100 Dinge, die man tun sollte, bevor man erwachsen wird

Man ist nur einmal jung

Der 18. Geburtstag ist eine Zäsur: Denn dann ist man volljährig und muss sich erwachsen benehmen. Was man vorher erlebt haben sollte, haben zwei junge Autorinnen aufgeschrieben

Jugendliche leben in ihrer eigenen Welt, in der es um Schule, Sex und Partys geht. Und natürlich noch um vieles mehr. Sicher ist: Die Pubertät ist eine verwirrende Zeit für die Teenies selbst und eine mitunter anstrengende für deren Eltern. Umso schöner, wenn zwei gerade 18-Jährige einen Einblick in diese Welt gewähren.

Die Freundinnen Marie Michalke und Katharina Weiß haben eine Liste zusammengestellt von 100 Dingen, die man ihrer Meinung nach vor dem 18. Geburtstag gemacht haben sollte. Sie sagen: „Der Großteil dieser Erlebnisse wird uns auch noch mit 30 oder 60 im Gedächtnis bleiben und wahrscheinlich hätten wir einige der 100 Dinge auch erst viel später in unserem Leben machen können. Wollten wir aber nicht. Wir wollten sie jetzt ausprobieren, in der sagenumwobenen wilden Jugend, im ersten Abschnitt unseres Lebens, in dem wir selbst bestimmen können, was wir tun.“

Ihr Credo: Für alles gibt es das richtige Alter. Und als Jugendlicher darf man ruhig noch ein bisschen unvernünftig sein – das Erwachsenenleben kommt früh genug. Die Morgenpost druckt Ausschnitte aus dem jetzt erschienenen Buch („ 100 Dinge die man tun sollte, bevor man 18 wird“, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, 192 S., 14,95 Euro).

Liebeskummer haben

Natürlich gibt es schönere Stunden als jene, in denen einem im Morgengrauen klar wird, dass die eigene Liebe keinen Anspruch auf Erwiderung hat. (…) Aber ohne je Schmerz und Liebeskummer erlebt zu haben, können wir keine empathiefähigen Menschen werden.

Protestieren

Die Fackel sieht in unserer Hand wie ein Schlagstock aus und der Blick, den wir auf das Gebäude vor uns werfen, verheißt nichts Gutes. Zumindest nicht für den, dem er gilt: Thilo Sarrazin. (…) Die NPD feiert ihn im Internet als Helden, währenddessen fragen wir uns: „Will er vielleicht einen Döner?“ Wir warten am Eingang des Offiziersheims, in dem die Veranstaltung stattfinden soll, auf ihn. An unserer Seite 40 Mitstreiter, die sich ebenfalls zu der Mahnwache an diesem kalten Dezembertag eingefunden haben.

Im coolsten Club der Stadt feiern

Ein paar Runden Jägermeister, ein paar Flirts und Dummheiten, viele viele Songs und ein Sog, der uns mitreißt, uns nicht loslassen will. Das erste Mal in unserem Leben können wir nicht einfach so nach Hause gehen. Das Sonnenlicht muss noch ein bisschen draußen bleiben, denken wir, als wir uns von der Dachterrasse aus den Sonnenaufgang anschauen. Wir rennen zurück. Nein Mann, ich will noch nicht gehen. Will weiter singen, labern, tanzen.

An einem Casting teilnehmen

Klar, die wenigsten besitzen das Talent, das man braucht, um dauerhaft im Showbusiness erfolgreich zu sein. Aber den Traum von einer Arbeit, die nicht als solche empfunden und dazu noch gut bezahlt wird, haben viele. Anders als einige andere Leute finden wir es nicht verwerflich, von einem Leben im Scheinwerferlicht zu träumen. Denn ohne die ganzen Verrückten und die hoffnungslosen Romantiker wäre es doch trist und ultralangweilig. (…) Jetzt ist uns alles egal, wir bringen die größte Prollaktion, die man bringen kann: Ein Kamerateam filmt gerade einen tanzenden Sänger, der wohl einen Stern neben Menderes, Johanna und Alfi Hartkor auf dem Walk of Shame erhalten wird, und wir laufen ins Bild, dämlich singend.

Ins Freibad einbrechen

Und dann spricht man sie aus, die Heldenworte: „Wir müssen über diesen blöden Zaun klettern und jetzt definitiv nackt baden gehen!“ Und schon gleitet man hüllenlos ins Wasser – um einfach nur zu planschen oder sich an ihn oder sie zu schmiegen (wenn man jemanden rumkriegt, dann beim Nacktbaden!).

Teeniespiele spielen

Jeder kennt sie, jeder liebt sie, aber mit 15 fangen fast alle an zu behaupten: „Aus dem Alter bin ich raus.“ Dabei sind sie der Grund für viele erste Küsse und spannende Enthüllungen: Teeniespiele. Flaschendrehen: Probleme, die Dr. Sommer nur aus der Ferne löst, werden hier auf den Tisch gebracht. Jeder – so sind die Regeln des Spiels – muss die Wahrheit sagen oder tun, was ihm aufgetragen wird. Sieben Minuten Himmel: Die amerikanische Variante des Flaschendrehens. Nachdem die Flasche auf einen gezeigt hat, kommt man gleich zur Sache und lässt sich mit seinem Schwarm in einem großen, dunklen Schrank einsperren. Trinkspiele: Oft endet das erste Trinkspiel, auf das man sich einlässt, mit einem heftigen Absturz. Soft-Strip-Poker: Klar, wir sind alle viel zu jung und komplexbeladen, um unsere Hüllen vor der ganzen Partygemeinde fallen zu lassen…

Sich Hörspiele anhören

Was haben wir sie geliebt, die Abenteuer von Bibi Blocksberg, Benjamin Blümchen und Co. (…) Auch heute noch legen sich die Stimmen aus der Kindheit wie Baldrian auf unsere Seelen, wenn wir mal wieder von Schlaflosigkeit oder Herzweh heimgesucht werden.

Sein ganzes Geld ausgeben

Erwachsene müssen sich immer ganz genau überlegen, für was sie ihr hart erarbeitetes Geld ausgeben. (…) Lieber das Konto für eine Reise plündern (…), als immer nur auf praktische und multifunktionale Elektronik sparen. Kurbel die Wirtschaft an und verprasse deine Kohle!