Schwimmen

Großer Spaß für kleine Wasserratten

Die Berliner Bäderbetriebe haben in diesem Sommer Familien im Fokus. Mit Schwimmkursen, Partys oder Märchennächten über die ganze Stadt verteilt, ist für jeden Geschmack etwas dabei

Foto: Franz Michael Rohm

Und jetzt alle strampeln, dolle“, ruft Schwimmmeisterin Astrid Bär. Neun Kinder der Friedenauer Kita Villa Anna werfen den zweibeinigen Außenborder an und freuen sich wie Bolle. Fünfzehn Mal kommen die Kleinen einmal die Woche ins Wilmersdorfer Hallenbad am Heidelberger Platz.

Manch einer macht danach vielleicht sein Seepferdchen. Wie der fünfjährige Levin. Er will nach den spielerischen Übungen gar nicht von der Wasserschlange lassen. „Macht Spaß“, sagt er und planscht mit seinen Armreifen los.

Großes Angebot an Schwimmkursen

Anfang des Jahres kam eine erschreckende Nachricht von der DLRG: Nur noch die Hälfte aller Grundschüler macht ihren Freischwimmer, das Bronze-Abzeichen. Die Berliner Bäder-Betriebe halten mit einem umfangreichen Angebot an Schwimmkursen wie dem Kita-Schwimmen dagegen. Auch in den Ferien setzen die Bäder-Betriebe verstärkt auf Schwimmkurse. So finden dieses Jahr vom 14. Juli bis 1. August und vom 4. bis 22. August täglich Kurse mit jeweils 15 Unterrichtseinheiten statt. Die Kosten betragen inklusive Eintritt 75 Euro.

„In dieser größten Ferienschwimmschule Berlins werden an 15 Bäderstandorten insgesamt 178 Kurse für 1780 Kinder angeboten“, erklärt Matthias Oloew, Pressesprecher der Berliner Bäder-Betriebe. Ab Ende Mai sind die Kurse buchbar. Im Kombibad an der Seestraße, der Schwimmhalle Zingster Straße in Lichtenberg, der Schwimmhalle Buch, der Sport- und Sprunghalle Europasportpark in Pankow und der Kleinen Schwimmhalle Wuhlheide werden zudem spezielle Kurse für Baby- und Kleinkinderschwimmen sowie Elternschwimmen angeboten.

Allerdings prüft das Umweltbundesamt derzeit, ob bei Kindern unter zwei Jahren, in deren Familien gehäuft Allergien auftreten, beim Babyschwimmen ein erhöhtes Asthma-risiko besteht. Für alle anderen Kinder sei das Babyschwimmen weiterhin bedenkenlos möglich. „Daneben gibt es in den meisten Bädern an den Wochenenden zu festgelegten Zeiten Spiel- und Spaßbaden für Kinder“, sagt Matthias Oloew.

Preisgünstige Familienkarte nutzen

Viele der 26 Sommerbäder sind mittlerweile mit Mehrzweckbecken, Wasserspielen und Rutschen ausgestattet. Auch ist in den letzten Jahren eine große Zahl der Freiluft-Spielplätze modernisiert worden. Zwar sind im Zuge der Tarifreform im Januar Früh-, Spätschwimmen und Schwimmen nach 15 Uhr teurer geworden, dafür gilt zwischen 10 und 15 Uhr ein günstigerer Preis als vorher.

„Besonders attraktiv ist nach wie vor unsere Familienkarte, bei der zwei Erwachsene und bis zu fünf Kinder für 11,50 Euro ins Schwimmbad gehen können“, so der Sprecher der Bäder-Betriebe. Für Kinder unter fünf Jahren sei der Eintritt in Begleitung eines Erwachsenen weiterhin frei.

Besonders bei Jugendlichen beliebt sind „Tinti Pool Parties“, bei denen ein DJ und ein Animateur für einen unterhaltsamen Nachmittag sorgen. Am 7. Juni steigt die Party im Sommerbad Humboldthain, am 28. Juni im Sommerbad Mariendorf und am 29. Juni im Sommerbad am Insulaner. Weiteres Highlight des Kinder- und Jugendangebotes der Bäder-Betriebe sind zweimal monatlich der Märchennachmittag in einer Mongolischen Jurte im Strandbad Weißensee zum Preis von sieben Euro.

Mit flachen Becken und auf 27 Grad erwärmtem Wasser punkten das Kinderbad Monbijou in Mitte und das Kinderbad Platsch in Marzahn. Eine „Lange Nacht der Familie“ findet am 24. Mai im Stadtbad Lankwitz und der Schwimmhalle Buch statt. „Das Programm für Kinder und Jugendliche in Berlin kann sich wirklich sehen lassen. Hier kann jeder, der Schwimmen lernen will, es auch lernen, besonders Kinder“, sagt Schwimmlehrerin Bär, die bereits mehr als 2500 Mädchen und Jungen Schwimmen beigebracht hat.