Tag des Butterbrotes

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Auch das gibt es: den Tag des Butterbrotes. Ein Blick in die Frühstücksboxen Berliner Grundschüler

Foto: David Heerde

Möhrchen, Smoothie, Milchschnitte oder Schwarzbrot? Über den richtigen Schulproviant wird viel diskutiert - vor allem morgens in Berliner Küchen. Dort klaffen die Vorgaben der Eltern und die Wünsche der Kinder mitunter weit auseinander. Während die meisten Eltern traditionell auf vollwertiges Butterbrot und Gemüse oder Obst setzen, würden viele Kinder am liebsten Pizza, Milchbrötchen oder Fruchtzwerge beim Aufklappen der Brotdose vorfinden. Doch von solchen Befüllungen rät die Ernährungswissenschaftlerin und Vorsitzende der Plattform für Ernährung, Andrea Lambeck, ab: "Der Schulproviant ist ein zweites Frühstück. Auf jeden Fall sollte Obst dabei sein, am besten der Jahreszeit entsprechend. Und eine Getreidekomponente, das ist ja in der Regel Brot." Vollkornbrot sei dabei am gesündesten und würde im Übrigen auch am längsten schmecken. Außerdem sollten Eltern darauf achten, dass ihre Kinder in der Schule ausreichend trinken. Andrea Lambeck empfiehlt Saftschorle, Wasser oder Milch, wenn die Kinder damit nicht ohnehin in der Schule versorgt werden.

Damit die Brotbox nicht unberührt wieder am Nachmittag zurückkommt, sollten Eltern auch auf Abwechslung achten. "Weißbrot darf es ab und zu auch mal sein", sagt Andrea Lambeck. Für eine andere Geschmackskomponente könne statt Butter auch mal Senf auf das Brot geschmiert werden, und natürlich dürfe auch mal eine kleine Süßigkeit in der Box landen, "das gehört schließlich zum Genuss dazu". Von festen Vorgaben, was in welcher Menge in der Frühstücksdose zu sein hat, hält die Ernährungswissenschaftlerin wenig. Jede Familie müsse das für sich selbst entscheiden. "Die Eltern wissen am besten, was den Kindern schmeckt und was sie am liebsten naschen." Eltern können dabei mit ihren Kindern auch einen Kompromiss vereinbaren. Sie können etwa die Lieblingssüßigkeit erlauben, wenn das Kind dafür alles andere isst. Das macht den klassischen Schulproviant dann gleich viel interessanter. Darum ist auch für diese vier Berliner Grundschüler der Blick in ihre Brotdose immer eine kleine Überraschung.

Victor (8):

Meine Brotbox gibt es zu Hause eigentlich keine Diskussion. Meine Mutter weiß ganz genau, was ich mag und was nicht so. Und so stellt sie die Brotbox dann auch zusammen. Ich mag keine Süßigkeiten, sondern eher so herzhafte Sachen. Das ist so wie bei Obelix, der isst ja auch am liebsten Wildschwein. Deshalb ist er auch so unglaublich stark. Heute habe ich ein Brötchen mit Tomate und Mozzarella dabei. Das mag ich ganz gern. Wurst ist auch gut. Marmelade oder Nutella schmeckt mir nicht. Viele aus meiner Klasse haben immer so süße Brote dabei, aber das ist wirklich nichts für mich. Die Süßigkeiten sind bei mir das Obst. Das esse ich nur so mittelgern, aber ich weiß, dass es sehr gesund ist. Gemüse finde ich nicht so lecker. Ein bisschen Mohrrübe vielleicht mal. Aber meistens bringe ich das wieder mit nach Hause.

Fiona (5):

Wenn's nach mir ginge, würde ich immer nur ganz viel grüne Gurke mit zur Schule nehmen. Aber meine Eltern sagen, dass das eine einseitige Ernährung ist. Deshalb nehme ich ganz viele Brotdosen mit verschiedenem Inhalt mit. Heute sind es vier. In der einen Dose ist mein Butterbrot. Das mag ich am liebsten, einfach nur Butter, gar nichts anderes soll da drauf. Also keine Wurst und auch keinen Käse. Dann habe ich noch eine Dose mit Äpfeln, eine mit Nüssen so zum Knabbern zwischendurch und natürlich eine Dose nur mit geschnittener Gurke. Die darf nie fehlen und die esse' ich auch immer zuerst. Süßigkeiten gehören nicht in die Brotbox, sagen meine Eltern. Und das ist auch okay. Ich werde auch so prima satt. Denn Mittagessen gibt es ja schließlich auch noch.

Elias (6):

Ich habe immer ziemlich großen Hunger, deshalb habe ich drei Brote dabei. So kann ich auch immer noch mittags davon ein bisschen knabbern, falls das Essen in der Mensa mal wieder nicht so richtig gut ist. Heute habe ich Vollkornbrote mit Salami in meiner Box. Ich bin so ein richtiger Fleischesser, sagt meine Mama immer, Käse mag ich aber auch ganz gern. Und dann habe ich immer noch ganz viel Obst dabei. Das ist wichtig, finden meine Eltern. Wegen der Vitamine. Ich find's gut, weil mir Obst gut schmeckt. Heute sind es Apfelstückchen. Am liebsten mag ich aber Weintrauben. Süßigkeiten gibt's nie in die Brotbox. Aber oft eine Fruchtschnitte. Die ist ja auch süß, aber nicht so eine Süßigkeit wie Schokolade. Die brauche ich auch gar nicht unbedingt in der Brotbox, naschen kann ich auch zu Hause. Wenn ich mir aussuchen könnte, was in meine Brotbox kommt, würde ich mir immer Laugenbrezel oder Bananenbrot wünschen. Das bekomme ich aber leider fast nie mit.

Elisabeth (8):

Heute freue ich mich richtig auf die Frühstückspause. Sonst habe ich meistens Vollkornbrot dabei, aber heute ist es ein Sesambrötchen. Das mag ich nämlich besonders gern. Vor allem mit Salami. Mit Mortadella ist aber auch okay. Käse mag ich auch, aber eigentlich lieber so als Würfel und ohne Brot. Dann habe ich heute noch Möhren dabei. Die esse ich ganz gern. Jetzt geht es auch wieder ganz gut, weil ich keine Wackelzähne mehr habe. Noch lieber mag ich aber rote Paprika und Gurke. Normalerweise habe ich auch noch Obst dabei. Birne, Apfel oder Weintrauben. Aber heute nicht. Dafür habe ich gerade entdeckt, dass meine Mama in der Brotdose noch eine Überraschung für mich versteckt hat: eine Rolle Fruchtgummi. Süßigkeiten habe ich sonst nicht so oft dabei, das ist also etwas Besonderes. Die habe ich bestimmt mit, weil ich heute eine Mathearbeit schreibe. Vor der habe ich zwar keine Angst, aber es ist ja trotzdem schön, wenn man danach ein bisschen was naschen kann. Ich teile die Gummibonbons dann mit meinen Freunden. Das machen wir immer, wenn einer von uns etwas besonders Leckeres dabei hat.