Alleinsein

Meine Auszeit

Wer für sich ist, ist nicht zwingend einsam. Wir erzählen von überzeugten Singles und Menschen, die das Alleinsein als Kraftquelle schätzen

Herrlich: Einfach mal für sich sein und durchatmen

Herrlich: Einfach mal für sich sein und durchatmen

Foto: Aania / Getty Images/iStockphoto

5000 Freunde hat Jim* auf Facebook. Mit denen philosophiert der Kunstkritiker und Buchautor über die großen Fragen der menschlichen Existenz. Im Alltag ist er dagegen meistens allein. Einsam sei er jedoch nicht, versichert Jim. Bei 5000 Online-Freunden finde er immer jemanden zum Reden – auch über persönliche Dinge. Nur mit Offline-Beziehungen und -Freundschaften tut sich der Dauersingle schwer. Soziale Netzwerke sind für ihn inzwischen zum echten Leben geworden.

Allein leben, ohne sich einsam fühlen zu müssen: Nicht nur Jim, mittlerweile 60 Jahre alt und in New York zu Hause, hat dieses Lebensmodell für sich gewählt. Auch in Berlin gibt es viele Menschen, die ohne einen Partner oder eine Familie durchs Leben gehen – aus Überzeugung oder weil es sich so ergeben hat. Berlin ist die Hauptstadt der Singles: Mehr als die Hälfte aller Haushalte besteht aus nur einer Person. Selbst feste Freundeskreise sind nicht zwingend die Regel in einer Stadt, die so viele Kosmopoliten anzieht wie Berlin. Man knüpft lose Kontakte und bildet berufliche und private Netzwerke, bis man in ein paar Monaten oder Jahren weiterzieht.

„Familie, Freundschaften und Liebesbeziehungen sind auch anstrengend und kosten Kraft und Zeit“, analysiert Janosch Schobin die Entwicklung. Der Soziologe beschäftigte sich am Hamburger Institut für Sozialforschung mit den Themen Freundschaftssoziologie, soziale Isolation und Vereinsamung. Er sieht den gegenwärtigen Trend darin, „den Ballast einfach über Bord zu werfen und ein extrem optimiertes Leben zu führen“. Allerdings mit der Gefahr, irgendwann später in die soziale Isolation zu rutschen. Doch gebe es auch eine politische Dimension. Die Arbeitsmarktpolitik erwarte von den Menschen, dass sie bereit seien, für den Job Freunde und Familie zu verlassen – selbst für Arbeitsstellen, die kein gutes Auskommen bieten. Schobin wünscht sich, dass nicht nur Flexibilität gefordert wird, sondern auch die Bindungen der Menschen stärker berücksichtigt werden.

Wieviel Kontakt braucht ein Mensch?

Das Alleinsein kann zwar eine Kraftquelle sein. Eine Chance, die eigenen Talente und Visionen zu entdecken und zu entwickeln. Doch kann es auch in die Vereinsamung führen, in das Gefühl, verlassen und ausgeschlossen zu sein. „In Deutschland fühlen sich ungefähr fünf Prozent der Leute die meiste Zeit einsam. Tendenz steigend“, sagt Schobin. Auch wenn bislang eine „Vereinsamungskatastrophe“ ausgeblieben ist: Einsamkeit ist in nahezu allen europäischen Ländern – ähnlich wie Arbeitslosigkeit oder Armut – zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem geworden. In alternden, kinderarmen Gesellschaften sind Menschen immer häufiger von sozialer Isolation bedroht.

Doch wie sieht ein gutes soziales Leben eigentlich aus? Das hängt auch von den Erwartungen ab. Kritisch wird es für Schobin, wenn ein Mensch nicht wenigstens einmal in der Woche einen Kontakt mit einer nahestehenden Person hat. Der Lakmustest ist für den Wissenschaftler ausgerechnet eine Frage, die das Lebensende betrifft. Sie lautet: Wer kommt zu meiner Beerdigung? In der Studie „Einsame Bestattungen“ beschäftigte sich Schobin mit Beerdigungen, die durch das Ordnungsamt immer dann durchgeführt werden, wenn es keine Angehörigen oder Freunde gibt. Die Zahl dieser Bestattungen ist in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen. Betroffen sind vor allem Männer. Diese sind partnerzentrierter. Stirbt einer der Partner, erholen sich Frauen im Vergleich schneller, da sie im Durchschnitt über vielfältigere soziale Kontakte verfügen. Aber auch Männlichkeitsideale spielen eine Rolle: Niemanden zu brauchen, gilt für viele noch immer als Zeichen der Stärke. Dabei beeinträchtigt Einsamkeit die Lebensqualität. Eine Reihe medizinischer Studien belege, dass langfristige Vereinsamung nicht nur das Wohlbefinden mindert, sondern sich negativ auch auf die Gesundheit auswirkt, so Soziologe Schobin.

Franziska Muri kennt solche Schreckensmeldungen. Sie lauten: Wer einsam ist, lebt ungesünder, ist unglücklicher, hat häufiger Herzleiden und stirbt früher. Die Autorin ärgert sich darüber, dass hauptsächlich die negativen Seiten des Alleinseins hervorgehoben werden. Ihrer Meinung nach hat das Für-sich- Sein zu Unrecht einen schlechten Ruf. „Trau keiner Statistik“, rät die Kulturwissenschaftlerin. „Vor allem keiner, die deinem eigenen Lebensgefühl und deiner Erfahrung widerspricht.“

Sie fühlte sich nicht zugehörig

Franziska Muri lebt allein, arbeitet allein – und sie liebt es. Während sie meist relativ gut mit dem Alleinsein klar kam, bekam sie von der Außenwelt immer wieder gespiegelt, dass etwas mit ihr nicht stimme, dass sie nur mit Partner „richtig“ sei. Sie erinnert sich an scheele Blicke oder dumme Bemerkungen. Sie fühlte sich nicht zugehörig. Irgendwie am Rand.

Statt weiter gegen das Alleinsein anzukämpfen, beschloss sie, es anzunehmen. Sie begann, sich dem Thema tiefer zu widmen, und ging auf die Suche. In ihrem Buch „21 Gründe, das Alleinsein zu lieben“, spart sie die problematischen Seiten nicht aus, liefert aber dennoch einen positiven Blick. Das Alleinsein könne Menschen helfen, zu wachsen und zu einer tiefen Lebens- und Selbstliebe zu finden. Das habe inzwischen sogar die Wissenschaft akzeptiert. Bei ihren Recherchen stieß Franziska Muri auf Studien, die zeigen, dass es durchaus sozial gut eingebettete Menschen gibt, die sehr gern und recht viel alleine sind. Darunter besonders viele Introvertierte oder Hochsensible, die mit ihren empfindlichen Antennen leichter unter Reizüberflutung leiden.

Franziska Muri kennt viele gute Gründe für das zumindest zeitweilige Alleinsein. Es beflügele die Kreativität und fördere die Eigenständigkeit und persönliche Weiterentwicklung, glaubt sie. Natürlich kennt auch sie Gefühle der Einsamkeit. Doch gut genutzt, betont sie, eigneten sich diese als Lernphase, unter anderem für neue Beziehungen.

Zu zweit - und doch allein

Apropos Partnerschaften. Warum eigentlich fühlen sich so viele Menschen allein unvollkommen und sehnen sich nach einem Menschen an ihrer Seite? „Was versprichst du dir davon? Was wäre dann besser?“: Das sind Fragen, die sich Betroffene laut Autorin Franziska Muri stellen sollten. Jedoch halten viele Menschen den Zustand des Alleinseins erst gar nicht aus und stürzen sich sofort und ohne Nachdenken in die nächste Beziehung. Franziska Muri findet indes, dass sich Geduld auszahlt. Wer gut allein sein könne, sei bei neuen Beziehungsangeboten wählerischer, so ihre Erfahrung.

Lernen, auch allein zufrieden zu sein: Für den Charlottenburger Paartherapeuten Wolf Kirchmann ist das eine der großen Lebensaufgaben. „Wir müssen letztendlich mit uns selbst glücklich sein“, sagt er. Denn mit Einsamkeit werde der Mensch immer wieder konfrontiert. Etwa, wenn die Kinder das Elternhaus verlassen – und schlussendlich im Tod. „Wenn uns das gelingt und dazu noch eine erfüllende Partnerschaft kommt, ist das wunderbar. Wenn wir aber die Partnerschaft brauchen, um ein Loch zu stopfen, ist Enttäuschung vorprogrammiert.“

Das Alleinsein ist für Kirchmann eine bloße Zustandsbeschreibung. Die Einsamkeit beschreibe dagegen ein inneres Gefühl. Er weiß, wie einsam sich Menschen auch unter Freunden, in der Herkunftsfamilie oder in der Partnerschaft fühlen können. Bei vielen Paaren, die zu ihm kommen, ist das Gefühl der Einsamkeit ein großes Thema. Auch bei solchen, die sich untereinander manchmal am Tag 30 SMS oder WhatsApp-Nachrichten schreiben. Das Gefühl tritt laut Kirchmann immer dann auf, wenn der Betroffene sich in der Partnerschaft nicht gesehen oder unverstanden fühlt.

Wenn Gefühle aus der Kindheit hochkommen

In solchen Situationen sei es hilfreich, nach den Ursachen zu forschen, rät der Paartherapeut. Einer der Hauptgründe für das Gefühl der Einsamkeit sei ein emotionales Defizit in der Herkunftsfamilie. Für seine eigene Generation sagt der 59-Jährige: „Wir sind alle in ziemlichem Liebesmangel groß geworden.“ So sei es typisch gewesen, Kinder noch im Kreißsaal von ihren Müttern zu trennen. Wichtig sei im späteren Leben deshalb das „Nachnähren“. Das passiere etwa in der Verliebtheitsphase. Viele hätten dann das erste Mal im Leben das Gefühl, richtig „satt“ zu sein. Das Problem: Die Verliebtheitsphase dauert maximal drei Jahre. Auch in gesunden Beziehungen wird den Partnern irgendwann schmerzhaft bewusst, dass der Andere, in den man so große Hoffnungen gesetzt hat, nicht alles richten kann. Bedürfnisse kann er nur in einem gewissen Rahmen und für eine gewisse Dauer erfüllen. Eine Enttäuschung droht.

Die meisten Menschen sehnten sich nach einer glücklichen Partnerschaft, sagt Kirchmann. Doch fehle vielen das Handwerkszeug dazu. „Die Fähigkeit, Intimität herzustellen. Nicht nur auf der körperlichen sondern auch auf der Gefühlsebene. Sich zu zeigen, wie man wirklich ist.“ Stattdessen werfen viele ihrem Partner vor: Deinetwegen bin ich unglücklich. Kirchmann rät, sich in der Partnerschaft lieber seine eigenen Schattenseiten anzuschauen und sich nicht frühzeitig zu trennen – auch wenn es unbequem ist, sich seinen Themen zu stellen.

Während manche den Partner zu verändern versuchen, machen andere einen Spagat und verbleiben in Partnerschaften, die ihnen nicht gut tun – aus Angst, sonst allein zu sein. „Sie verbiegen sich aus Liebe und verraten damit sich selbst. Schließlich glauben sie: Wenn ich mich nicht verbiege, bin ich nicht in Ordnung und nicht liebenswert“, so Kirchmann. Die Fassade aufrecht zu erhalten ist anstrengend. Und: Menschen, die sich scheuen, ihr Innerstes zu zeigen und anzusprechen, was wirklich in ihnen ist, fühlen sich einsam. Das gilt auch für Menschen, die nach außen ein glückliches Leben zu führen scheinen. Das weiß Kirchmann aus eigener Erfahrung. Als seine erste Ehe in die Brüche ging, hörte er von seinem Umfeld: „Ihr wart für uns das Traumpaar.“

Aber auch in der glücklichsten Partnerschaft hält Wolf Kirchmann Phasen des Alleinseins für wichtig. Sein eigenes Leben, betont er, sollte niemand ganz aufgeben.

Auf dem Weg zu sich selbst

Allein zu sein gehört definitiv auch zu Brigitte Hallbauers Leben. Im Alltag ist sie gern und viel unter Menschen, beruflich wie privat. Doch immer wieder sucht sie die Stille – um „ihren Fokus wiederzufinden“.

Schon als Kind mochte sie die Einsamkeit und die Natur. Mit der Familie wanderte sie viel, und bereits als Sechsjährige begann sie zu dichten. Das Schreiben ist für sie auch heute noch wichtig. Gedanken, die ihr auf ihren langen Spaziergängen im Berliner Umland kommen, postet sie auf ihrer Facebook-Seite „Das Herz im Wanderschuh“ und dem von einem Künstlerkollektiv betriebenen virtuellen Fünf-Sterne „Hotel Harakiri“. Das liest sich dann so: „Heute nehme ich eine Auszeit und lasse das eine oder andere gehen. Ich will beim Wasser sitzen und dem Wetter zusehen. Ich freu mich schon auf die Träume, die dabei auftauchen.“

Ob auf ihren Wanderungen oder in der Meditation: Brigitte Hallbauer übt sich in Achtsamkeit. Das Glück findet sie häufig in den kleinen Dingen, etwa in der Beobachtung eines Mistkäfers oder beim Betrachten der vorbeiziehenden Wolken. Dabei hat sie festgestellt: „Wir alle suchen immer erst mal Erfüllung im Außen, bei den Menschen oder in Dingen, die wir tun. Wenn wir den Kampf aufgegeben haben, schauen wir nach innen und werden fündig.“

Früher hat Brigitte Hallbauer, Generation 50+, im Büro gearbeitet. Heute unterstützt sie als Wellnesstherapeutin andere Menschen „auf dem Weg zu sich selbst“. Sie ist glücklich liiert. Aber als Hochsensible fühlt sie sich am wohlsten, wenn sie ihren eigenen Haushalt hat. Sie glaubt: „Menschen sind viel eher in Gefahr, sich einsam zu fühlen, wenn sie sich mit anderen vergleichen und versuchen, ,normal‘ zu sein.“

Auslöser für die Wanderungen war eine persönliche Umbruchphase. Mitten im Winter entschloss sich Brigitte Hallbauer, einfach loszugehen. Zufällig entdeckte sie das blaue Zeichen des 66-Seen-Wanderwegs und entschloss sich weiterzulaufen. Meist alle ein bis zwei Wochen eine Etappe, zunächst bei eisiger Kälte und durch tiefen Schnee. Etwas über ein Jahr brauchte sie für die 400 Kilometer. „Unzählige Schritte bin ich gegangen, auf denen ich der Natur und mir selbst begegnet bin.“ Mutterseelenallein fühlt sie sich in der Natur nie. Im Gegenteil: Wenn Frösche zwischen den Seerosen quaken, spürt sie die Verbundenheit mit allen Wesen.

Das Singledasein hatte Vorteile

Etwas weniger enthusiastisch sieht heute Thomas* das Alleinsein. Wie er wirklich heißt, will der 66-Jährige lieber nicht verraten. Denn darüber redet „Mann“ nicht gerne. Zu lange hatte er sich in der Einsamkeit eingerichtet, pflegte seine kulturellen Interessen und platonische Freundschaften. Während seine Freunde Familien gründeten oder heirateten, saß er allein in seiner Ein-Zimmer-Wohnung im Herzen der Westberliner City.

Einsam war Thomas schon als Kind. Mit seinen Eltern wohnte er am Stadtrand. Er war Einzelkind, Spielkameraden gab es in der Gegend kaum. Die Eltern, die sich nicht sehr gut verstanden, lebten isoliert, Probleme wurden totgeschwiegen. Thomas geriet häufig zwischen die Fronten. Das hat ihn geprägt. Später verliebte er sich meistens in Frauen, die seiner Mutter ähnelten, mit allen Schwierigkeiten. Eine feste Partnerschaft wurde nie daraus.

Sein Singledasein hatte auch Vorteile. Pläne oder Fehler musste er vor niemandem rechtfertigen. Doch auf der emotionalen Seite fehlte jede Menge, vor allem der Austausch und die körperliche Nähe eines geliebten Menschen. Im Kreis verheirateter Freunde fühlte er sich als Außenseiter und erlebte immer wieder schmerzhafte Momente. An einsame Mahlzeiten im Lokal erinnert er sich nur ungern: „Überall um dich herum sitzen Paare, die großartige Gespräche führen und du mittendrin, ganz allein.“ Besonders verlassen fühlte er sich, wenn er krank war.

Über 20 Jahre war er Single – bis Susanne*, eine Jugendliebe, nach dem Tod ihres Mannes wieder in sein Leben trat. Seit drei Jahren sind die beiden nun ein glückliches Paar. Mit 64 Jahren zog Thomas das erste Mal mit einer Frau zusammen. Ironischerweise wirkt er, seit er in einer Beziehung lebt, auf andere Frauen attraktiver. Ihm kommt Wohlwollen entgegen, auch Flirtversuche gibt es.

Eine lange Tradition

„Wer hat, dem wird gegeben“: Das Bibelzitat bringt es auf den Punkt. Vom „Matthäus-Effekt“ spricht auch der Soziologe Janosch Schobin. Schon ein paar gut vernetzte Freunde sorgten für einen Fluss an Kontaktangeboten. Doch muss eine geringere Anzahl von Kontakten nicht immer negativ sein, betont er. Nicht auf die Quantität, sondern die Qualität kommt es an. Zudem wird das Alleinsein in Zeiten des Überflusses mehr und mehr auch als mitunter knappes Gut betrachtet.

Vielen Menschen geht es nicht nur darum, das Alleinsein auszuhalten. Eine Auszeit ganz für sie allein ist ihnen wichtig. Das hat eine lange christliche und spirituelle Tradition. Janosch Schobin: „Eine bestimmte Form des positiven Selbstverhältnisses bekommt man nur, wenn keine andere Person anwesend ist.“

Während der heilige Antonius in die Wüste ging, um den Anfechtungen des Teufels zu widerstehen und die Begegnung mit Gott zu suchen, geht es heute eher um die Begegnung mit sich selbst und mit der eigenen Wahrheit. Das Lob der Einsamkeit findet man über die Jahrhunderte immer wieder. Lebten früher überwiegend Männer im Sinne eines höheren Ideals das Alleinsein, sind es heute vor allem Frauen, die sich gern auf sich selbst besinnen und allein zurechtkommen wollen.

Weg mit dem schlechten Ruf!

Dennoch: Das Für-sich-Sein behält sein schlechtes Image. „In einer Zeit, in der Beziehungen von immer kürzerer Dauer sind und jeder Fünfte allein lebt, in der sich laut Umfragen nur 30 Prozent der Menschen niemals einsam fühlen, tun wir so, als dürfe es das alles überhaupt nicht geben“, ärgert sich Autorin Franziska Muri. Dabei gehörten diese Erfahrungen untrennbar zum Menschsein. Franziska Muri ist sich sicher: Gerade weil das Alleinsein einen schlechten Ruf hat, leiden so viele darunter.

Thomas jedenfalls kann seinem alten Leben nicht mehr viel abgewinnen. Ein bisschen bereut er es, dass er so lange allein geblieben ist. „Ich hätte mehr Mut haben und offensiver sein sollen“, glaubt er heute. Aber letztendlich ist alles gut geworden. Mit Susanne hat er die perfekte Frau gefunden. Und auch wenn er viel mit seiner Partnerin unternimmt, geht er auch manchmal eigene Wege – ein bisschen wie früher. „Auch bei der größten Harmonie ist es nicht gut, immer nur aufeinander zu hocken.“ Die meiste Zeit aber genießt er mit Susanne. „Der Mensch“, sagt Thomas, „ist eben ein soziales Wesen.“