Familien-Statistik

4000 Windeln, achtmal Sex

Das Leben in Zahlen: Die Morgenpost hat überraschende und interessante Fakten zum Thema Familie gesammelt

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Kinderreichtum : 300 000 Familien mit mindestens vier Kindern leben in Deutschland. Davon sind 38 000 alleinerziehend.

Lieblingstier : Befragt nach ihrem Lieblingstier im Zoo, sagten die meisten Jungen und Mädchen, sie sähen sich am allerliebsten Gorillas, Schimpansen oder Orang-Utans an (22,2 Prozent). Auf Platz Nummer zwei schafften es Raubtiere wie Löwen und Tiger (17,2 Prozent), gefolgt von Elefanten (11,0 Prozent) und Eisbären (8,1 Prozent). Die Ränge fünf bis zehn belegten Bären (5,7 Prozent), Pferde (5,1 Prozent), Pinguine (5,1 Prozent), Robben und Seehunde (4,8 Prozent), Giraffen (4,6 Prozent) und Krokodile (3,4 Prozent).

Namen: Die beliebtesten Vornamen in Deutschland waren 2010 Sophie/Sofie, Marie, Maria (Mädchen) und Maximilian, Alexander, Paul (Jungen).

Liebe : 89 Prozent der in einer Partnerschaft lebenden Deutschen sind überzeugt, die große Liebe gefunden zu haben. Während 78 Prozent der unter 40-jährigen Singles noch an das ewige Liebesglück glauben, sind es bei den 40- bis 49-Jährigen nur noch 65 Prozent. Bei den über 50-Jährigen liegt der Anteil noch bei 59 Prozent.

Eifersucht: Für 68 Prozent der Deutschen ist Untreue des Partners ein Grund zur Eifersucht. Für 35 Prozent ist schon ein Flirt mit einem anderen Mann oder einer anderen Frau ein Grund für Misstrauen. Jeder Zehnte (zehn Prozent) wird misstrauisch, wenn sich der andere besonders schick anzieht, bevor er oder sie ausgeht.

Pflegebedürftige : 2,29 Millionen Menschen in Deutschland empfangen Leistungen der Pflegeversicherung

Hochzeiten: 12 557 Berliner Paare gaben sich 2009 das Ja-Wort. Im Durchschnitt sind die deutschen Männer bei ihrer Hochzeit 37,2 Jahre alt, die Frauen 34. Aber auch Senioren treten noch vor den Traualtar: Im Jahr 2009 heirateten in Deutschland 15 786 Männer über 60 Jahre und 7546 Frauen in dem Alter.

Scheidungen: 911 Ehen wurden im Jahr 2009 in Deutschland schon nach einem Jahr geschieden. Insgesamt wurden 23 275 Ehen geschieden, nachdem die Ehepartner mindestens 26 Jahre verheiratet waren.

Geburten: Im Jahr 2009 wurden in Berlin 32 104 Babys geboren, davon 15 813 unehelich. Insgesamt kamen in Deutschland 656 126 Babys auf die Welt. Bei 1691 von ihnen war die Mutter über 45 Jahre alt. Die Zahl der Kaiserschnitte steigt weiter kontinuierlich an. Im Vergleich zum Jahr 2008 stieg in Deutschland die Zahl der Kinder, die per Schnittentbindung das Licht der Welt erblickten, um 1,1 Prozent. Insgesamt war damit fast jede dritte Entbindung in Deutschland ein Kaiserschnitt.

Kinderlosigkeit: 11 699 000 Paare in Deutschland haben keine Kinder. Im Durchschnitt hat die Frau in Deutschland 1,39 Kinder. Das bedeutet einen leichten Anstieg zu den Vorjahren: Im Jahr 2009 betrug die Zahl 1,36, im Jahr 2008 1,38.

Kinderbetreuung: Im März 2010 waren über 50 Prozent der Kinder aus ostdeutschen Landkreisen im Alter von einem Jahr in einer Kindertagesbetreuung. In Westdeutschland lag die Betreuungsquote unter 15 Prozent. Mit Ausnahme von Berlin: Dort lag die Quote bei 46,8 Prozent.

Erziehung: In Berlin haben 44 800 Jungen und Mädchen Unterricht in Musikschulen, 9725 von ihnen sind jünger als sechs Jahre.

Schwangerschaftsabbrüche: In Berlin haben 2010 insgesamt 9503 Frauen abgetrieben, darunter 337 Mädchen unter 18 Jahren.

Gleichberechtigung: Bei 52 Prozent der Paare mit Kindern in Deutschland sind beide Elternteile berufstätig. Das Modell "Vater arbeitet - Mutter bleibt zu Hause" wird von 31 Prozent der Paare gelebt. Bei nur sechs Prozent ist die Frau die Ernährerin der Familie. 65 Prozent der Väter haben noch nie die Möglichkeit in Anspruch genommen, sich für ihr krankes Kind von der Arbeit freistellen zu lassen (Mütter: 39 Prozent). Die meisten nannten als Grund, dass ihre Partnerin ohnehin zu Hause war, um das Kind zu hüten.

Kinderkosten: 550 Euro kostet ein Kind im Durchschnitt pro Monat. Das macht, hochgerechnet bis zum 18. Lebensjahr, knapp 120 000 Euro. Dabei sind nur die Konsumausgaben berücksichtigt, nicht aber Vorsorge- und Versicherungskosten. Auch die Ausgaben für ein Studium oder ähnliches in späteren Jahren sind darin nicht enthalten.

Management: 77 Prozent der deutschen Familien geben an, dass Kinder in der Regel mit entscheiden dürfen, was die Familie in der gemeinsamen Zeit unternimmt. 29 Prozent der jungen Eltern zwischen 18 und 34 Jahren lassen ihre Kinder allerdings nur gelegentlich, selten oder nie mit entscheiden. Für 53 Prozent der Eltern bedeutet ein "kindergerechter Familienalltag", die Kinder ernst zu nehmen und an Entscheidungen zu beteiligen. Für 28 Prozent ist es wichtig, mit Kindern über Wünsche, Sorgen und Probleme zu sprechen. Auf die Frage, was daran hindert, den Familienalltag noch kindergerechter zu gestalten, gaben zwei Drittel der Eltern Zeitmangel an.

Bildungsniveau: Von den 267 000 in Deutschland lebenden Müttern unter 25 Jahren, bei denen mindestens ein Kind im Haushalt lebt, hatten im Jahr 2010 57 Prozent keinen beruflichen Abschluss, sie verfügen über Hauptschul-, Realschul- oder keinen Schulabschluss. 40 Prozent besitzen die (Fach-)Hochschulreife oder haben eine Lehre abgeschlossen (mittlerer Bildungsstand). Drei Prozent der jungen Mütter ist hoch gebildet, etwa durch einen Fachhochschul- oder Hochschulabschluss.

Streit: Zwölf Prozent der Paare mit einem oder mehreren Kindern sagen, Konflikte seien bei ihnen an der Tagesordnung. Bei Paaren ohne eigene Kinder sind es nur sechs Prozent. Aber der Streit wird in den meisten Fällen recht schnell wieder beigelegt. 51 Prozent der Männer und Frauen mit eigenen Kindern sagen, sie fänden nach einem Streit meist schnell eine Lösung.

Elternzeit: Für 56 Prozent der Deutschen sind Männer in Elternzeit befremdlich. Bei Männern ab 40 Jahren sind die Bedenken besonders groß: 64 Prozent der 40- bis 69-Jährigen finden Väter als Erzieher ungewöhnlich.

Technik: Neun von zehn Teenagern haben ein eigenes Handy. Eine Stereoanlage haben 82 Prozent der Zehn- bis 18-Jährigen, einen MP3-Player 80 Prozent, einen eigenen Computer 75 Prozent.

Babywindeln: Bis ein Baby sauber ist, braucht es im Durchschnitt etwa 4000 Windeln. Das sind mehr als 600 Kilogramm, die weggeworfen werden.

Familienfreundlichkeit: 56 Prozent der Arbeitnehmer sagen, dass sich ihre Chefs bemühen, auf die familiäre Situation der Mitarbeiter Rücksicht zu nehmen. Vor sechs Jahren sagten das nur 40 Prozent. Nach Auskunft der Befragten bieten viele Arbeitgeber flexible Arbeitszeiten (39 Prozent) sowie Teilzeitarbeitsplätze (32 Prozent).

Läuse: Etwa ein bis drei Prozent aller Kinder in den Industrieländern haben Läuse auf dem Kopf.

Inobhutnahme: Im Jahr 2010 haben die Jugendämter in Deutschland 36 300 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das waren rund 2600 (plus 8 Prozent) mehr als 2009. Die Zahl der Inobhutnahmen liegt damit um 42 Prozent höher als noch vor fünf Jahren. In vielen Fällen schließt sich an die Inobhutnahme eine Hilfe zur Erziehung an. Für 9700 (27 Prozent) der jungen Menschen wurde eine Erziehung außerhalb des eigenen Elternhauses wie in einer Pflegefamilie oder in einem Heim eingeleitet, in 4600 (13 Prozent) Fällen eine sonstige stationäre Hilfe wie in einem Krankenhaus oder der Psychiatrie.

Sex : Der durchschnittliche Deutsche hat pro Woche zweimal Sex. Häufiger treiben es laut einer Umfrage nur die Franzosen - sie bringen es auf 8,9-mal im Monat. Im Durchschnitt dauert das Liebesspiel rund 17 Minuten - mit Vorspiel sind es dann insgesamt 35 Minuten. 98 Prozent der Männer, aber nur 33 Prozent der deutschen Frauen haben beim Sex einen Orgasmus.

Quellen: Statistisches Bundesamt, Statistisches Landesamt, Zeitschrift "Eltern", dpa, die Apothekenmagazine "Medi & Zini", "Baby und Familie" und die "Apotheken Umschau", Vorwerk Familienstudie 2011, Forsa, Mikrozensus, Infratest dimap, gofeminin.de, Die Welt