Forschung

Studie: Deutschland bei Vertrauen in Mitbürger Mittelfeld

Bei den Schweden, Norwegern und den Schweizern ist einer Studie zufolge das Vertrauen in die Mitbürger besonders groß. Eher misstrauisch sind die Menschen in der Türkei, Ruanda und Trinidad & Tobago, wie aus der Untersuchung eines deutsch-britischen Wissenschaftlerteams hervorgeht.

Westdeutsche sind demnach vertrauensvoller als Ostdeutsche; insgesamt liegt Deutschland, was das Vertrauen in die Mitmenschen anbelangt, unter den 51 miteinander verglichenen Staaten im oberen Mittelfeld. Für die Studie werteten Wissenschaftler der Jacobs University in Bremen und der Leuphana Universität Lüneburg die Daten des sogenannten World Values Survey mit mehr als 63 000 Befragten aus. Sie wollten herausfinden, wie groß das Vertrauen zu fremden oder nur flüchtig bekannten Mitmenschen in den verschiedenen Ländern ist.

Ergebnis: Generelles Vertrauen ist in reichen westlichen Gesellschaften höher als in ärmeren nicht westlichen Ländern, in asiatischen Staaten beschränkt sich das Vertrauen überwiegend auf Familie und Freunde. Es gebe hier also viel weniger allgemeines Vertrauen als bislang angenommen, sagte Christian Welzel von der Leuphana Universität Lüneburg. Westdeutschland kam auf Platz sieben, hinter Schweden, der Schweiz, Norwegen, Australien, Finnland und den Niederlanden. Es folgten die USA, Vietnam, Italien und schließlich Ostdeutschland auf Platz elf.

Allgemeines Vertrauen gilt in der Sozialwissenschaft als wichtiges Indiz für ein funktionierendes Gemeinwesen. Die Studie bekräftigte, dass Menschen in Ländern, in denen generelles Vertrauen groß ist, toleranter sind, sich stärker in Vereinen engagieren und stärker demokratische Prinzipien unterstützen.