Minuten-Protokoll

Platzeck kann sich Tegel als Hilfsflughafen vorstellen

Bei seiner ersten offiziellen Aufsichtsratssitzung hat Mehdorn „Sprint“ für den BER gestartet und Ex-Tegel-Leiter Kleinert als neuen Betriebschef vorgestellt. Auch die Tegel-Öffnung bleibt ein Thema.

Foto: Marc Tirl / dpa

Hartmut Mehdorn ist erst seit Mitte März Chef der Flughafengesellschaft. Doch in der kurzen Zeit hat Mehdorn bereits bewiesen, dass es mit ihm an der Spitze nicht langweilig wird. Er will das angeschlagene Projekt Hauptstadtflughafen so schnell wie möglich in den Griff bekommen, kündigte er gleich zu Beginn an. Seither überrascht er die Berliner mit immer neuen Ideen wie etwa einem Weiterbetrieb des Flughafens Tegel.

Angesichts dieser kurzen aber turbulenten Vorgeschichte durfte man auf Mehdorns erste offizielle Aufsichtsratssitzung als Flughafenchef gespannt sein. Denn bei ihm konnte man schon im Vorfeld sicher sein, dass er das Treffen nicht ohne einige Richtungweisende Entscheidungen beenden würde. Wichtigster Punkt auf der Tagesordnung war das Beschleunigungsprogramm „Sprint“, durch das Mehdorn das Tempo auf der Baustelle erhöhen will.

Ein große Rolle spielte auch die finanzielle Lage der Flughafengesellschaft. Denn da noch nicht einmal ansatzweise klar ist, wann der BER ans Netz gehen wird, kann der bisherige Kostenplan nicht eingehalten werden.

Minuten-Protokoll der Pressekonferenz zur Aufsichtsratssitzung:

14:00 Nächste Sitzung erst im Juni

Schon vor Beginn der Sitzung die erste Nachricht: DPA meldet, das nächste Treffen solle es voraussichtlich erst im Juni geben. In dem längeren Abstand äußere sich Vertrauen in den neuen Geschäftsführer Hartmut Mehdorn, hieß es. So sollen die Vor- und Nacharbeiten zum Aufsichtsrat entzerrt werden.

14:17 Uhr Debatte um Tegel geht weiter

Die Sitzung beginnt: Mehdorn unterstreicht erneut, es sei nicht verboten, über Tegel nachzudenken. Er hatte vorgeschlagen, über ein Offenhalten des Flughafens nachzudenken. Matthias Platzeck (SPD) erteilte ihm zunächst ein Absage, sagte dann, es gebe aber keine Denkverbote. Nun sagt er, er könne sich einen zweiten Flughafen neben dem BER auf Dauer nicht vorstellen und glaube auch nicht, dass es ihn geben werden.

14:20 Uhr: „Wir sind noch nicht im Finale“

14:20 Uhr: Mehdorn: „Noch nie ist ein Flughafen gebaut worden, wo arbeiten so zentral gesteuert werden.“ Es seien auch schon Schritte auf die Genehmigungsbehörden zugegangen worden. Die Flughafengesellschaft funktioniere gut im Betrieb von Flughäfen, sagt der Chef, „aber es ist nicht unbedingt eine Baufirma. Wir sind noch nicht im Finale, aber im Sprit zum Ziel.“

14:22 Uhr: „Wir spielen nicht Kasperle“

Es geht um die Frage, wann denn nun eröffnet wird. Mehdorn betont, dass jeder weitere Monat Bauzeit Geld koste. „Wir sagen so früh wie möglich, wenn wir einen Termin nennen können aber spielen nicht Kasperle.“ Zeit und Geld gehörten zusammen, „und solange wir das eine nicht wissen können wir zum anderen auch nichts sagen.“

14:24 Uhr: Brandschutzanlage soll weniger Komplex werden

Das alte Problem: die Brandschutzanlage. Aufsichtsratschef Platzeck, sagt, es werde versucht, die Komplexität der Brandschutzanlage zu reduzieren. Das betreffe unter anderem die Sprinkler und Entrauchungsanlage. „Hier sind wir in den letzten Jahren einen deutlichen Schritt weiter gekommen.“

14:26 Uhr: „Sprint“ soll die Arbeiten beschleunigen

„Sprint“ heißt Mehdorns Beschleunigungsprogramm. „Es ist erstaunlich wie viel am Flughafen fertig ist,“ sagt Mehdorn. „Aber richtig fertig ist es erst, wenn die Behörde ihren Stempel darauf setzt und sagt, es ist fertig.

14:28 Uhr: Tegel kann erst einmal Hilfsflughafen sein

Noch einmal Tegel: Platzeck sagt: „Wenn wir Hilfestellung brauchen, um eine sinnvolle Eröffnung des BER hinzubekommen werden wir das machen. Dabei geht es um vielleicht zwei bis drei Monate.“ Einen dauerhaften parallelen Betrieb von Tegel und BER er sich „planungstechnisch, aus Lärmgesichtspunkten und wirtschaftlich“ nicht vorstellen.

14:35 Uhr: Elmar Kleinert neuer Betriebschef

Mehdorn stellt Elmar Kleinert als neuen Chef des Flughafenbetriebs vor. Damit kehrt der frühere Betriebsleiter des Flughafens Tegel nach Berlin zurück. Er werde künftig wieder den Betrieb in Tegel sowie am alten Flughafen Schönefeld leiten, kündigte Platzeck an. Kleinert war 2008 als Geschäftsführer zum Flughafen Paderborn gewechselt.

Mehdorn kommt noch einmal auf „Sprint“ zu sprechen. „Im Beschleunigungsprogramm Sprint werden wir alle mit der Inbetriebnahme des BER zusammenhängenden Prozesse bündeln, angefangen von den Restbauarbeiten über die Genehmigungen bis zu Eröffnung selbst.“ Damit ist „Sprint“ offiziell gestartet.