Bildung

Mädchen lesen sich zum Erfolg

Nur 20 Prozent aller Jungen greifen nach Angaben des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) gerne zu einem Buch.

Wie die BLLV-Vizepräsidentin Waltraud Lucic am Montag in München erklärte, hätten Mädchen dadurch "erhebliche Vorteile" in der Schullaufbahn und im Berufsleben, weil sie häufiger lesen. Lesen fördere die Sprach- und Konzentrationsfähigkeit und habe für die Persönlichkeitsbildung sowie die seelische und geistige Entwicklung einen "herausragenden Stellenwert".

Die Lesefreudigkeit werde durch exzessiven Fernsehkonsum zurückgedrängt, teilte der Lehrerverband weiter mit. 75 Prozent der 6 bis 13-jährigen Jungen sehen jeden oder fast jeden Tag in der Woche fern, durchschnittlich 98 Minuten pro Tag. 45 Prozent haben einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer. "Die Sendungen werden oftmals nicht konzentriert angeschaut", kritisierte Waltraud Lucic. "Kinder zappen vielmehr von Sender zu Sender, und so ist es nicht verwunderlich, wenn sie sich im Unterricht kaum noch auf längere Texte konzentrieren können." In vielen Familien fehle das positive Vorbild, weil die Eltern selbst nicht lesen. Laut einer Studie des Börsenblatts des deutschen Buchhandels im Jahr 2009 entfallen nur vier Prozent der durchschnittlich elf Stunden täglicher Mediennutzung auf Bücher. Nach einer im November 2011 vorgestellten Studie des Instituts für Lese- und Medienforschung wird das spätere Leseverhalten stark dadurch geprägt, wie oft Kindern vorgelesen wird.