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Schläge: Streit um RTL-Serie

Aufhänger Der Deutsche Kinderschutzbund fordert das Aus für die RTL-Serie "Die Super Nanny". Er wirft Katharina Saalfrank sogar "strafrechtlich relevantes Verhalten" vor. Aktueller Aufhänger ist die Folge vom 14. September. Dort hat eine Mutter vor laufender Kamera ihren Nachwuchs geschlagen. In einem offenen Brief an RTL kritisieren die Kinderschützer, weder das Team noch die Super Nanny hätten eingegriffen. Die Gewalt gegen das Kind diene nicht der Aufklärung, sondern verletze dessen Menschenwürde. Seit RTL die Berliner Pädagogin Katharina Saalfrank 2004 als "Super Nanny" engagiert hat, wird der Sender immer wieder mit der Kritik konfrontiert, die Erziehungstipps für überforderte Familien seien nur Mittel zum Zweck. In erster Linie werde der Voyeurismus und die Schadenfreude der Zuschauer bedient. Zuletzt geriet der Sender im Mai 2010 ins Visier der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Wegen einer ähnlichen Gewaltszene musste RTL ein Bußgeld über 30 000 Euro bezahlen.

Reaktion Zu den aktuellen Vorwürfen des Kinderschutzbundes wollte sich Katharina Saalfrank nach ihrem Auftritt im Wedding nicht äußern. Sie wies darauf hin, dass sie ihren Vortrag als Privatperson gehalten habe, nicht als "Super Nanny". In einer offiziellen Stellungnahme von RTL heißt es: "Es kann sich nichts verändern, wenn wir nicht hinschauen." Katharina Saalfrank habe in der umstrittenen Folge vom 14. September sehr wohl eingegriffen und das Jugendamt eingeschaltet. "Wäre die Sendung nicht ausgestrahlt worden, hätte das Jugendamt auch hier nicht gehandelt."