Heinz Hoffmann (90) und sein Bär "Moritz"

Erinnerung an die Ehefrau

"Moritz ist immer bei mir. Wenn ich ihn ansehe denke ich immer an meine Frau. Denn eigentlich gehörte der kleine Bär ihr. Sie hatte ihn so gern.

Foto: Jakob Hoff

Ich bin mit meiner Frau vor zwei Jahren hier in die Residenz Dahlem gekommen. Meiner Frau ging es da schon nicht gut, sie hatte Krebs, wurde immer kränklicher. Wir waren noch nicht lange hier, da trafen wir hier einen Besucher, der aus Kanada seiner Frau so ein Bärchen mitgebracht hatte. Meine Frau wollte auch unbedingt so einen haben und er versprach ihr, von seiner nächsten Kanada-Reise einen mitzubringen. Das tat er dann auch. Ein halbes Jahr später bekam sie ihn und nannte ihn Moritz. Meine Frau mochte den Klang dieses Namens so gern.

Früher hatte sie immer ein Kuscheltier, manchmal nahm sie es auch mit ins Bett, dann hat sie gut geschlafen. Sie war ja auch so tierlieb. Aber als wir von unserer Sechs-Zimmer-Wohnung hierher, in die Residenz Dahlem, kamen, wollte sie keine Kuscheltiere mitnehmen. Darum hatte sie sich so gefreut, als sie mit Moritz dann wieder etwas zum Kuscheln hatte. Bis zum Schluss hat der Bär sie begleitet. Kurz vor ihrem Tod hat sie mir ans Herz gelegt, ich solle Moritz immer bei mir haben. Und das mache ich auch. Moritz hat seinen Stammplatz auf meinem Rollator und passt gut auf mich auf. Es ist ja nicht leicht, nach 45 Jahren Ehe plötzlich allein zu sein, aber man kann auch nicht ewig den Kopf hängen lassen. Mit der Hilfe von Moritz bin ich schon ein bisschen darüber weggekommen. So leben wir nun, wir zwei, Moritz und ich und machen das Beste draus."