Verbraucherschutz

Verbraucherschützer beanstanden Kinder-Internetseiten

Anbieter von Kinderspielportalen im Internet verstoßen nach einer Untersuchung des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen häufig gegen Werbe- und Datenschutzregeln.

Besonders negativ aufgefallen sei die umfängliche Datenerhebung bei Kindern, die an Online-Gewinnspielen teilnehmen, teilte der Bundesverband in Berlin mit.

Dabei stützen sich die Verbraucherschützer auf eine Untersuchung von mehr als 50 Kinderspielseiten durch das Projekt "Verbraucherrechte in der digitalen Welt". In 17 Fällen seien inzwischen Unterlassungsverfahren gegen Unternehmen eingeleitet worden. Zur Begründung hieß es, eine über die E-Mail-Adresse hinausgehende Datenabfrage bei Kindern laufe dem Grundsatz der Datenvermeidung und Datensparsamkeit zuwider.

Die junge Zielgruppe werde "umworben, was das Zeug hält", urteilten die Verbraucherschützer. Problematisch werde die Einbindung von Werbung auf Kinderseiten dann, wenn Kinder nicht erkennen können, dass es sich um Werbung handelt. Mal komme die Werbung in spielerischer Aufmachung daher, mal lasse sie sich nicht einfach wegklicken, in anderen Fällen verlinke sie gar auf Gewalt- und Kriegsspiele.

Als Ergebnis aus der Untersuchung fordert der Bundesverband der Verbraucherzentralen von den Betreibern der Kinderspielseiten und von der Werbewirtschaft, Werbung so zu gestalten, dass sie für Kinder zu erkennen und einfach zu deaktivieren ist. Zudem dürften Daten auf Kinderspielseiten "nicht über das zwingend erforderliche Maß hinaus erhoben und verwendet werden". Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen sollten in einer altersangemessenen Sprache verfasst sein, damit Kinder diese auch verstehen könnten, fordert der Verband.