Medizin

Welt-Down-Syndrom-Tag: Leben mit einem Chromosom zuviel

Sarah hat mehr als andere Kinder. In jeder ihrer unzähligen Körperzellen. Statt 46 Chromosomen sind dort 47 zu finden, das Chromosom 21 ist dreifach statt doppelt vorhanden. Sarah hat Trisomie 21, das Down-Syndrom.

Die Vereinten Nationen (UN) haben den heutigen 21. März zum Welt-Down-Syndrom-Tag ausgerufen. Sie wollen damit die öffentliche Wahrnehmung von Menschen mit Down-Syndrom steigern.

Sarahs Mutter, Elena Sommer, erinnert sich genau an den Moment, als die Ärzte in der Schwangerschaft ihren immer stärker werdenden Verdacht auf Down-Syndrom bei dem Baby äußerten. "Erst einmal war es ein Schock", sagt Elena Sommer. Gleichzeitig krallte sich die Mutter bis zur Geburt an der Hoffnung fest, dass die Prognose sich doch nicht bestätigen würde. Als Sarah dann im Juni 2010 mit properen 3.830 Gramm geboren wurde, zerschlug sich die Hoffnung in einer Sekunde. "Als die Hebamme mir Sarah zeigte, saß sie da wie ein kleiner Buddha. Es war eindeutig", erinnert sich Elena. Sie sah die typisch nach oben geschrägten Augen, die kleine flache Nase. "Ich war enttäuscht. Und beschämt, ein behindertes Kind zur Welt zu bringen."

Heute ist davon nichts mehr zu spüren. Sarah mit ihren blonden Löckchen und den tiefblauen Augen ist ein Sonnenschein. "Heute sage ich zur Diagnose Down-Syndrom: So what?", erklärt Elena. Etwa 700 bis 800 Kinder mit Trisomie 21 werden nach Auskunft des Deutschen Down-Syndrom-InfoCenters laut Schätzungen jährlich in Deutschland geboren. Manchmal erfahren die Eltern erst bei der Geburt vom Down-Syndrom ihres Kindes. In den meisten Fällen hingegen steht in der Schwangerschaft die Diagnose zumindest mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits fest. Und ab dem Frühjahr sollen schon ein paar Tropfen Blut reichen, um festzustellen, ob das ungeborene Kind ein Down-Syndrom hat. Eine vergleichende Studie hat ergeben, dass "neun von zehn Frauen sich für den Abbruch ihrer Schwangerschaft bei Diagnose Down-Syndrom entscheiden", sagt Elzbieta Szczebak vom DS-InfoCenter.

"Hätte ich Sarah abgetrieben, ich hätte darunter gelitten", war sich Elena Sommer schon damals sicher. Mit Sarah in den Armen weiß sie jetzt umso mehr, dass die Entscheidung richtig war.