Engagement

Wir sagen Dankeschön!

Berliner helfen e.V. unterstützt seit 16 Jahren Kinder und sozial schwache Menschen in Berlin und Brandenburg. Wen die Spenden glücklich machen

Auch die Kinder von Jonas Haus profitieren von den Spenden

Auch die Kinder von Jonas Haus profitieren von den Spenden

Foto: Stiftung Jona / BM

Mit dieser Ausgabe wollen wir uns bei allen Spendern und Unterstützern von Berliner helfen e.V., dem Verein der Berliner Morgenpost, bedanken und zeigen, wo und wie das Geld eingesetzt wird. 4,5 Millionen Euro Spenden sind in den vergangenen 16 Jahren ausgeschüttet worden, um Menschen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können: Kindern, Jugendlichen, kranken, armen und alten Menschen in unserer Stadt.

Der gemeinnützige Verein Berliner helfen e.V. wurde im Jahr 2000 als Initiative von Verlag und Redaktion der Berliner Morgenpost gegründet. "Als große Regionalzeitung wollen wir nicht nur über Missstände und Probleme in der Stadt berichten, sondern auch helfen, wenn es möglich ist", sagt Carsten Erdmann, Chefredakteur der Berliner Morgenpost und Vorsitzender von Berliner helfen e. V. Dem Verein gehören 14 Mitglieder an, darunter Redakteure und ehemalige Verlagsangehörige der Berliner Morgenpost, aber auch Privatpersonen wie der ehemalige ZDF-Intendant Prof. Dr. h.c. Stolte, eine Bankangestellte und ein Jurist.

Finanziell durch Spenden gefördert werden vor allem gemeinnützige Einrichtungen, Vereine und Projekte der Kinder- und Jugendhilfe. Viele in privater Initative entstandene Betreuungseinrichtungen wie das Haus Jona in Spandau oder das Kinderhaus Bolle in Marzahn könnten ohne diese Zuwendungen nicht überleben. "Unsere Kinder sind nicht dümmer als andere, aber ihre Startblöcke im Leben stehen einfach weiter hinten", meint Ekkehard Baumann vom Verein Straßenkinder und Gründer des Kinderhauses Bolle. Das Haus steht, wie das Haus Jona in Staaken, allen Kindern nach der Schule offen. Und es gibt dort, was oft zuhause fehlt: Aufmerksamkeit, Förderung und Wertschätzung für die Kinder.

Großartige Unterstützung

"Es ist so großartig, dass Ihre Leser uns immer wieder unterstützen", schreibt Angelika Bier, Gründerin von Jona's Haus, ein ehemaliges altes Schulhaus in Staaken mit großem Garten und sinnvollen kostenlosen Freizeitangeboten – vom Musizieren bis zum Computerkurs. "Wir zeigen den Kindern, dass es außer Hartz IV oder Supermarkt-Kassiererin noch andere Zukunftsperspektiven gibt", so die ehemalige Professorin der Charité, die das Haus mit ihrem verstorbenen Mann vor zehn Jahren gegründet hat.

Aber auch Schul-Fördervereine, Kitas, Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge und der Altenhilfe werden mit den Spenden der Leser und aus Erbschaften unterstützt. Seit sieben Jahren beteiligt sich die Berliner Morgenpost mit ihrem Verein an der Kältehilfe der Stadt. Unterstützt werden Notübernachtungen der kirchlichen und freien Träger, Einrichtungen zur medizinischen Versorgung der Obdachlosen, Suppenküchen und Tagescafés.

In Einzelfällen leistet Berliner helfen e.V. auch finanzielle Hilfe für Menschen, die durch einen Unfall, ein Verbrechen, eine Krankheit oder ein Unglück unverschuldet in Not geraten sind. Gerade in diesen Fällen ist die Anteilnahme der Leser groß. Wie bei dem Malergesellen Marcel R., der im Februar 2011 auf dem U-Bahnhof Lichtenberg ins Koma geprügelt wurde, oder bei der inzwischen erwachsenen Charlyn aus Rudow, die 2008 durch eine Briefbombe schwerste Verletzungen erlitt. Es melden sich viele Leser, die helfen wollen. Die Auszahlung der Spenden erfolgt in solchen Fällen oft über Jahre hinweg als monatliche Unterstützung, auf Wunsch der Betroffenen aber ohne weitere Berichterstattung.

Auch kleine Summen helfen

Einzelfallhilfen an bedürftige Familien oder Senioren, zum Beispiel um ein Auto oder die Wohnung behindertengerecht umzubauen, werden nach sorgfältiger Prüfung nur direkt an das Autohaus beziehungsweise den Handwerksbetrieb und nur bei Gewährleistung der Gesamtfinanzierung gezahlt, um die zweckgebundene Verwendung der Mittel sicherzustellen. In der Regel liegen die Zuschüsse bei 1500 Euro. Aber auch kleinere Summen können für den Einzelnen eine große Hilfe bedeuten, etwa wenn es um den Tanzkurs für ein Pflegekind, den Zuschuss für eine Therapie der die ersehnte letzte Ostsee-Reise eines todkranken Menschen geht.

Alle Spenden werden laut Satzung ausschließlich in Berlin und Brandenburg eingesetzt. Vereinsziele sind die Förderung mildtätiger Zwecke, die Förderung der Jugend- und Altenhilfe, des öffentlichen Gesundheitswesens und der Gesundheitspflege. Die geförderten Projekte und Einrichtungen werden vor Ort besucht, wöchentlich wird darüber auf der letzten Seite des Magazins "Leben" berichtet. Seit 2003 trägt der Verein das Spendensiegel des Deutschen Instituts für Sozialwirtschaft (DZI). Es steht für die nachgeprüfte, sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Spendengelder.

Lesen Sie hier, wer schon alles von den Spenden profitiert hat.

Musik und Tanz

Manche Gaben wirken lange nach: Als Erbe des 2005 verstorbenen Berliner Ballettdirektors Gert Reinholm konnte Berliner helfen die Gründung von "Tanz ist klasse!" fördern. Das Education-Programm des Staatsballetts feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Jubiläum und bringt seitdem – ganz im Sinne Reinholms – Berliner Kinder durch spannenden Unterricht an Schulen Tanz und Ballett nahe. Von der Erbschaft profitieren auch die "Blue Wuhle Kids" mit ihrem Schulorchester an der Grundschule in der Wuhlheide und die Victor-Gollancz-Schule, die einen neuen Flügel anschaffen konnte. Auch das Klingende Museum in Wedding und die Bürgerstiftung Zehlendorf, die Musikstunden für Kinder in Flüchtlingsheimen organisiert, wurden aus der Erbschaft gefördert. "Ein Instrument spielen macht Kinder stark und selbstbewusst", so Hornistin Sarah Willis, Schirmherrin der "Blue Wuhle Kids".

Senioren

"Das Schöne bei unseren Treffen ist: Über die Krankheiten wird kaum gesprochen, dafür wird viel gelacht", erzählt Margard Saalfeld von den "Spandauer Rollern". Die Künstlergruppe trifft sich wöchentlich zum Malen und Töpfern, macht Ausstellungen und Ausflüge – mit Unterstützung von Berliner helfen e.V.

Um hochbetagte Menschen, die allein leben, kümmern sich die "Freunde alter Menschen". Junge berufstätige Berliner besuchen sie ehrenamtlich, erzählen von ihrem Leben und hören den Erzählungen der Jahrzehnte älteren "Freunde" zu. Mit Spenden wird der Fahrdienst bezahlt, der die Senioren abholt und zu Feiern oder Ausflügen unter anderem in den Britzer Garten bringt. "Es ist ein Weg aus der Einsamkeit", sagt Anne Bieberstein vom Verein "Freunde alter Menschen".

Flüchtlingshilfe

Die vergangenen zwei Jahre standen im Zeichen der großen Flüchtlingsströme, mit denen die Behörden in Berlin anfangs überfordert waren. Ehrenamtliche Helfer sprangen ein, machten Notunterkünfte bezugsfertig, kümmerten sich um Kleiderausgabe und halfen bei Ämterchaos. Um sie und die Flüchtlinge zu unterstützen, stellte Berliner helfen aus Erbschaften 100.000 Euro zur Verfügung.

Mit dem Geld wurde von "Save the Children" im Tempelhofer Hangar einen Spielzimmer für Kinder eingerichtet. Für die Notunterkunft im alten Rathaus Wilmersdorf wurden Industriewaschmaschinen und Trockner angeschafft, um die Wäscheberge der bis zu tausend Bewohner zu bewältigen. Um die Arbeit der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in Westend und Moabit zu unterstützen, wurden zwei große Transporter gekauft. Auch in Spandau und im Allende-Viertel in Köpenick wurden Initiativen der Flüchtlingshilfe unterstützt.

Obdachlose

Seit sieben Jahren unterstützen wir die Kältehilfe der Stadt. Die Bereitschaft der Berliner zu helfen ist groß: Insgesamt 360.000 Euro sorgten in den vergangenen Wintern für die Einrichtung von Notunterkünften, Suppenküchen und die medizinische Versorgung von Menschen ohne festen Wohnsitz und ohne Krankenversicherung. Die Bahnhofsmission am Zoo erhält regelmäßig Spenden für die Essensausgabe an Bedürftige und für Einzelfallhelfer, die sich darum bemühen, Obdachlosen zu einer geregelten Existenz zu verhelfen.

Nicht wegschauen, sondern hinsehen: Unter diesem Motto haben Redakteurin Uta Keseling und Fotograf Reto Klar mit dem Bildband "Unsichtbar" den auf der Straße lebenden Menschen ein Gesicht gegeben. Die Deutsche Bahn zeigte die Fotos in einer Wanderausstellung auf Bahnhöfen, der Erlös des Buchverkaufs ging an die Bahnhofsmissionen.

Behinderte Kinder

"Wir sind doch bloß ein bisschen anders", sagt Jacqueline Ohme. Ihre kleine Tochter Lilly ist schwerbehindert, für die Fahrten zu den verschiedenen Ärzten und Therapeuten sind die beiden auf ein Auto angewiesen.

Berliner helfen unterstützt jedes Jahr mit jeweils 1500 Euro bis zu zehn bedürftige Familien mit behinderten Kindern bei der Anschaffung oder dem Umbau von rollstuhltauglichen Fahrzeugen. Dafür tun sich mehrere Stiftungen und Vereine zusammen, auch Zuschüsse des Jugendamtes sind möglich. "Das Auto macht unser Leben wirklich leichter", sagt Jacqueline Ohme, die alles tut, um Lilly so gut wie möglich zu fördern.

Viele Kinder mit spastischen Lähmungen oder Hirnschäden sprechen auf Therapien mit Tieren an. "Sina kann sich jetzt viel besser konzentrieren", meinte Papa Ralf Bauer nach der Delfin-Therapie in Curaçao, für die es einen Zuschuss von Berliner helfen gab. Die Delfin-Therapien werden nicht von den Krankenkassen bezahlt, aber alle Eltern berichten von den positiven Auswirkungen auf die Entwicklung ihrer Kinder.

Einzelfälle

Die Messerattacke ihres Ex-Mannes überlebte Yasemin schwer verletzt. Sie landete in einem Pflegeheim. Leser spendeten mehr als 8000 Euro, damit sie in eine passende Wohnung für sich und ihre Töchter ziehen konnte. Nach einem Unfall auf dem S-Bahnhof Köpenick sitzt der heute 22-jährige André Hobusch im Rollstuhl – dank Spenden eine Spezialanfertigung für den fast zwei Meter großen Mann.

Das DZI-Spendensiegel

Übrigens: Dem Verein der Berliner Morgenpost, Berliner helfen e.V., wird seit der ersten Beantragung 2003 alljährlich das Spendensiegel des Deutschen Instituts für Soziale Fragen (DZI) zuerkannt. Das DZI ist eine unabhängige Institution mit Sitz in Berlin, die soziale und karitative Organisationen in Deutschland auf die Verwendung ihrer Spendengelder kontrolliert – auf Antrag und nach sorgfältiger Prüfung bei Offenlegung sämtlicher Ein- und Ausgaben. Derzeit tragen 230 Organisationen in Deutschland das Spendensiegel. Es steht für die nachgeprüfte, sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Spendengelder und damit für die Seriosität und Transparenz der Spenden sammelnden Organisation.

Das Siegel bietet Spendern Sicherheit, dass ihre Spenden tatsächlich für die angegebenen Zwecke ausgegeben werden. Für den Verein Berliner helfen sind dies die durch die Satzung vorgegebenen mildtätigen Zwecke, die Jugend- und Altenhilfe sowie die Pflege des öffentlichen Gesundheitswesens und der Gesundheitspflege.

Informationen für Spender unter www.dzi.de

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