Ratgeber

Wie bringen wir die Kinder dazu, einige Spiele auszusortieren?

Wir sind eine große Patchwork-Familie mit einem sehr großen Verwandten-Kreis sowie sehr vielen Freundinnen und Freunden. Es naht nun wieder Weihnachten und dies weckt ungute Erinnerungen an das letzte Weihnachtsfest bzw. an die Geschenke-Orgie. Alle Freunde und Verwandten hatten viel Spaß daran, unsere Kinder zu beschenken, wogegen wir auch überhaupt nichts einzuwenden haben.

Aber es ist einfach schon rein rechnerisch so, dass im Laufe der Zeit eine Menge von Geschenken zusammengekommen ist, die jedem Spielzeugladen Konkurrenz machen kann! Meine Frage: Wie können wir, ohne die Kinder vor den Kopf zu stoßen, dafür sorgen, dass einige der Geschenke, die sich in den letzten Jahren in den Kinderzimmern angesammelt haben, aussortiert werden können?

Es scheint ja einen großen Überfluss an Spielsachen, Büchern, Spielen usw. in Ihrer Wohnung zu geben. Oftmals können Kinder mit einem Überangebot dieser - eigentlich ja wahrscheinlich sehr schönen - Dinge nichts anfangen. Häufig verlieren Kinder ihre Konzentrationsfähigkeit und dann schnell auch die Lust, sich dauerhaft mit einer Sache zu beschäftigen, wenn zu viele weitere Beschäftigungsmöglichkeiten locken. Da die meisten Erwachsenen auch ein deutliches Zuviel an mehr oder weniger wichtigen Dingen bei sich horten, könnten sie alle, vielleicht an einem Adventswochenende, eine gemeinsame Auf- und Ausräum-Aktion starten: Jedes Familienmitglied sortiert seine eigenen Sachen und überlegt, was davon er unbedingt noch braucht, welche Gegenstände ihm so lieb geworden und wertvoll sind, dass er sich davon nicht trennen kann, bzw. will und auf welche er zukünftig gut und gerne verzichten kann. In Gesprächen vermitteln sich dabei alle automatisch ihre jeweils eigenen Wertvorstellungen - von diesem Gedanken- und Gefühlsaustausch kann die gesamte Familie profitieren! In einem zweiten Schritt überlegen sie dann alle gemeinsam, wo die verbleibenden Utensilien einen guten Platz finden und dort verstaut werden können. Und zum Schluss diskutieren sie alle miteinander, was sinnvollerweise mit den ausrangierten Gerätschaften passieren soll. Gibt es andere Kinder, die sich ganz doll über die Spielsachen, nicht mehr altersgemäßen Kinderbücher freuen würden? Gibt es in der Nachbarschaft vielleicht Kindereinrichtungen, die dringend solche Sachen benötigen? Auch hierbei können Ihre Kinder lernen, wie wohltuend es sein kann, mit anderen Menschen, die weit weniger zur Verfügung haben, zu teilen!

Dr. Heidemarie Arnhold ist Pädagogin und Vorsitzende des Arbeitskreises neue Erziehung (Ane)

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