Kriminalität

Ich gebe nicht auf!

| Lesedauer: 18 Minuten
Franz Michael Rohm

Foto: Amin Akhtar

Antje Lamprecht ist hörbehindert. In ihrem Blumenladen in Wilmersdorf wurde sie in 15 Jahren 15 Mal überfallen. Trotzdem macht sie weiter – auch wegen ihrer Tochter.

Der Messerräuber kam kurz vor Feierabend. Antje Lamprecht hatte bereits mit dem Einräumen ihrer Blumenauslage vor dem Glas-Pavillon „Florawunder“ an der Mecklenburgischen Straße in Wilmersdorf begonnen. Der große, gut gekleidete blonde Mann habe auf den ersten Blick einen soliden Eindruck gemacht. Gepflegtes Äußeres, Markenjeans, gute Schuhe, Jackett. „Machen Sie mir einen schönen großen Strauß zurecht. Ganz in Weiß bitte“, sagte er und begann eine Unterhaltung über einfarbige Blumensträuße. Sie sei zwar einen Moment lang irritiert gewesen, als der Mann sich sehr nahe neben sie an den Tresen gestellt habe, nach der Kasse schielte und sich umsah. Doch dann habe er sie mit einem Gespräch über weiße Amaryllis und Astern abgelenkt. Vor dem Tresen habe er am Mantel herum gefingert und gemeint, er habe seine Geldbörse im Auto vergessen. Als er hinausging, band Antje Lamprecht noch Grün in den dicken Strauß und rechnete zusammen. Über 50 Euro, ein gutes Feierabendgeschäft.

Als der vermeintliche Kunde zurückkam, hatte er eine Tüte in der Hand. Er sah sich ein paar Mal rasch um, zog ein großes Messer und verlangte das Geld aus der Kasse. „Ich habe es ihm gegeben. Mein Leben ist mir mehr wert als hundert Euro“, sagt die Fünfzigjährige. Das Ganze geschah ein paar Tage vor Weihnachten 2011.

Wenn Antje Lamprecht aufgeregt ist, spricht sie schnell und etwas undeutlich. Sie kam mit einem schweren Hörfehler auf die Welt und ist zu neunzig Prozent schwerbehindert. Dafür spricht sie normalerweise sehr verständlich und klar. Aber die Erinnerung an den Raub verschlägt ihr auch drei Jahre nach der Tat noch immer fast die Sprache.

„Reg dich nicht auf“, sagt mitfühlend Tochter Madelaine. Die 24-jährige Lehramtsstudentin drückt ihre Mutter und bringt eine Tasse Tee. Es dauert eine Weile, bis Antje Lamprecht weiter berichtet. Der Räuber sei dann zu seinem Auto gerannt. Sie habe um Hilfe gerufen, aber es war zu spät. Die Polizei kam, wie schon oft, nur kurz nach ihrem Notruf aus der nahen Wache in der Rudolstädter Straße angerast. Aber der Räuber war über alle Berge.

Es war nicht das erste Mal

Nicht einmal von ihrer Tochter Madelaine konnte sie sich nach dem Überfall trösten lassen. Die studierte zu dieser Zeit in Dresden. „Es macht einen so wütend und so hilflos“, sagt Madelaine. Es war keinesfalls das erste Mal, dass ihre Mutter ausgeraubt wurde. Im Durchschnitt wurde sie, seit sie im Jahr 1999 einen einfachen Blumenstand mit Zeltplanen an der Ecke Brabanter Straße eröffnet hat, jedes Jahr Opfer von Raub, Einbruch oder Diebstahl.

Mehr als 226.000 Diebstähle wurden im vergangenen Jahr in Berlin registriert, eine Steigerung von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den Raubdelikten gab es einen Rückgang von 3,1 Prozent auf insgesamt 6.222 gemeldete Delikte. Sich vor Einbrüchen, Raub und Diebstählen vollständig zu schützen, ist schwierig – und nicht zuletzt kostspielig.

Herbert Krüger berät Geschäftsleute und Einzelhändler beim Landeskriminalamt in Sachen Überfall- und Diebstahl-Prävention. „Um sich Sicherheit zu verschaffen, müssen auf jeden Fall die mechanischen Voraussetzungen gewährleistet sein“, sagt der LKA-Mitarbeiter. Das bedeutet, nur zertifizierte Schlösser, Türen- und Fenstersicherungen einzubauen. „Die sind natürlich teuer“, musste Antje Lamprecht feststellen. A und O sind für Krüger auch Verhaltensweisen wie die Kontrolle, ob alles korrekt abgeschlossen ist, wenn die Einzelhändler Laden oder Geschäft verlassen. „Ein gekipptes Fenster ist immer eine Einladung für Diebe“, so Krüger. Auch die Überprüfung des eigenen Verhaltens zählt für Krüger zur Prävention. Er rät, über den Tag hinweg Kasseneinnahmen an einen sicheren Ort zu bringen. Wenn die Einzelhändler alleine im Geschäft sind, sei die Organisation von Besuchen durch Freunde oder Familie hilfreich. Die könnten dann auch das Bargeld in Sicherheit bringen.

Immer dreister

Im Laufe der Jahre, stellt Antje Lamprecht fest, seien die Täter allerdings auch „immer dreister und rücksichtsloser“ geworden. Schon fast normal sind Diebstähle. „Mutter stellt meistens nur noch Grün und Dekozeug raus. Es gibt heutzutage Diebe, die kommen mit dem Fahrrad angefahren, schnappen sich einen Strauß und fahren davon“, erzählt Tochter Madelaine. Diese Art Diebstahl würde auch von Frauen verübt, ergänzt die Mutter. Ansonsten wären es ausschließlich Männer, die sie beraubt und bestohlen hätten. Manche „arbeiten“ zu zweit. Während der eine Frau Lamprecht in ein Gespräch vor ihrem Pavillon zieht, baldowert der Zweite das Ladeninnere aus. Je länger die beiden Frauen erzählen, desto mehr Geschichten fallen ihnen ein.

„Ganz am Anfang, noch in dem Zeltstand, wollte ich gerade die Tageseinnahmen zählen. Da sah ich, wie erst eine Hand und dann der dazugehörige Arm aus der Plane wuchs“, erzählt Antje Lamprecht. Ein Dieb hatte zwei verknüpfte Planen vorsichtig gelöst und griff in die Kasse. Ohne nachzudenken rannte die Blumenhändlerin um das Zelt und verfolgte den jungen Mann. Sie holte ihn tatsächlich ein und warf ihn zu Boden. Die umstehenden Menschen wussten jedoch nicht, was los war, und Frau Lamprecht traute sich nicht, laut zu sprechen. „Ich hatte so etwas wie eine Sprachblockade. Immerhin ließ der Kerl das Geld los und ging stiften.“

Mit den Jahren hat die Blumenhändlerin gelernt, was sie in solch einer Situation machen muss: „Laut werden, die Leute auffordern, den Laden zu verlassen, Passanten um Hilfe bitten.“ Das geht natürlich nur bis zu dem Punkt, an dem ihr Gewalt angedroht wird. In diesem Fall rennt sie los. Erst mal raus aus dem Laden, das hat ihr auch die Polizei geraten. Am besten dorthin, wo andere Menschen sind. Bis zur Kasse des Wilmersdorfer Hallenbades sind es etwas mehr als hundert Meter. „Da ist bisher keiner hinterher gekommen“, sagt Antje Lamprecht. Allerdings ist dann auch weg, was in der Kasse war. Inzwischen ist da aber kaum noch etwas drin. Ihr Freund kommt mehrmals täglich vorbei und bringt das Bargeld in Sicherheit.

„Ich will kein Opfer sein“

Tochter Madelaine hat, wie viele Stammkunden auch, schon häufiger gefragt, ob es nicht besser sei, dieses riskante Geschäft aufzugeben. Auch, weil sie es sehr belastend findet, sich immer Sorgen um die Mutter zu machen. „Aber dann wäre ich ein Opfer. Das will ich nicht sein. Und ich habe in meinem Laden sehr viele nette Kunden und für sie lohnt es sich, weiter zu kämpfen, auch gegen meine Ängste“, sagt Antje Lamprecht. „Es wäre schön, wenn wir Einzelhändler wieder so eine Kundenbindung bekommen wie damals bei den Tante-Emma-Läden. Die Besitzer wurden respektiert.“

Gekämpft hat sie ihr ganzes Leben. Als sie 1965 als Tochter eines Schwerhörigen mit demselben Handicap in Bitterfeld geboren wird, ist die Unterstützung minimal. „Die Hörgeräte damals waren primitiv“, erinnert sich Antje Lamprecht. Als ihre Mutter stirbt, ist sie sieben. „Schlagartig war die behütete Kindheit vorbei. Ich kam in ein Internat für Hörgeschädigte.“ Dort lernte sie gerne und wusste früh, was sie werden wollte: Gärtnerin.

Bereits als Kind hatte sie ein eigenes Beet bepflanzt. „Blumen machen mich glücklich“, sagt sie. Wenn sie einen Strauß zusammenstellt und bindet, spürt man ihre Begeisterung für Farbkompositionen und ihr Gespür dafür, welche Blätter, Blüten und Gräser harmonieren. Mittlerweile bietet sie auch Adventskranz- oder Ostergesteck-Bastelkurse an. Ihre Lehrzeit absolvierte sie in einem volkseigenen Betrieb in Ludwigslust, der Tomaten und Zierpflanzen für Westdeutschland produzierte. Dort und auch in der Betriebsgärtnerei des Kombinats für Filmherstellung in Wolfen lernte sie die Schattenseite ihres Handicaps kennen. „Manche Kolleginnen und Kollegen nuschelten, wendeten mir nicht den Kopf zu, damit ich von ihren Lippen lesen konnte. Ich wurde ausgegrenzt“, berichtet Antje Lamprecht. Heute würde man sagen: gemobbt.

Das Glück war nur von kurzer Dauer

Sie schulte um und lernte Personalkauffrau. Ende der 1980er-Jahre zog sie von Wolfen nach Ost-Berlin und fand einen Job im Gehörlosenclub an der Schönhauser Allee. Das Glück war aber von kurzer Dauer. Ein Jahr nach der Wende wurde ihr gekündigt. Wieder musste sie von vorne anfangen. Nach zwei Arbeitsbeschaffungs-Maßnahmen bescheinigte ihr das Arbeitsamt, sie sei nicht mehr vermittelbar. „Die einzige Chance war, mich selbstständig zu machen“, erinnert sich die Blumenhändlerin. Das machte sie. Der nächste Schicksalsschlag war die Trennung von ihrem Mann. Trotz ihres Handicaps erstritt sie das Sorgerecht für die Tochter.

Auch um den gläsernen Pavillon hat sie gekämpft. Sieben Jahre liefen die Anträge, immer wieder wurde sie von den Behörden vertröstet. Und nicht nur das. „Ich habe viel Lehrgeld zahlen müssen, weil ich dachte, Unternehmensberater oder Architekten ginge es nicht nur ums Geld. Aber da hatte ich mich getäuscht.“

Ohne ihre Tochter hätte sie es vielleicht nicht geschafft. „Aber wir waren immer ein tolles Team.“ Bereits als junges Mädchen hat Madelaine den Haushalt organisiert, eingekauft und gekocht. Sie bedauert, dass sie keinen „grünen Daumen“ hat: „Ich kann mit Blumen nicht viel anfangen“. Dafür gab es anderes. „Wir haben jahrelang zusammen am Blumenstand Mittag gegessen. Anfangs hatte meine Mutter ja nur das Zelt. Das war für ein junges Mädchen im Sommer sogar ein bisschen romantisch. Im Winter war es oft einfach nur eiskalt.“

Die Tochter hilft, wo sie kann

Abends half die Tochter beim Einräumen der Blumen in einen Container. „Wie oft der beschmiert wurde. Weißt du noch, einmal sogar angezündet“, erinnert die Tochter ihre Mutter. Auch das Verkaufszelt wurde mehrfach angezündet. In einem anderen Fall belästigte ein offensichtlich psychisch gestörter junger Mann sie mehrfach. Da war es hilfreich, als ein groß gewachsener Kunde dem Mann klarmachte: „Wenn du hier noch einmal reinkommst, dann bekommst du es mit mir zur tun“.

Es gibt aber nicht nur negative Beispiele. Mit einigen ungebetenen Besuchern machte Antje Lamprecht sogar ganz gute Erfahrungen. Obdachlose, die im Winter unter die Plane schlüpften und geschützt die Nacht verbringen wollten. „Ich bin immer gleich hin, wenn ich das gesehen habe. Ich wohne ja nicht weit weg und mache immer noch mal einen Kontrollgang, bevor ich zu Bett gehe. Dann habe ich mit denen geredet. Keine Zigaretten drin rauchen und keinen Alkohol, habe ich gesagt. Nichts dreckig machen und morgens um halb acht raus. Naja, hat nicht immer geklappt“, sagt sie und lacht. Manche seien ein, zwei Winter regelmäßig wiedergekommen. Für die Blumenhändlerin eher beruhigend. Und einer der Räuber sei von der Polizei erwischt worden. „Der hatte vom Gericht die Auflage, sich bei mir zu entschuldigen. Das hat er gemacht, und ich habe die Entschuldigung angenommen“.

Madelaine hat seit zwei Jahren einen festen Freund. Mit ihm und ihrer Tochter hat Frau Lamprecht das Innere des Pavillons so umgebaut, dass sie zwei Fluchtwege hat. „Dadurch fühle ich mich schon sicherer“, erzählt sie. Einen ganzen Tag ließ sie den Verkaufstresen hin und herräumen, bis es passte. „Es muss ja weiterhin einladend aussehen.“ Auch eine Videoüberwachung installierte sie. „Ich habe vieles unternommen, um mich einigermaßen sicher zu fühlen“, berichtet Antje Lamprecht.

Große Sensibilität entwickelt

Was sie im Laufe der Zeit durch die vielen Überfälle entwickelt hat, ist eine große Sensibilität. Auch, wenn sie in andere Geschäfte zum Einkaufen geht. Als Einzelhändlerin unterstützt sie, wo es geht, andere Einzelhändler. Den kleinen Buchladen, das Teegeschäft, den Weinladen. „Wir müssen doch zusammenhalten“, sagt sie. Ihr ist aufgefallen, dass sie als erstes registriert, ob jemand allein im Laden ist, wie der geschnitten ist, ob Verkäufer oder Besitzer im Zweifelsfall schnell rauskommen oder hinter einem Tresen in der Falle sitzen. „Ich möchte gar nicht so denken, aber es geschieht automatisch“, sagt sie. Bislang hat sie noch niemanden daraufhin angesprochen. Sie fürchtet, das könne falsch verstanden werden.

Genauso hat sie sich angewöhnt, die Menschen zu beobachten, die sich in der Nähe ihres Geschäftes aufhalten. „Meine Mutter ist viel misstrauischer als früher“, findet Tochter Madelaine. Nur zu verständlich, meint sie.

Ihr Handy, das sie für einen regen Austausch mit ihrer Tochter dringend braucht, war vor einem Jahr weg. „Die waren zu zweit. Einer hat mich abgelenkt, der andere hat das Handy eingesteckt. War aber auch meine eigene Schuld. So was lässt man nicht offen rumliegen“, ärgert sich die Blumenhändlerin im Nachhinein.

Grundsätzlich vermeiden lassen sich Diebstähle oder Überfälle „allerdings leider nicht“, sagt Herbert Krüger vom LKA. Auch die teuerste Technik hilft nur begrenzt, etwa die Installation eines Überfall-Alarms. Dabei wird durch Drücken eines verdeckten Knopfes ein Sicherheitsdienst oder direkt die Polizei verständigt. „Der Alarm bedeutet immer, es ist schon passiert“, sagt Krüger. Zudem ist die Installation sehr kostspielig. Dazu kommt eine monatliche Pauschale von 120 bis 150 Euro für die Alarmübertragung direkt zum Polizeinotruf, plus Wartungskosten.

Er schrie: „Her mit der Kohle!“

Der letzte Überfall in Lamprechts „Flora Wunder“ fand im April vergangenen Jahres statt. Ein junger Mann zog sich plötzlich vor dem Pavillon eine Maske über, stürmte hinein und schrie: „Her mit der Kohle“. Die Blumenhändlerin rannte sofort aus dem zweiten Eingang und rief um Hilfe. Einige Passantinnen kamen ihr zu Hilfe, eine rief per Handy die Polizei. Der Räuber war anfangs noch ganz dreist und sagte, er habe nur Blumen kaufen wollen, und „die Alte spinnt ja“. Als aber die Passanten sagten, die Polizei käme gleich, er solle noch kurz warten, rannte er los. Der Eingang der U-Bahn-Linie 3 am Heidelberger Platz ist nicht weit entfernt. Über die unterirdischen Gänge erreicht man auch die S-Bahn.

„Das ist eben der Nachteil dieser Ecke“, sagt Tochter Madelaine. „Hier ist zwar viel Kundschaft unterwegs, besonders wegen dem St. Gertrauden-Krankenhaus um die Ecke. Auch Autofahrer finden fast immer einen Parkplatz. Aber leider ist es hier deshalb auch ideal, wenn man abhauen will. Nicht nur mit den Öffentlichen. Auf dem Stadtring ist man in einer Minute.“

Nach dem Messerüberfall riet Madelaine ihrer Mutter, sich professionelle Hilfe zu holen. „Sie war traumatisiert, total ängstlich, hypernervös. Am Anfang wollte sie gar nicht zurück in den Laden. Wir wussten nicht, wie es weiter gehen sollte.“

Die Tochter machte sich große Sorgen. Mit einem vom Amt bestellten Kommunikations-Assistenten bemühte sie sich um einen Beratungstermin bei einer Hilfsorganisation. „Aber bei den Arbeitszeiten meiner Mutter ging das nicht“, stellte sie bald resigniert fest. Montag bis Sonnabend ist der Blumenladen von acht Uhr morgens bis sieben Uhr abends geöffnet, Sonntag von acht bis sechzehn Uhr. Am Mittwoch bleibt er geschlossen. Dann muss noch Büroarbeit geleistet, bei den Lieferanten bestellt oder zum Blumengroßmarkt an der Beusselstraße gefahren werden. Oftmals auch unter der Woche, bevor das Geschäft öffnet.

„Meine Mama hat seit Jahren eine 80-Stunden-Woche“, erklärt Tochter Madelaine. „Zuletzt waren wir zusammen vor acht Jahren in Urlaub, auf Mallorca. Sie war ganz aus dem Häuschen, wegen der vielen Blumen dort.“

Niemandem zur Last fallen

Wie sie das aushält, so viel Arbeit, ohne Urlaub? „Ich will niemand zur Last fallen“, sagt Antje Lamprecht kämpferisch. Und setzt hinzu, dass sie bei den vielen Überfällen und Diebstählen einiges gelernt habe. Zum Beispiel, wenn ein Mann mit Kapuze in den Laden kommt, „dann bin ich sofort draußen“. Das irritiert zwar, ist aber sicher.

Einer, bei dem das passierte, war Schauspieler Andreas Hoppe. Als er die Kapuze abzog, erkannte Antje Lamprecht den Tatort-Kommissar, der mit Lena Odenthal ermittelt. Als die Blumenhändlerin von ihren Erfahrungen erzählte, hatte der Schauspieler volles Verständnis. „Er kauft jetzt öfter mal Blumen bei mir“, freut sich Antje Lamprecht. Ihre Tochter Madelaine sieht sie an und sagt: „Irgendwann könnte diese miese Serie doch einfach mal enden.“