Suchthilfe

Experten: Kinder von Alkoholikern brauchen mehr Hilfe

Forscher fordern mehr Hilfe für Kinder alkoholabhängiger Eltern. Nur in zehn Prozent aller Fälle beziehe heute die Therapie eines abhängigen Elternteils die Kinder mit ein, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Suchtpsychologie, Michael Klein, beim Deutschen Suchtkongress in Frankfurt.

In Deutschland wachsen nach Angaben Kleins etwa 2,65 Millionen Kinder mit mindestens einem alkoholabhängigen Elternteil auf. Jedes Dritte dieser Kinder werde später selbst einmal süchtig. Die Hilfe für sie müsse zur Regelleistung im Gesundheitswesen werden. "Die Suchthilfe muss auf die nächste Generation schauen", forderte Klein. Bislang habe sie meist nur den einzelnen Süchtigen im Blick.

Wissenschaftler des Instituts für Suchtforschung an der Frankfurter Fachhochschule warnten bei dem Kongress, der sich auch mit der Entwöhnung von Rauchern und Drogenhilfe befasste, Unterstützung für Suchtkranke in der politischen Auseinandersetzung zu skandalisieren. Eine Drogenhilfe, die sich etwa mit Fixer-Stuben den Alltagsproblemen stelle, sei erfolgreicher als die Vertreibung und Inhaftierung von Abhängigen, sagte Kongresspräsident Prof. Hans-Volker Happel. Sein Frankfurter Kollege Prof. Heino Stöver regte an, den Besitz von geringen Mengen an Heroin zu tolerieren und nicht zu kriminalisieren. Dies mache den Weg für eine bessere Hilfe frei. Beispiele anderer Länder zeigten, dass der Drogenkonsum nicht steige.