Altersarmut

Arm an Geld, reich an Leben

| Lesedauer: 18 Minuten
Antje Hildebrandt
Heidi Steenbock arbeitet trotz ihrer 68 Jahre in einer Bäckerei. Sie benötigt das Geld – und das Gefühl, gebraucht zu werden

Heidi Steenbock arbeitet trotz ihrer 68 Jahre in einer Bäckerei. Sie benötigt das Geld – und das Gefühl, gebraucht zu werden

Foto: Anikka Bauer

Armut sieht man nicht immer auf den ersten Blick. Wir erzählen, wie die Altersarmut in Berlin zunimmt – und wie Betroffene ihren Alltag meistern

Er ist durch den Vordereingang gekommen, nicht von hinten durch den Garten wie viele andere Rentner. Klaus Wachowiak* sagt, solle doch jeder sehen, dass er sich in dieser Ausgabestelle der Berliner Tafel anstellt. Für Brot, Obst und Dosensuppe und, wenn er Glück hat, auch für ein bisschen Wurst und Käse.

Wachowiak ist 73 Jahre alt. Ein bärtiger Zweizentnermann, der sich auf einen Rollator stützt. Er trägt das Outfit, das er immer trägt, wenn er sonntags in die Kirche geht. Lederhose, Trachtenjacke und Seppelhut. Er sieht darin aus wie ein Tourist, wie einer, der sich verlaufen hat. Und ein bisschen fühlt er sich ja auch so.

Er hat sich das nicht ausgesucht. Aber er sagt, am Ende sei er selbst schuld daran, dass es so gekommen sei. Er hat die Schule ohne Abschluss verlassen. Er hat als ungelernter Arbeiter bei der AEG am Band gestanden, Wäsche im Virchow-Klinikum gewaschen und den Fahrstuhl bei Hertie geführt. Und irgendwann hat er gar nicht mehr gearbeitet, weil ihn die Pflege seiner behinderten Frau überforderte.

„Billiger geht es nicht“

Heute bleiben ihm nur 81 Euro Rente, weil die Miete für seine 52 Quadratmeter große Wohnung am Kottbusser Tor alles auffrisst. „Als wir 2007 einzogen, kostete die 444 Euro. Jetzt zahle ich 707 Euro. Wahnsinn, oder?“

Wachowiak bekommt Grundsicherung, das Sozialamt stockt seine Rente auf das gesetzlich vorgeschriebene Existenzminimum von 409 Euro auf. Das reicht immer noch nicht zum Leben, und deshalb steht er an diesem Tag mit fünf Dutzend Berlinern auf dem Hof der evangelischen St. Jacobi-Kirche.

Es ist kurz nach elf, und er wartet darauf, dass jemand seinen Jutebeutel füllt. Die Tafel, das ist ein gemeinnütziger Verein, der Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum an Bedürftige verteilt. Für 125.000 Berliner ist er so etwas wie ein Rettungsanker. Auch für Klaus Wachowiak. Wo sonst bekommt er einen ganzen Beutel mit Lebensmitteln für einen Euro? Er sagt: „Billiger geht es nicht.“

Die Hauptstadt der armen Alten

Armut im Alter hat viele Gesichter. Im Vorübergehen fällt sie kaum auf, auf der Straße oder in der U-Bahn. Sie versteckt sich hinter gut erhaltener Garderobe aus der Kleiderkammer oder Ausreden, die sich Menschen einfallen lassen, um Einladungen auszuschlagen, weil sie kein Geld für Geschenke oder Fahrkarten haben.

In Berlin lebt beinahe jeder 20. Rentner von Grundsicherung. Die im Jahr 2003 eingeführte Sozialleistung erhalten Senioren, die ihren Lebensunterhalt nicht oder nicht ausreichend aus eigenem Einkommen und Vermögen bestreiten können. In Berlin sind es doppelt so viele wie im Rest der Republik. Berlin: Das ist nicht nur die Hauptstadt der Hartz IV-Empfänger, sondern auch der armen Alten. Hier ist Realität, was in Zukunft immer mehr Rentner betreffen wird. Schon in den vergangenen Jahren ist der Anteil der armen Alten in Deutschland beinahe um ein Viertel gestiegen. Waren 2010 noch 4,9 Millionen Menschen ab 55 Jahren von Armut betroffen, waren es 2016 schon 5,7 Millionen. Als arm gelten Menschen, die über weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens verfügen.

Kaum irgendwo ist ihr Anteil so hoch wie in der Gegend um den Oranienplatz. So steht es im Bericht zur sozialen Lage älterer Menschen in Berlin. Der Senat für Gesundheit hat ihn 2011 veröffentlicht und 2013 aktualisiert. Klaus Wachowiak haben diese Zahlen überrascht. Er ist überzeugter Sozialdemokrat und SPD-Mitglied, auch jetzt noch, als Rentner, wo ihm die fünf Euro Beitrag im Monat wehtun.

Er sagt, seinen Bekannten ginge es gut. Und bis zu dem Tag, an dem seine demente Frau in ein Pflegeheim zog, seien sie ja auch über die Runden gekommen, mit ihrer Grundsicherung und mit seiner. Aber seither sei es eben eng. Er hätte nicht gedacht, dass es vielen anderen Alten genauso ginge wie ihm.

Jammern? Bloß nicht!

Doch zu jammern, das liegt ihm fern, wie allen anderen Rentnern, die wir für diese Reportage begleitet haben. Die Hände in den Schoß zu legen und darauf zu warten, dass ihnen der Staat hilft, das kommt für sie nicht in Frage. Sie haben sich einen neuen Platz in der Gesellschaft gesucht. Und sie haben ihn gefunden. Sie arbeiten wieder. Sie engagieren sich politisch. Sie spielen Theater.

Klaus Wachowiak kann das nicht mehr. Seine Welt ist kleiner geworden, seit er einen Rollator braucht. Aber auch er hat Wege gefunden, sich neu zu organisieren. Er hat einen Laptop gekauft, sich mit dem Internet vertraut gemacht. So muss er nicht mehr jede Behörde aufsuchen, sondern kann Emails schreiben. „Klappt gut“, sagt er.

Jetzt lässt er den Blick über den Innenhof der Kirche schweifen. Die anderen Besucher stehen in kleinen Gruppen zusammen und plaudern, rechts Mütter mit Kopftuch und türkische Rentner, die reißfeste Plastiktüten von Ikea unterm Arm tragen. Links ein paar deutsche Frauen, alle in seinem Alter. Sie mustern ihn misstrauisch bis feindselig. Ihre Blicke fragen: Noch ein Esser mehr, muss das sein? Man merkt: In der Hierarchie der Armut rangiert der Neuling ganz unten. Ein Mittvierziger im Rollstuhl spricht aus, was wohl viele hier denken. Er sagt: „Bitte drängeln Sie sich nicht vor.“

Die Scham ist riesengroß

Mariola Maxelon bekommt die gespannte Atmosphäre jedes Mal zu spüren, wenn sie sich zu den Wartenden gesellt. Sie ist die Küsterin der Gemeinde, sie organisiert die Essensausgabe für die Tafel. Ein Viertel der Empfänger sind Rentner, schätzt sie. Eine ganz besondere Klientel.

Mariola Maxelon sagt, dieser Kiez sei ein Dorf. Jeder kenne jeden. Aber kaum einer traue sich zuzugeben, dass seine Rente nicht reiche. Und niemand schäme sich so für seine Bedürftigkeit wie Rentner. Deshalb müsse man ein Auge auf sie werfen. Es seien die Leisen, die es nicht gewohnt seien, Forderungen zu stellen. „Die haben jahrelang gearbeitet und Deutschland mitaufgebaut, und jetzt müssen sie betteln gehen.“

Schlange stehen für Lebensmittel, sich mit anderen um die letzte Packung Weintrauben streiten: Für Heidi Steenbock wäre das der blanke Horror. Dabei weiß sie, wie es ist, wenn das Geld nicht reicht. Sie ist seit fünf Jahren in Rente. 170 Euro bleiben ihr nach Abzug der Miete. Zu wenig, um davon zu leben.

Für jeden Kunden ein freundliches Wort

Heidi Steenbock ist 68. Sie trägt das Haar dauergewellt, hat ein Tuch locker um den Hals geknotet und für jeden Kunden ein freundliches Wort parat. Dass sie zu 60 Prozent schwerbeschädigt ist, sieht man ihr nicht an. Viele kennen sie in Berlin. Sie hat jahrelang bei der Love Parade oder beim Christopher Street Day Bratwürste verkauft. Das ZDF hat ihr in der Doku-Reihe „37 Grad“ sogar einen Film gewidmet. Der Sender begleitete sie und zwei Rentner, die sich auch mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielten. „Schuften bis zum Schluss“, hieß der Film. „Arme Rentner im reichen Deutschland.“

Man trifft Heidi Steenbock hinter dem Tresen einer Bäckerei-Filiale in Charlottenburg. Das ist ihr Arbeitsplatz. „Mein zweites Zuhause“, sagt sie. Seit zwei Jahren steht sie hier täglich. Brötchen belegen, Latte macchiato und Espresso aus dem Automaten ziehen. Die Auszubildende in der Küche dirigieren, Kunden bedienen. „Na, junger Mann. Was kriegen wir denn Schönes? Watt Süßes? Oder watt Herzhaftes?“

Erst waren es nur drei Stunden, dann fünf, jetzt sind es manchmal sieben. Heute ist sie die Chefin der Filiale. 8,50 Euro verdient sie pro Stunde. Mindestlohn. Damit, sagt sie, komme sie gut über die Runden. 8600 Euro im Jahr darf sie steuerfrei dazuverdienen. Ob sie diese Grenze schon erreicht hat? Sie zuckt mit den Schultern. Der Gang zum Steuerberater steht ihr noch bevor.

Einiges lief anders, als sie geplant hatte

Geplant war das nicht. Aber in ihrem Leben ist so einiges anders gelaufen, als sie sich das vorgestellt hatte. Auch die Sache mit ihrer Rente. Sie war 16, als sie ihre Ausbildung machte in der Bäckerei ihrer Eltern. 34 Jahre lang hat sie Vollzeit in einer Bäckerei gearbeitet und ihre Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt. Nebenbei hat sie noch einen Sohn bekommen und ihn nach ihrer Scheidung allein groß gezogen. So lange sie angestellt war, ging es ihr finanziell gut.

Doch dann kam der Bruch. Ende der 1990er- Jahre machte sie sich selbständig mit einer Franchise-Filiale am Alexanderplatz. Sie sagt, es sei ein Alptraum gewesen. Jeden Tag schuften von fünf bis 20 Uhr. Dieselbe Kette hatte noch zwei weitere Filialen am Alex. Es war ein Kampf, den sie nur verlieren konnte. Zwei Jahre hielt sie durch. Dann endete ihr Ausflug in die Selbständigkeit auf der Intensivstation. Herzthrombose, Reha, Geschäftsaufgabe. Sie hat sich bis heute nicht richtig davon erholt. Sie musste ihre Lebensversicherung auflösen. Ihr finanzielles Polster für den Ruhestand.

Andere an ihrer Stelle würden zum Sozialamt gehen und Grundsicherung beantragen. Auch ihr stünde das Existenzminimum von 409 Euro zu. Doch Heidi Steenbock schuftet lieber, als den Staat um Hilfe zu bitten. Einmal ist sie im Laden zusammengeklappt. Ein Rettungswagen fuhr sie ins Krankenhaus. Nur drei Stunden später stand sie wieder auf der Matte. Sie sagt: „Was soll ich alleine zu Hause?“ Sie hat den Umsatz der Filiale angekurbelt. Sie liest Kochzeitschriften, um sich Anregungen für neue Brötchenbeläge zu holen. Die Arbeit ist ihr Leben, und sie genießt es, gebraucht zu werden.

Das Sozialamt hat sie nie wieder betreten

Das Sozialamt meidet sie. Sie kennt die Sachbearbeiterin, die für sie zuständig ist. Sie war da, als sie in Rente ging. Sie müsse sich eine günstigere Wohnung suchen, sagte die Frau. Ihre liege 120 Euro über dem Regelsatz. Doch Heidi Steenbock wohnt schon seit Jahren in der 5. Etage eines Hochhauses in Schöneberg. Anderthalb Zimmer mit Balkon. Sie ist mit den Nachbarn per Du. Man hilft sich gegenseitig. Sie will hier nicht weg. Und deshalb beschloss sie, den Differenzbetrag von 120 Euro aus eigener Tasche zu bezahlen. Auch deshalb hat sie sich diesen Job gesucht. Die Behörde hat sie nie wieder betreten.

Jürgen Dahl, 65, kennt solche Geschichten. Er ist der Leiter einer Bürgerinitiative in Berlin. Sie heißt „Reiches Deutschland – Arme Rentner/innen“. Spricht man den ehemaligen Polizisten auf die Grundsicherung an, dann sagt er: „Viele Rentner wissen gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt.“ Und von denen, die es wüssten, gehe es vielen wie Heidi Steenbock. Ihr Stolz verbiete ihnen, die Hand aufzuhalten. Dahl findet das falsch. Er ermutigt Antragsteller, ihre Ansprüche zu artikulieren. Er begleitet sie sogar zum Sozialamt. Er sagt: „Das ist eine Prozedur.“ Kontoauszüge, Mietverträge, Lebensversicherungen, alles müsse offengelegt werden. „Davor haben viele Angst.“

Alarmierende Zahlen

Noch ist es eine überschaubare Klientel, die im Alter zum Sozialfall wird. Ehemalige Gastarbeiter betrifft das Problem häufiger als deutsche Staatsangehörige und Frauen eher als Männer, besonders geschiedene.

Doch in Zukunft wird die Altersarmut größere Kreise ziehen, prophezeit der Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel. Schließlich werde die gesetzliche Rente weiter sinken. Seit dem Jahr 2000 sei sie im bundesdeutschen Schnitt um ein Viertel zurückgegangen, von 1226 Euro auf 815 Euro. Bekam ein Rentner vor 16 Jahren noch 53 Prozent seines Bruttolohns, waren es 2015 nur noch 48 Prozent. Bis 2030, so hat es die Deutsche Rentenversicherung hochgerechnet, sinkt das Rentenniveau auf 43 Prozent.

Es sind nicht nur diese Zahlen, die Hickel alarmieren. Er hat auch die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Blick. Er sagt, der Vollbeschäftigte sei ein Auslaufmodell. Der Trend gehe zur Leiharbeit und zu Teilzeitjobs. Eine zusätzliche Altersvorsorge, wie sie die Bundesregierung in ihrem jüngsten Alterssicherungsbericht allen Arbeitnehmern dringend empfiehlt, könnten sich viele nicht mehr leisten. Keine beruhigende Aussicht. „Ohne Kapitalvorsorge rutscht man unter die Armutsgrenze“, sagt Hickel.

Zahlreiche Hilfsangebote

In Berlin kann man die Folgen dieses Trends schon heute beobachten. In den Ausgabestellen der Tafel trifft man immer häufiger Rentner, die erst im Alter zum Sozialfall wurden. „Die fetten Jahre sind vorbei“, sagt Regina Saeger. Seit 1999 ist die heute 77-Jährige Vorsitzende des Landesseniorenbeirats.

Aussichtslos ist die Lage dennoch nicht. In kaum einer anderen Stadt gebe es so viele Hilfsangebote für bedürftige Alte wie in Berlin, sagt Regina Saeger. Beratungen durch die Volkssolidarität, das Deutsche Rote Kreuz oder das Union-Hilfswerk. Computerkurse oder Tanzabende in Seniorenfreizeitstätten. Auch politisch setzt man sich für die armen Alten ein. Gerade hat der Seniorenbeirat eine Anfrage an den Senat zum Thema Zwangsräumungen gestellt. Rentner müssen raus aus der Stadt, weil die Mieten anziehen und den Regelsatz des Sozialamtes übersteigen. Wieviele es sind, weiß derzeit keiner genau.

Für die Rechte kämpfen

Es sei, sagt Jürgen Dahl von der Initiative „Reiches Deutschland – Arme Rentner/innen“, höchste Zeit für eine Rentenreform. Schon heute ist jeder fünfte Berliner 65 Jahre alt oder älter. Und die Gesellschaft altert weiter. Gerade darum sei es so wichtig, dass die Rentner aus ihren Schneckenhäusern kämen und für ihre Rechte kämpften. Seine Initiative fordert eine Mindestrente von 1250 Euro. Zuletzt haben er und seine Mitstreiter im April 2016 auf dem Alexanderplatz dafür demonstriert. 120 Rentner waren dabei.

Zu den regelmäßigen Treffen der Initiative im Kulturhaus Spandau kommt auch Sonja Ihlow*. Sie ist 82 Jahre alt, eine Frau, die mit ihrem grauen Pferdeschwanz immer noch aussieht wie ein Mädchen und die auch so lacht. Dabei hat sie das Leben schon einige Male auf eine harte Probe gestellt. Heute lebt sie von 409 Euro Grundsicherung. Nach Abzug aller Kosten bleiben ihr pro Tag genau 4,74 Euro zum Leben, sie hat das mal ausgerechnet. Ein Armutszeugnis, feinsäuberlich notiert auf DINA4-Papier. Das Geld für die Geburtstagskarten der sechs Urenkel hat sie unter „Nebenkosten“ verbucht. Sie sagt: „Das kann mir keiner nehmen.“

Alleinsein muss niemand

Sonja Ihlow ist nicht ihr richtiger Name. Weder ihr Vermieter noch ihre Nachbarn wüssten, dass sie von staatlicher Hilfe leben müsse. Sie sagt, sie möchte sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn es herauskäme.

„Sozialhilfeempfänger wollen wir hier nicht“, hat der Hausmeister erst neulich gesagt. Sonja Ihlow ist erschrocken zusammengezuckt. Das Sozialamt zahlt 420 Euro warm für ihre Wohnung in Charlottenburg. Sie hat nur anderthalb Zimmer, dafür hat das Haus einen Fahrstuhl und ist zentral gelegen. Ärzte, Friseur und Supermarkt, alles kann sie zu Fuß mit ihrem Rollator erreichen. Auch ihre Tochter Anja, mit 59 Jahren selbst schon Rentnerin, wohnt gleich um die Ecke.

Sonja Ihlow verpasst kein Treffen der Rentner-Initiative „Reiches Deutschland – Arme Rentner/innnen“. Im Seniorenklub ist sie schon lange nicht mehr gewesen. Eisbeinessen oder Tagesausflüge könne sie sich nicht leisten, sagt sie. Und sie fühlt sich im Klub auch nicht richtig aufgehoben. Anders ist das bei den Treffen in Spandau. Dort kann sie ihren Ärger loswerden. Dort findet sie Hilfe. Mit ihren Mitstreitern kann sie über ihre Ängste sprechen. Und sie spürt etwas, was sie sonst nicht spürt: Sie ist nicht allein.

*Namen von der Redaktion geändert

Hier gibt es Kontakt und Hilfe:Das Berliner Senioren-Telefon des Humanistischen Verbands bietet ein offenes Ohr bei schwierigen Lebenssituationen und Einsamkeit und vermittelt weitergehende Beratung zu Themen wie Wohnen, Rente, Pflege, Recht, Freizeit. Sie bleiben anonym. Tel. 2796444 (Mo. u. Mi. 12 bis 14 Uhr, Fr. u. So. 14 bis 16 Uhr)Mehr Infos zu den Angeboten für Senioren in den Bezirken gibt es in der Geschäftsstelle des Landesseniorenbeirats, info@lsbb-lsv.de oder Tel. 32664-126. Die Initiative „Reiches Deutschland – Arme Rentner/innen“ trifft sich jeden letzten Samstag im Monat von 11 bis 13 Uhr in der Mauerritze, Mauerstraße 6, Spandau. Mehr Informationen bei Jürgen Dahl, Tel. 0152 / 261 068 96 oder unter rentenini.wordpress.com.