Flughafen

Baustopp am BER soll teilweise aufgehoben werden

Wegen zu schwerer Lüfter wurde am Hauptterminal des BER ein Baustopp verhängt. Doch offenbar wiegen nicht alle Ventilatoren deutlich zu viel.

Am BER soll weitergebaut werden

Am BER soll weitergebaut werden

Foto: Patrick Pleul / dpa

Große Bereiche im BER-Terminal könnten in den kommenden Tagen wieder freigegeben werden. Davon gehe die Flughafengesellschaft FBB aus, wie Stadtentwicklungssenator-Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus sagte. Lütke-Daldrup ist Mitglied des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft, der Vorsitzende des Kontrollgremiums, der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), nahm an der Plenarsitzung wegen der Ministerpräsidentenkonferenz nicht Teil.

Von den 15 Lüftern, die im Terminal zur Sicherung gegen Rauchgas eingebaut wurden, hätten zehn ein Gewicht von jeweils 2300 Kilogramm, so der Staatssekretär auf Anfrage der SPD-Fraktion. Das sei eine lediglich geringe Überschreitung des in den statischen Berechnungen angenommenen Gewicht von 2000 Kilogramm. Fünf Lüfter weisen hingegen, wie bereits berichtet, ein Gewicht von mehr als vier Tonnen auf. Die Bühnen, auf denen diese montiert sind, seien statisch unterdimensioniert, schilderte Lütke Daldrup. Die Dachstatik sei von der FBB bereits nachberechnet worden. Diese werde derzeit von einem Statikbüro geprüft, Ergebnisse würden möglicherweise noch am Donnerstag vorgelegt.

Auswirkungen Eröffnungstermin unklar

Die Flughafengesellschaft erwarte, dass die Bereiche rund um die zehn leichteren Lüfter in den kommenden Tagen von der Bauaufsicht freigegeben werden können. Bei den fünf erheblich zu schweren Lüfter könne die Freigabe bis zu vier Wochen dauern, räumte Lütke Daldrup ein. Ob das Auswirkungen auf den für Herbst 2017 geplanten Eröffnungstermin hat, lasse sich derzeit nicht abschätzen. Das Zeitfenster zwischen vorgesehener baulicher Fertigstellung im Sommer 2016 und geplanter Eröffnung von zwölf und mehr Monaten erscheine ihm aber "auskömmlich". Der Staatssekretär betonte, bei dem nun aufgetauchten Statikproblem handele es sich "im Kern" um eine Altlast aus dem Jahr 2012. eine Einsturzgefahr des Terminaldachs bestehe indes nicht.

Die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft müsse am Freitag in der nächsten Aufsichtsratssitzung ausführlich zu diesen Sachverhalten Stellung nehmen, so das Mitglied des Kontrollgremiums. Alle erkennbaren und erkannten Probleme würden nachgearbeitet. Diese seien "weitestgehend erkannt", allerdings sei bei der komplexen Technik am BER nicht auszuschließen, dass bei Nachbearbeitungen weitere "Überraschungen" auftreten. Die Situation sei aber wesentlich transparenter als etwa vor einem Jahr.

© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.