Kinderbetreuung

Wie Eltern einen guten Babysitter fürs Kind finden

Schon frühmorgens geht es los: Die Kinder sind wach, wollen spielen, müssen ihr Frühstück bekommen. So geht es den ganzen Tag weiter - bis die Eltern nicht selten abends erschöpft auf dem Sofa zusammensacken. Ein Babysitter kann den Erwachsenen helfen, mal wieder Zeit für sich zu haben.

Manchmal gibt es Großeltern, die aushelfen können. Vielleicht wohnt in der Nachbarschaft aber auch ein älteres Mädchen oder ein älterer Junge, die gerne als Babysitter arbeiten würden. "Dabei muss man aber schauen, ob der- oder diejenige wirklich der oder die Richtige für das eigene Kind ist", sagt Marita Ackermann, Sachbearbeiterin Ausbildung beim Kreisverband Berlin Schöneberg-Wilmersdorf vom Deutschen Roten Kreuz (DRK). "Wer nur Geld verdienen, sich aber nicht wirklich mit dem Kind beschäftigen will oder sich nicht der Verantwortung eines Babysitters bewusst ist, ist möglicherweise ungeeignet."

Eltern sollten einen potenziellen Babysitter zunächst zu einem Gespräch zu sich nach Hause einladen. "Hilfreich für die Zufriedenheit aller ist es, bereits in einem ersten Gespräch zu klären, wann der Babysitter kommen und welche Aufgaben er genau übernehmen soll", heißt es im "Familien Wegweiser" des Bundesfamilienministeriums. Wichtige Fragen sind: Kann er das Kind allein wickeln oder füttern? Soll er das Essen zubereiten? Marita Ackermann vom DRK ergänzt: "Gerade bei jüngeren Babysittern um die 14 Jahre würde ich fragen, ob das Arbeiten mit deren Eltern abgesprochen ist." Zudem gebe es die Möglichkeit, von den Eltern des Babysitters eine Einverständniserklärung zu bekommen.

Auf das Bauchgefühl achten

Beim ersten Gespräch sollten Eltern auf ihr Bauchgefühl achten, sagt Marita Ackermann. - und auf die Interaktion zwischen Kind und Babysitter. Geht der Babysitter auf mein Kind zu - und wie? Wie reagiert mein Kind auf ihn? Das sind zwei weitere wichtige Fragen.

Kann man sich eine Zusammenarbeit vorstellen, empfiehlt die Expertin des DRK ein weiteres Treffen, zum Beispiel an einem Nachmittag zum Spielen mit dem Kind. "Das ist auch für das Kind wichtig, damit es die Person kennt, die am Abend zum Ins-Bett-Bringen kommt." Denn Kinder brauchen einige Zeit, um sich an neue Betreuungspersonen zu gewöhnen. Vor dem ersten Alleinlassen muss der Babysitter zudem über Rituale informiert werden, etwa ob das Kind einen Schnuller nimmt, was es isst, ob Süßes oder Fernsehen erlaubt und wann Bettzeit ist. Wichtig sind auch Telefonnummern, die der Babysitter im Notfall schnell parat hat - darunter die eigene Handynummer wie die des Giftnotrufs, eines Arztes und eventuell eines Taxiunternehmens.

Die Bezahlung hängt davon ab, wie viele Kinder zu betreuen sind und wie alt diese sind. Die Sätze seien verhandelbar und lägen zwischen fünf und zehn Euro pro Stunde, sagt Marita Ackermann. Neben der Bezahlung sollte außerdem geregelt werden, wie der Babysitter wieder nach Hause kommt. "Wohnt er weiter weg und ist erst 14 oder 15 Jahre alt, sollte man anbieten, den Babysitter nach Hause zu fahren." Ist er dagegen schon älter oder wohnt in der Nähe, ist das nicht zwingend notwendig.