Psychologie

Schon Kleinkinder haben Sinn für Gerechtigkeit

Schon Kleinkinder ab einem Alter von 15 Monaten entwickeln einer Studie zufolge einen Sinn für Fairness und Gerechtigkeit.

Sie waren bereit, ihr Lieblingsspielzeug zu teilen und bemerkten, wenn jemand weniger zu essen bekam als ein anderer, schreibt die Psychologin Jessica Sommerville von der Universität von Washington in Seattle im Online-Magazin "PLoS ONE". Sommerville und Kollegen, darunter Marco Schmidt vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, führten Kleinkindern Videos vor, in denen zwei Personen etwas zu essen oder zu trinken bekamen: In einem Film erhielten beide die gleiche Menge, in dem anderen bekam einer deutlich mehr. Dann gaben die Forscher den Kindern zwei Spielzeuge zur Auswahl und ermittelten das bevorzugte Spielzeug des jeweiligen Kindes. Eine Testperson fragte dann, ob sie das Lieblingsspielzeug haben dürfe. Ein Drittel der Kinder gab es her, ein weiteres Drittel das weniger bevorzugte, ein Drittel gab keines der beiden Sachen ab. Schließlich stellten die Wissenschaftler einen Zusammenhang her zwischen der Bereitschaft der Kinder, das Spielzeug zu teilen und der Reaktion auf die ungleiche Essensverteilung: Von denjenigen, die ihr Spielzeug hergegeben hatten, waren 92 Prozent auch besonders überrascht, dass das Essen nicht gerecht verteilt wurde. Diejenigen wiederum, die das weniger bevorzugte Spielzeug abgaben, hatten besonders aufmerksam dem Video zugeschaut, in dem beide Testpersonen die gleiche Portion an Essen bekommen hatten.