Ratgeber

Thema Japan: Wie fange ich Fragen und Ängste der Kinder auf?

Der Fernseher lief auch in unserer Familie seit der Katastrophe in Japan fast rund um die Uhr. Wir wollten verstehen, was geschehen ist. Auch unsere Kinder Florian und Leonie (4 und 6 Jahre) haben das Leid mit angesehen und nach und nach Fragen gestellt. Wie gehen wir mit ihren Fragen und vor allem mit ihren Ängsten um? Karina G., Lichterfelde

Erst einmal ist es wichtig, dass Sie Ihre Kinder mit ihren Ängsten nicht allein lassen. Sprechen Sie mit ihnen und versuchen Sie, jede Frage der Kinder so gut es Ihnen möglich ist zu beantworten. Und zeigen Sie auch Ihre eigenen Gefühle, da die Kinder die bedrückte Atmosphäre in der Familie sowieso spüren. Sagen Sie Ihren Kindern, dass auch Sie es ganz furchtbar und bedrohlich finden, was zur Zeit in Japan passiert, dass aber nach dem aktuellen Kenntnisstand den Menschen hier in Europa keine Gefahr droht. Versuchen Sie gelassen und hoffnungsvoll zu sein, zu beruhigen und Sicherheit zu geben. Denn Kinder orientieren sich im Umgang mit Ängsten und Verunsicherungen sehr an ihren Eltern.

Vermeiden Sie möglichst, dass Ihre Kinder Nachrichten für Erwachsene mit ansehen. Greifen Sie lieber auf die professionellen Informationsdienste für Kinder zurück. Kindgerechte Nachrichten finden Sie zum Beispiel im Programm des KI.KA mit der Sendung "logo!". Empfehlenswert ist auch die Sendung "Minitz" vom SWR. Sicherlich sind die Auswirkungen eines Erdbebens für Vor- und Grundschulkinder schwer zu verstehen, doch können Sie z.B. mit Florian und Leonie thematisch geeignete Kinderbücher ansehen oder sie anregen, ein Bild zu malen. Eine gute Möglichkeit, aus dem Gefühl der Ohnmacht herauszukommen, ist das Aktiv werden: Überlegen Sie gemeinsam, in welcher Form Sie den Menschen in Japan helfen können, z.B. durch Spenden oder das Organisieren eines Basars in der Kita.

Dr. Heidemarie Arnhold ist Pädagogin und Vorsitzende des Arbeitskreises neue Erziehung (Ane)

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