Gesundheit

Studie: Senioren oft mangelernährt

Immer mehr ältere Menschen mit Mangelernährung müssen sogar in der Klinik behandelt werden: Innerhalb von nur zwei Jahren erhöhte sich die Zahl der Betroffenen um ganze 53 Prozent, das hat jetzt eine Auswertung durch die Krankenkasse DAK ergeben. Im Durchschnitt waren die Patienten 70 Jahre alt.

Ein Grund ist nach Ansicht von Experten das Essverhalten von Senioren: So leiden viele an Appetitlosigkeit und verzichten auf regelmäßige Mahlzeiten.

Zum Vergleich: Im Jahr 2010 wurden den Angaben zufolge bei der DAK fast 17 100 Krankenhausbehandlungen mit der Diagnose Mangelernährung abgerechnet. Ein Jahr später, 2008, waren es dann schon rund 11 170 Fälle. Und für dieses Jahr erwartet die Krankenkasse, mit 6,6 Millionen Versicherten immerhin die drittgrößte in Deutschland, eine weitere Steigerung: Sie gehen von mehr als 21 000 Betroffenen aus. Bei den meisten Patienten sei ein Eiweiß- oder Vitaminmangel festgestellt worden, so hieß es. Die Mangelernährung sei in der Regel erst aufgefallen, wenn in der Klinik andere Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes, Herzschwäche oder ein Oberschenkelhalsbruch behandelt worden seien. Laut Statistik waren deutlich mehr Frauen als Männer betroffen.

Die DAK rechnet allein in diesem Jahr mit Mehrausgaben von bis zu 60 Millionen Euro, die durch Mangelerkrankungen verursacht wurden. Diese Diagnose verteuere einen Krankenhausaufenthalt im Durchschnitt um 3000 Euro, hieß es. "Dabei könnte diese Krankheit in vielen Fällen einfach vermieden werden, wenn Betroffene und ihre Familien erste Alarmsignale mehr beachten und schneller darauf reagieren würden", sagte der DAK-Krankenhausexperte Peter Rowohlt.

Appetitlosigkeit und weniger Durst

Die Deutsche Seniorenliga geht davon aus, dass bundesweit fast jeder zwölfte der über 60-Jährigen unter chronischer Mangelernährung leidet. Fehlt dem Körper ein Mindestmaß an Energie und Nährstoffen, kann der Organismus seine körperlichen und geistigen Funktionen nicht aufrechterhalten. Ohne die notwendigen Vitamine, Eiweiße, Spurenelemente und Mineralstoffe drohen Schwächezustände und Stoffwechselstörungen mit ernsthaften Folgeerkrankungen.

Als Ursache nennt der Verband vor allem die veränderten Ernährungsgewohnheiten älterer Menschen. Denn die Geschmackswahrnehmung verringere sich, was oft dazu führe, dass viele Senioren süße Speisen bevorzugten. Sie griffen dann lieber zum Marmeladenbrötchen und Pudding statt zu Salat und Vollkornbrot. Zudem lasse das Appetit- und Durstempfinden nach, dazu trage bei, dass ältere Menschen häufig an Kau- und Schluckbeschwerden litten. Als Folge von Krankheit und Schmerzen vernachlässigten Senioren auch immer wieder regelmäßige Mahlzeiten.

Experten empfehlen für Senioren eine Ernährung reich an Vollmilch und Milchprodukten, Kartoffeln, Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sowie Fisch und Fleisch. Da viele ältere Menschen unter Appetitlosigkeit litten, seien mehrere kleine Zwischenmahlzeiten sinnvoll.

Mehr Informationen zu diesem Thema und wie Betroffene damit am besten umgehen sollten, gibt es zum Beispiel auch auf der Internetseite der Deutschen Seniorenliga: www.dsl-mangelernaehrung.de