Auszeichnung

Auszeichnung für Berliner Projekt "Erzählzeit"

Das Berliner Projekt "Erzählzeit" ist vom Bundesbildungsministerium als "Bildungsidee" ausgezeichnet worden. Von den 1300 Bildungsprojekten, die sich 2011 für den Wettbewerb "Ideen für die Bildungsrepublik" der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" beworben hatten, wurden insgesamt 52 ausgewählt.

Schirmherrin des Wettbewerbs ist Bundesbildungsministerin Annette Schavan. "Erzählzeit" bietet seit 2008 unter anderem in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken und im Märkischen Museum ein spezielles Erzähl-Programm an. Einmal in der Woche kommt einer der 15 Erzähler zu Besuch und erzählt ein neues Märchen. So sollen unter anderem die Erzähl- und Sprachkompetenz von Kindern gefördert werden. "Sprachbeherrschung stellt eine Schlüsselkompetenz dar, um aktiv am kulturellen und politischen Leben der Gesellschaft teilnehmen zu können" sagte Projektleiterin Sabine Kolbe bei der Verleihung in der Kinder- und Jugendbibliothek "Hallescher Komet" in Kreuzberg, wo für die "Erzählzeit"-Stunden eine echte mongolische Jurte zur Verfügung steht. Christoph Braß vom Bildungsministerium hebt die Vorbildfunktion hervor. "Wir wollen mit der Auszeichnung Projekte im Kampf gegen Bildungsarmut herausstellen. Sie sollen zur Nachahmung einladen."

Sowohl deutsch- als auch fremdsprachige Erzähler vermitteln Geschichten. So wird mit "Erzählzeit" die interkulturelle Idee hervorgehoben. Durch ähnliche Dramaturgie und Sprachmuster werden der Wiedererkennungswert gefördert und die Motivation, selbst Geschichten zu erzählen, gesteigert. "Das geschieht nicht im schulischen Kontext, sondern in einer kleinen Theatersituation", erklärt Sabine Kolbe. Initiiert wurde "Erzählzeit" von Kristin Wardetzky, emeritierte Professorin für Theaterpädagogik. "Sprache lässt sich über keine andere Methode besser vermitteln als über das lebendige Erzählen", sagt sie zum Konzept. Sie sei stolz, dass sich das Konzept inzwischen deutschlandweit verbreitet habe.

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