden sei, könne man das Bausoll wissen und darauf aufbauend einen Zeitplan machen. Das soll nach der Hoffnung Mühlenfelds bis zum 22. April erfolgen.

Insgesamt gibt es 188 verschiedenen Varianten von Brandausbrüchen, die die Planer berücksichtigen müssen. Drei davon sind laut Mühlefeld besonders komplex, weil sie auch Änderungen am unterirdischen Bahnhof nötig machten. Deshalb müssten sich darüber nicht nur der Flughafen und das Bauordnungsamt sondern auch die Bahn AG und das Eisenbahnbundesamt verständigen.

Zeitplan erst nach Genehmigung der Brandschutzanlage

Mühlenfeld versicherte, mit der Entscheidung über den genauen Eröffnungstermin noch Zeit zu haben. Die Fluggesellschaften hätten signalisiert, dass ihnen eine klare Aussage ein Jahr vor dem Flugplanwechsel im Herbst 2017 ausreichen würde. Das bedeutet, man hat für die genaue Terminangabe noch bis Oktober diesen Jahres Zeit. Vorher werde man aber schon in der Lage sein zu klären, ob der Herbst 2017 überhaupt erreichbar sei oder ob der BER doch erst 2018 starten könne. Der Zeitplan könne erst aufgestellt werden, wenn der 5. Nachtrag zur Baugenehmigung, also der Umbau der Brandschutzanlage, genehmigt sei.

Mühlenfeld sagte, man werde schrittweise zum BER umziehen. Zunächst werde man eine Maschine vom alten Schönefelder Terminal SXF verlegen und so testen, ob die system funktionierten. Dann werde eine erste Tranche aus Tegel folgen. Zwei Wochen soll der neue Flughafen dann unter halber Last gefahren werden, ehe die zweite Tranche aus Tegel hinzukommt. Ein solches Vorgehen sei notwendig, weil der BER ja schon zum Start fast ausgelastet sei mit den mehr als 21 Millionen Passagieren pro Jahr, die bisher in Tegel abgefertigt werden.

Bleibt die Frage, warum angesichts dieser Ergebnisse eine Sondersitzung des Aufsichtsrates nötig war. Der Regierende Bürgermeister Müller räumte ein, dass man sich „darüber wundern“ könne. Aber es sei umso wichtiger, in einer solchen Sitzung zu klären, ob es Differenzen zwischen den Gesellschaftern gebe.