Nachbarschaft

Fast wie eine richtige Familie

Ganz Berlin feiert das Fest der Nachbarn. Die Rummelsburger Bucht feiert mit. Hier weiß man: Die Menschen von nebenan sind unentbehrlich. Eine Geschichte über Gemeinsinn, Unterstützung und Zusammenhalt.

Foto: Jörg Krauthöfer

Fahrt nicht, hat sie gesagt. Ihr könnt mich doch nicht allein lassen. Mein Kreislauf ist am Boden. Ich schaffe es kaum aus dem Bett. Vielleicht ist es doch eine Lebensmittelvergiftung.

Ferah Laue, 53, erzählt diese Geschichte bei Kaffee und Kuchen auf ihrer Terrasse, im Kreise ihrer Nachbarn. Wie ihr Mann Jürgen, 65, und ihr Sohn Björn, 17, am Ende doch ohne sie nach Budapest gefahren sind. Der Wochenendtrip zu Freunden war seit Wochen geplant, berufliche Termine ihres Mannes standen schon lange fest. Ein schlechtes Gewissen mussten sie deswegen nicht haben. Sie wussten ja, dass sie, Ferah, zu Hause gut umsorgt werden würde. Wozu gibt es schließlich Nachbarn?

Willkommen in der Wasserstadt, einer Neubausiedlung in der Bucht von Rummelsburg, 1500 Familien, 4500 Menschen. Es ist keine gewöhnliche Siedlung, mitten in der Stadt und doch im Grünen, die Spree vor der Haustür. Das merkt man, wenn man auf der Hauptstraße stadteinwärts in Richtung Ostkreuz links einbiegt.

Reihenhäuser schmiegen sich an verkehrsberuhigte Seitenstraßen, Townhouses wie aus der Zeitschrift „Schöner Wohnen“. Lichtdurchflutet und minimalistisch im Design.

Das Drumherum muss stimmen

Auf den ersten Blick sehen sie alle gleich aus mit den großen Fenstern und dem Holz auf der Fassade, doch wer genau hinsieht, erkennt, dass jedes einzelne ein Unikat ist mit eigenem Grundriss. Mit den Häusern ist es ein bisschen mit den Menschen, die darin wohnen. Es sind Individualisten, die ihre Freiheit lieben, denen es aber genauso wichtig ist, dass das Drumherum stimmt.

Dass die Kinder einfach so raus können, ohne dass man sie begleiten muss. Dass es einen Bootssteg am Ufer gibt und der Park am Medaillonplatz das bleibt, was er ist. Er ist der beliebteste Treffpunkt der Anwohner. Hier picknicken sie. Hier spielen sie Fußball. Und einmal im Jahr feiern sie hier alle zusammen ein großes Sommerfest.

Wie geht denn so was, fragen sich jetzt vielleicht Neu-Berliner, die ihre Nachbarn nur zu Gesicht bekommen, wenn sie ein Paket bei ihnen abholen, guten Tag, Meier mein Name, ach Sie sind das, bitte, danke.

Man kennt sich eben in Rummelsburg, das liegt in der Natur dieses Wohngebietes. Die meisten Bewohner sind auch Besitzer. Sie haben die Häuser zusammen geplant, gemeinsam war es günstiger.

Hinter jeder Häuserreihe steht eine Baugruppe, und jede Baugruppe hat ihre eigene Geschichte. Halb Komödie, halb Tragödie, so kann man das wohl verallgemeinern.

Gemeinsam leiden, gemeinsam feiern

Ein Haus zu bauen, das ist ein bisschen so wie ein Kind zu bekommen. Ein Abenteuer, eine existenzielle Herausforderung, ein Härtetest. Finanziell und nervlich. Worüber haben sich die Laues mit ihren Nachbarn in der Bauphase nicht alles gestritten, über die Auswahl der Fenster oder die Farbe der Fassade.

Wie hat man gemeinsam gelitten. Als der Rohbau im Winter beheizt werden musste, weil die Elektriker bei Minus-Temperaturen gestreikt hätten. Oder als das Timing auf der Baustelle wieder mal durcheinander geriet, weil die Treppenbauer nicht in die Strümpfe kamen oder der Estrich langsamer trocknete als geplant.

Sie waren Fremde, als es losging. Sie hatten sich über eine Zeitungsannonce kennengelernt. Doch am Ende, als die Häuser schlüsselfertig waren, da war aus Zufallsbekannten ein Team geworden. Da erging es den Bauherren wie Eltern nach der Entbindung. Man denkt, man hat den schwierigsten Teil des Aufstiegs überstanden. Dabei fängt das eigentliche Abenteuer erst an.

Eine Idee aus Paris

Die Wasserstadt ist ein Beispiel wie aus einem Lehrbuch für intakte Nachbarschaften. Und heute, am „European Neighbours’ Day“, können sich auch neu Dazugezogene davon überzeugen. Berlin ist eine von 30 europäischen Großstädten, die sich an dieser Aktion beteiligen.

Die Idee kommt aus Paris. Dort suchte ein Verein um die Jahrtausendwende nach Wegen aus der Isolation in den Banlieues, in den Mietskasernen am Rand der Stadt, die so schnell in den Himmel wachsen, dass die Infrastruktur kaum hinterherkommt. Seelenlose Ghettos sind das, soziale Brennpunkte, die den Staat viel Geld kosten.

Irgendwann müssen Sozialarbeiter in die Bresche springen und kitten, was kaum noch zu kitten ist. Menschen zusammenbringen, die nicht miteinander reden. Menschen, die sich nicht für die Nachbarn interessieren, weil sie schon genug Probleme mit sich selber haben. Eigentum schützen, das demoliert wird, weil sich keiner verantwortlich fühlt. Was für ein Potenzial geht da verloren?

Inzwischen ist die Idee des Neighbours’ Day bis nach Australien, nach Afrika und in die USA geschwappt. Berlin ist auch wieder mit dabei. Speeddating auf dem Wühlischplatz in Friedrichshain, Nachbarschaftsfest im Märkischen Viertel, Orientalische Nacht in Reinickendorf, ein Nachtflohmarkt in Kreuzberg. Das sind einige der Anlaufpunkte.

Gespräche, Tee und Herzlichkeit

Auf der Internet-Seite „das-fest-der-nachbarn.de“ des Verbands für sozial-kulturelle Arbeit haben sich 64 Vereine, Wohnungsbaugenossenschaften und Freizeit-Treffs angemeldet, davon allein dreizehn aus Berlin-Mitte. Und unter allen Angeboten fällt das der Rummelsburger auf, weil es so offen, spontan und erfrischend unkonventionell klingt. Jürgen Laue lädt ein zu „Gesprächen, Tee und Herzlichkeit“.

Laue ist ein blonder Schelm mit Brille und Schnauzer, aufgewachsen im Ruhrpott und als Ingenieur und Hotelplaner viel in der Welt herumgekommen. „Project Management“ und „Trouble-Shooting“ steht in seinem beruflichen Briefkopf, und das beschreibt ihn auch gut als Mensch. Er ist einer, der Vogelhäuschen im Park aufgehängt und Geld für einen Bootssteg gesammelt hat. Für die SPD streitet er im Bezirksrat für mehr Kita-Plätze. Er kann nicht anders. Die Rummelsburger Bucht, das ist seine Scholle, sein Hafen.

Hier ist er gelandet, nachdem sein Job die Familie zuletzt nach Budapest geführt hatte. Zurück nach Mitte wollten sie nicht mehr, in ihre alte Wohnung am Hackeschen Markt. Zu viel Lärm, zu viel Enge, zu viele Touristen. Die Laues flohen in die Rummelsburger Bucht.

Ein Button mit der Aufschrift „WIR“

Und da sitzt man schon bei ihnen auf der Terrasse. Es ist ein Nachmittag im Mai, Ferah, studierte Innendesignerin und Köchin aus Leidenschaft, hat ihren berühmten Blaubeer-Käsekuchen gebacken.

Einige Nachbarn sind auch da. Kerstin von Drigalski zum Beispiel, Tischler-Meisterin, Mutter von zwei Kindern und die Frau fürs Organisatorische. Irgendetwas ist immer. „WIR“ nämlich.

So steht es auf einem Button, den sie sich demonstrativ an den Kragen ihres Trenchcoats gepinnt hat. WIR, das steht für „Wohnen In Rummelsburg“. So heißt der Verein, der das gesellschaftliche Leben im Kiez organisiert.

Tanz, Musik und Cocktails

Den großen Martinsumzug im November. Den Tanz in den Mai. Das Großreinemachen im Park. Und, nicht zu vergessen, die Rummelsburger Festspiele im Juni. Mit Musik, Cocktails und Puppenspiel für die Kinder.

Der Termin für die Sommersause rückt unaufhaltsam näher. Der gesellschaftliche Höhepunkt des Jahres. Doch Kerstin von Drigalski erweckt nicht den Anschein, als raube ihr die Organisation den Schlaf.

Dabei ist es nicht so, dass sie Langeweile hätte. Da ist ihr Job, ihre Familie, das Haus und der Garten. Und natürlich genießt auch sie es, zur Abwechslung mal mit den Nachbarn auf der Terrasse zu chillen. Kuchen auf dem Teller, der Duft nach frischem Flieder in der Nase und Klaviermusik im Ohr.

Es klingt wie eine Aufnahme von der CD. Es ist aber ihr Mann Christian, Banker von Beruf und in der Baugruppe der Mann für die Finanzen, das ruhige Pendant zu Jürgen Laue, dem Trouble-Shooter.

Jetzt sitzt er am Flügel in der ersten Etage und spielt was von Mozart. Es hält seine Frau Kerstin nicht davon ab, die anderen über den neuesten Stand der Planungen zu briefen. „Ich muss noch die Dixie-Klos bestellen“, sagt sie.

„Sind die Beat Boxer eigentlich auch wieder mit dabei?“, fragt Kieran Stanley, ein international beschäftigter Zoo-Architekt und Vater von drei Töchtern. Vor sechs Jahren ist die Familie umgezogen, aus der Mietwohnung im Bergmann-Kiez in Kreuzberg ins Reihenendhaus in der Wasserstadt. Der Kinder zuliebe, sagt Kieran, ein drahtiger Mittvierziger, und seufzt einmal tief. Er ist selber auf dem Land groß geworden, im Süden Irlands, in der Grafschaft Cork.

Im Topf ist genug für alle

Er sagt, wie stressig es mit den Kindern im Bergmann-Kiez gewesen sei, dem Mekka für Touristen, hier eine Eisdiele, dort eine Pommesbude. „Du gehst einmal mit den Kindern vor die Tür, zack, bist du vierzig Euro los.“

In der Rummelsburger Bucht kann ihm das nicht passieren. Er sagt, die Kinder seien den ganzen Tag allein unterwegs. Es sei ein bisschen wie in seiner Kindheit. Die Tür, sie stehe halt immer offen, die Freunde der Töchter kommen und gehen, und wer da sei, esse eben mit, im Topf sei immer genug für alle da.

Die gastronomische Infrastruktur in der Wasserstadt ist ausbaufähig, um es vorsichtig zu formulieren. Es gibt einen Italiener und die Hafenküche, und ein Café am Park, das gibt es auch.

Aber mehr eben nicht. Wer mittags einen Happen essen gehen will, fährt nach Friedrichshain, auch zum Einkaufen. Die nächsten Geschäfte liegen an der Hauptstraße, zwei Discounter, ein Aldi und ein Netto. Viele Rummelsburger bedauern das. „Was wirklich fehlt, ist ein Bioladen“, sagt Jürgen Laue, und Ferah bleibt nichts anderes übrig, als in sein Seufzen einzustimmen. Luxusprobleme in der Hartz IV-Hauptstadt, wenn man so will.

Es entbehrt nicht der Ironie, dass die lückenhafte Infrastruktur den Zusammenhalt eher noch befördert hat. Man kocht eben selber oder lädt die Nachbarn zum Grillen ein. Es ist ganz einfach, sagt Sandra Striffler, die mit ihrem Mann Clemens und Töchterchen Mia in einer Doppelhaushälfte wohnt, mit Garten, Balkon und Dachterrasse. „Wir schenken unserer Nachbarin einen Gutschein für einen Sushi-Kurs zum Geburtstag – und sie lädt uns dann abends zum Essen ein.“

Erfüllung eines Lebenstraums

Leben und Arbeiten unter einem Dach: Die Strifflers haben sich in der Wasserstadt einen Lebenstraum erfüllt. Er ist Regisseur, sie Schmuckdesignerin. Bevor ihre Tochter Mia geboren wurde, kündigte Sandra Striffler ihren Job als PR-Frau für einen privaten TV-Sender und machte sich als Schmuckdesignerin selbständig.

Sie zogen von Prenzlauer Berg in die Wasserstadt, im eigenen Haus teilt sie sich das Erdgeschoss mit ihrem Mann. Links sind seine Schneideräume, rechts ist ihr Atelier, mit Blick ins Grüne. Sandra Striffler sagt: „Wenn man schon zwölf Stunden am Tag am Schreibtisch sitzt, will man es wenigstens schön haben.“

Natürlich kostet das auch ein bisschen Zeit. Bowle machen für die Festspiele, Laub aufharken im Park, um die kränkelnden Kastanien von der Miniermotte zu befreien. Ziele, die die Initiatoren des Neighbours’ Day irgendwann mal als Leitfaden zusammengefasst haben. In der Wasserstadt sind sie längst Alltag.

Es ist ein Kiez der Besserverdienenden, das macht einiges leichter. Aber Geld ist eben auch nicht alles. „Es ist ein bestimmter Menschenschlag, den diese Nachbarschaft anzieht“, sagt Jürgen Laue. Freiberufler und Künstler, die so viel Herzblut in die Gemeinschaft investieren wie in ihren Job.

Eine Psychologin ist auch dabei. Sie wohnt bei Laues nebenan. Christine. Sie ist eine der Frauen, die Ferah nach ihrer Lebensmittelvergiftung wieder aufpäppelten, wechselschichtig und mit immer neuen Suppen-Kreationen. Und Christian von Drigalski sagt, er wisse nicht, was die Gruppe in der Bauphase ohne sie gemacht hätte, ohne ihre ausgleichende Art und ihr professionelles Konfliktmanagement im Streit um die Fassade. „Die gruppendynamischen Prozesse waren doch sehr ausgeprägt.“ Er lächelt vielsagend.

Liebeserklärung an den Kiez

Aber jetzt steht erst mal das Sommerfest bevor. Nein, die Beatboxer sind diesmal nicht dabei, erfährt Kieran Stanley. Er wird also wieder selber singen müssen, er und seine Blues-Band „The Stax“, umgangssprachlich für „Die Schornsteine“.

Der Name ist eine Liebeserklärung an die Rummelsburger Bucht, daraus macht er keinen Hehl. „Du suchst einen Namen für die Band. Du schaust dich in der Gegend um. Und dann fällt dein Blick eben auf die beiden Schornsteine vom Kraftwerk nebenan.“

Eine Industrie-Kloake, das war das erste, was Huberta Bettex von Schenck und ihr Mann Matthias von Rummelsburg sahen, als sie 2005 nach Berlin kamen, um sich ihren Traum von einer Alten-WG zu erfüllen. Ein Ehepaar aus Oldenburg, sie pensionierte Grundschullehrerin, er Psychotherapeut.

Aus der Alten-WG wurde nichts. Mit sechzig noch mal ganz von vorne anfangen in der Großstadt, fernab von Kindern und Enkelkindern? Ihre Freunde machten plötzlich alle Rückzieher.

Das Ehepaar Bettex von Schenck blieben dabei. Die beiden waren die ersten, die sich auf diesem Flecken Erde häuslich einrichteten, der damals noch nichts von seinem heutigen Charme hatte, halb Niemandsland, halb Industriekloake.

An ihnen kommt keiner vorbei

An den beiden kommt keiner in der Wasserstadt vorbei, der mehr Gäste hat, als er in den eigenen vier Wänden unterbringen kann. Das Ehepaar betreibt ein kleines Hotel in einem roten Klinkerbau am Wasser. Fünf Zimmer, spartanisch möbliert, zwei mal vier Meter.

Es ist ein besonderes Hotel in einem besonderen Gebäude. „Haus 8“ hieß es noch zu DDR-Zeiten. Es gehörte zu einem Ensemble roter Backsteingebäude, die hinter Mauern mit Stacheldraht verschwanden. „Haus 8“ war die Krankenstation eines Knastes, in dem die Staatssicherheit politische Häftlinge einsperrte.

Die Bettex von Schencks haben es zufällig bei einem Spaziergang entdeckt, als sie aus Mitte nach Hohenschönhausen fuhren, um ihren entlaufenen Hund zu suchen.

Ein Schmuckstück, entworfen von einem Schüler des preußischen Vorzeige-Architekten Karl Friedrich Schinkel. Das Dach war schon undicht, es regnete herein, doch sie haben sich darin verliebt, trotz oder gerade wegen seiner düsteren Vergangenheit.

Ein Kreis schließt sich

Für Huberta Bettex von Schenck, 1945 geboren in Stendal und mit ihrer Familie in den Westen geflüchtet, schließt sich hier ein Kreis. Zusammen mit Nachbarinnen hat sie einen Verein gegründet, der die Erinnerung an diesen historischen Ort kultiviert. Sie haben einen Faltplan vom Gelände herausgegeben und eine App mit allen wichtigen Fakten. Woanders müsste die Stadt dafür Historiker oder Museumspädagogen beschäftigen. Hier fällt das unter die Kategorie nachbarschaftliches Engagement.

Neu-Rummelsburger erfahren auf diese Weise zum Beispiel, dass der ehemalige DDR-Staatschef Erich Honecker im Januar 1990 eine Nacht in einer Zelle verbrachte, bevor er, damals schon schwer krebskrank, in ein kirchliches Pflegeheim gebracht wurde.

Nicht allen Berlinern gefällt das. Neulich war die Leiterin des Lichtenberger Museums zu Besuch. Sie wollte sich persönlich davon überzeugen, dass wahr war, was man sich erzählt. Dass nämlich ausgerechnet „zwei alten Wessis“ der Balance-Akt gelungen war, dieses Verlies in ein stylishes Hotel zu verwandeln, ohne seine Geschichte zu leugnen. Huberta Bettex von Schenck schmunzelt.

Zusammenhalt ohne Wenn und Aber

Sie hat die Direktorin durch ihr Reich geführt und ihr die fünf Zellen gezeigt, alle mit eigenem Bad, spartanisch möbliert und mit Blick auf die träge vorbeifließende Spree. Sie war mit ihr auch im Keller, in einem Raum, den sie „Raum der Stille“ genannt haben.

Sie sagt, die Frau sei pikiert gewesen. Dass ausgerechnet Zugezogene aus dem Westen die Erinnerung an einen Ort konservieren, der zu DDR-Zeiten hinter hohen Mauern verschwand. Huberta Bettex von Schenck kann damit leben. An den Wochenenden ist ihr Hotel fast immer ausgebucht. Es sind nicht nur Übernachtungsgäste aus der Wasserstadt, die die Zimmer in Anspruch nehmen. Auch aus China und den USA kommen die Besucher.

Zu den Rummelsburger Festspielen, keine Frage, ist kein Zimmer mehr frei. Aber was wäre diese Nachbarschaft ohne Nachbarn, die zusammenhalten. Ohne die segensreiche Erfindung der Gästematratze. Kerstin von Drigalski vom Verein WIR besitzt so ein Exemplar. Sie sagt, es sei schon mindestens einmal durch die Nachbarschaft gewandert. „Wenn ich bloß wüsste, wo es gerade ist.“