Hauptstadtflughafen

Architekt Gerkan weist Täuschungsvorwurf am BER zurück

Der Polizeieinsatz in seinen Büros erzürnt Stararchitekt Meinhard von Gerkan. Er kritisiert die Arbeitsweise der Berliner Flughafen-Aufklärer im Abgeordnetenhaus.

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Egal wer Recht hat, den Schaden trägt am Ende das Architekturbüro Meinhard von Gerkan. Vergangene Woche hatte der Leiter des BER-Untersuchungsauschusses, Martin Delius (Piraten), die Polizei in Gerkans Büro vorbei geschickt.

Die Beamten stellten dabei ein Dokument sicher, aus dem angeblich hervorgehen soll, dass es schon früh Zweifel am ursprünglich für Juni 2012 angesetzten Eröffnungstermin für den neuen Hauptstadtflughafen gab. Laut Delius hätten die Architekten den Ausschuss mehrfach über Zustand und Verbleib des Schriftstücks getäuscht.

Gegen diese Begründung und das ganze Vorgehen setzt sich Gerkan nun zur Wehr. „Dass der Vorsitzende des Ausschusses, Martin Delius, statt zum Telefon zu greifen, einen Durchsuchungsbeschluss erwirkte und gar die Polizei eingeschaltet hat, ist unverhältnismäßig und scheint allein politisch motiviert“, ließ er verkünden. Nicht nur der Vorwurf der Täuschung sondern auch die Anschuldigung, man habe ein Beweismittel nachträglich geändert, sei unhaltbar, hieß es in einer Erklärung seines Architekturbüros GMP.

Zuvor hatte die Polizei am Freitag gleichzeitig Büros in Berlin und Hamburg sowie eine Privatwohnung durchsucht. Im Berliner Büro seien die Unterlagen dann herausgegeben worden.

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Nach Ansicht von Martin Delius war das drastische Vorgehen gerechtfertig. „Nicht nur ließen die Architekten Fristen verstreichen, sie behaupteten sogar, dass es kein Originaldokument gäbe“, so Delius. „Dies hat sich am vergangenen Freitag als Unwahrheit herausgestellt.“ Ein Telefonat sei aus verfahrensrechtlichen Gründen ausgeschlossen gewesen.

GMP behauptet dagegen, dass das Büro dem Ausschuss das Papier schon im Februar 2013 ausgehändigt und zusätzlich im Mai auch noch gemailt habe. Der Textteil sei vollständig lesbar gewesen, lediglich Honorarbeträge seien aus Gründen des Geschäftsgeheimnisses geschwärzt worden.