Hallo Herbst!

Herbstfeste zwischen Gruseln und Schlemmen

Es gibt keinen Grund, dem Sommer nachzuweinen. Feste wie Erntedank und Halloween lassen die kühlere Jahreszeit richtig fröhlich werden. Nicht zu vergessen die herbstlichen Früchte für Tisch und Magen.

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Der kräftige Herbstwind fegt die roten, braunen und gelben Blätter von den Bäumen, Kastanien und Eicheln plumpsen auf den Boden, es wird täglich früher dunkel – der Herbst nähert sich. Der Tisch ist so reich gedeckt wie selten im Jahr: Die Bauern haben das Getreide geerntet, die Weinlese beginnt, frische Äpfel, Birnen und Quitten werden gepflückt und Pilze gesammelt.

Und noch ein Herbstbote steht in vielen Varianten auf dem Speiseplan: der Kürbis. Ernte, Kürbis – damit sind wir bei zwei Festen, die zeitlich nah beieinanderliegen: Erntedank und Halloween.

Die Altäre der Kirchen sind hübsch geschmückt mit Obst, Gemüse und Getreide. In ländlichen Gebieten werden zudem festliche Umzüge veranstaltet – die Trecker und Pferdewagen ebenso liebevoll wie prächtig mit Feldfrüchten behängt.

Die traditionelle Erntekrone

Auch Erntedank-Märkte, auf denen die Bauern an Ständen ihre Gaben anbieten, sind üblich. Brot wird frisch gebacken, Erntegeräte von heute und früher werden gezeigt, es wird Musik gespielt und geschlemmt. Traditionell wird auch eine Erntekrone gebaut und beim Umzug gezeigt – die riesige Krone aus Stroh wurde einst nach Ende des Kornschnittes von dem Vorarbeiter eines Hofs an den Gutsbesitzer überreicht.

Auch das eigene Zuhause kann dekoriert werden – schließlich wird man in der kühleren Jahreszeit wieder häuslicher. So kann man eine kleine Vase in eine größere stellen und den Zwischenraum mit Dinkel füllen und Weizenähren einstecken. Die kleinere Vase wird mit Wasser gefüllt und ein Strauß aus Herbstblühern wie Sonnenbraut oder Knolliger Seidenpflanze wird hineingestellt. Auch Zierkürbisse machen sich gut.

Apropos: Nur wenige Wochen nach Erntedank, nämlich am 31. Oktober, kann der Herbstschmuck ergänzt werden. Am Vorabend von Allerheiligen nämlich ist Halloween. Dicke, orangefarbene Kürbisse werden ausgehöhlt – doch Vorsicht, die Außenwand des Kürbisses darf nicht zu dünn werden, denn sonst fällt er in sich zusammen, wenn man ein Fratzengesicht hineinschnitzt. Etwa ein bis zwei Zentimeter sollte die Wand dick sein.

Schaurig-schöne Kürbis-Gesichter

Das Gesicht flackert schaurig-schön, wenn man eine Kerze in den Kürbis stellt. Dazu passen Spinnweben aus Märchenwolle (im Bastelbedarf) oder schwebende Gespenster – weiße Luftballons, auf die mit schwarzem Stift Gesichter gemalt sind.

Zu Halloween gehen die Kinder, möglichst furchteinflößend verkleidet, von Tür zu Tür und rufen „Trick or treat!“. Auf Deutsch: „Süßes, sonst gibt’s Saures!“ Wer also keine Bonbons oder Schokolade in die Beutelchen der Kinder wirft, wird „bestraft“. Es bleibt meist bei kleinen Gemeinheiten wie Zahnpasta auf der Türklinke oder Toilettenpapier im Baum. „Die Grenze liegt bei Sachbeschädigung oder Körperverletzung“, warnt Eva Becker, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein.

Glibberige Substanzen auf dem Boden sind schon grenzwertig, denn es könnte jemand ausrutschen und sich verletzen. Werden Eier an die Hauswand geworfen, müssen die Eltern der Kinder für die Reinigung aufkommen oder es selbst wieder entfernen. Am besten klären Eltern vorher, was das Kind vorhat und was es darf – und was nicht. Kleine Kinder, so rät Becker, sollten sowieso von ihren Eltern begleitet werden.