Buchkritik: "100 Dinge, die man tun sollte, bevor man 18 wird"

„Erwachsener wird man dadurch nicht“

Eine 15-Jährige hat sich das Buch mal angesehen

Was muss man eigentlich erlebt haben, ehe man erwachsen wird? Eine spannende Frage, auf die das Buch „100 Dinge, die man tun sollte, bevor man 18 wird“ eine Antwort zu geben versucht.

Die Autorinnen Marie Michalke und Katharina Weiß berichten darin von Wagnissen vor dem 18. Geburtstag: die erste Liebe finden, Nächte durchfeiern, ehrenamtlich arbeiten und den Schulabschluss schaffen zum Beispiel. Mit solchen und 96 anderen Aktionen stürzten sich die damals noch 17-jährigen Autorinnen in die tollsten Abenteuer, die ihrer Meinung nach die aufregendste Zeit des Lebens, die Teenagerzeit, zur schönsten machen.

Doch nicht alle der 100 Aktionen sind jedermanns Sache. Man sollte sich vielleicht doch lieber zweimal überlegen, ob man bei einem Fremden übernachten sollte. Und nicht jeder hat Lust, mit wortkargen Gamern auf Lan-Partys abzuhängen.

Allerdings ist es auch nicht die Absicht der Autorinnen, Jugendlichen mit ihrer To-Do-Liste vorzuschreiben, was sie alles zu erledigen haben. Sie wollen mit ihren Berichten auf- und anregen und bewirken, dass der Leser „ebenfalls ein paar Wagnisse eingeht und sich ins Abenteuer stürzt“.

Muss ich das erlebt haben?

Nicht jeder sei zum Krokodiljäger geboren, erklären sie im Vorwort, „aber jeder kann Langeweile mit kleinen prickelnden Aktionen entgegenwirken und jedem Tag die Chance geben, der beste seines Lebens zu werden“.

Die Aufforderung, die sie stellen, ist: „ Man ist nur einmal jung. Also stifte Unruhe, lass dich inspirieren, hab’ ne geile Zeit – sei jung, wild und frei!“ Dieses Taschenbuch ist laut Verlag für junge Erwachsene, auch wenn der Titel eher an die so genannten minderjährigen Jugendlichen gerichtet ist.

Doch stellen sich dem jungen Leser häufiger die Fragen: Muss ich das erlebt haben? Und vor allen Dingen: Warum sollte ich? Hat man, nachdem man einen Absturz erlebt und eine Einmal-und-nie-wieder-Hausparty gefeiert hat, sich selbst gefunden?

Die meisten der 100 Dinge sollen laut den Autorinnen Spaß machen, die Langeweile vertreiben und als schöne Erinnerung erhalten bleiben. Aber erwachsener wird man durch sie sicherlich nicht.

Tomke Schubert (15) ist zurzeit Schülerpraktikantin in der Lokalredaktion der Berliner Morgenpost.