Rosemarie und Kurt Arndt

"Wir teilen gern unsere Erinnerungen"

Sich gern gemeinsam erinnern: Das ist eines der Erfolgsgeheimnisse für eine lange und glückliche Ehe. Und mit großer Wahrscheinlichkeit einer der Gründe, warum Rosemarie und Kurt Arndt seit mittlerweile 50 Jahren verheiratet sind. "Die Familie und gemeinsame Erinnerungen spielen für uns eine sehr wichtige Rolle", sagt der 73-jährige Kurt. "Wir sagen uns immer wieder, wie viel Glück wir gehabt haben. Und wir sind bescheiden. Wir freuen uns an dem, was wir haben."

Ein gemeinsamer Sohn, zwei sichere Arbeitsstellen als Krankenschwester und Personalleiter, später eindrucksvolle Reisen in die weite Welt: Das gehört zu den Höhepunkten ihrer schönen Erinnerungen. Doch auch Ärger, Sorgen und Ängste hat das Paar aus Steglitz stets geteilt, seien es die traumatischen Kriegserinnerungen von Rosemarie oder der alltägliche Stress bei der Arbeit. "Immer haben wir alles miteinander besprochen", sagt die 84-jährige Rosemarie, Kurt ergänzt: "Das Interesse am anderen war immer da, die Rücksichtnahme auch."

Rosemarie bewundert an ihrem Kurt vor allem sein großes Wissen und Einfühlungsvermögen - und sie genießt, dass er sie mit seiner Unternehmungslust ansteckt. Er ist dankbar dafür, dass sie ihm häufig den Rücken freigehalten und immer bestärkt hat - und dass sie beide oft eine Übereinstimmung im Denken haben. "Wir haben auch immer bewusst versucht, Gemeinsamkeiten zu finden", sagt Kurt. Als gemeinsame Hobbys nennt Rosemarie das Tanzen, Reisen, Fotografieren und Filmen - und natürlich die Drehorgel, mit der Kurt Arndt schon in Peking aufgetreten ist. Krisen und Missgeschicke hat das Paar nicht zuletzt mit Humor gemeistert. "Wir können sehr gut über uns selbst lachen, manchmal sind wir sogar richtig albern", sagt Kurt Arndt und grinst. "Auch mögen wir es, dem anderen eine Freude zu bereiten."

Die größte Freude hat Kurt Arndt seiner Frau allerdings bereits vor mehr als 50 Jahren bereitet. Es war bei Rosemaries Hochzeit, als sich die beiden das erste Mal sahen. Kurt, ein Freund des Cousins der Braut, war als Hochzeitsfotograf engagiert. Und obwohl Rosemarie vergeben war, behielt Kurt die schöne junge Frau im Auge. Als nach einem Dreivierteljahr die junge Ehe scheiterte, begann Kurt um Rosemarie zu werben. "Ich wollte nie mehr heiraten, aber er war hartnäckig", erzählt Rosemarie Arndt. "Zum Glück. Denn mein Jawort am 4. März 1961 - das habe ich nie bereut."